Donald Trump: Unser Gold aus den USA zurückholen – geht das überhaupt? | Politik

03.06.2025 - Salı 12:55

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Berlin/ New York – Ist ein großer Teil von Deutschlands Notgroschen in Gefahr? Die Notenbank Fed in New York lagert Gold im Wert von etwa 116 Milliarden Euro. Der Steuerzahlerbund fordert nun, es schnellstmöglich nach Deutschland zu holen, schrieb deshalb Briefe an Bundesregierung und Bundesbank.

Der Grund: die Sorge vor möglichen Begehrlichkeiten der US-Regierung unter Donald Trump (78)! Zwar lehnt das Finanzministerium auf BILD-Anfrage mit Verweis auf die Unabhängigkeit der Notenbank einen Kommentar ab. Und auch die Bundesbank selbst verweist auf frühere Erklärungen, wonach man keine Zweifel an der Zuverlässigkeit der US-Notenbank hege.

▶︎ABER: Das Thema wird intern sehr wohl diskutiert, erfuhr BILD. Schuld sind Medienberichte aus den USA, wonach Trump immer stärker unter Druck gerät, weil sein Haushaltsloch täglich größer wird.

Die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten wurde bei allen großen Ratingagenturen (zuletzt bei Moody’s) bereits zurückgestuft. Bei seinen Wählern steht der US-Präsident dennoch im Wort, die Steuern zu senken.

Trump sitzt in der Schuldenfalle

Nur so erklärt sich der Zorn Trumps auf die unabhängige Fed, die sich seiner Forderung, die Zinsen zu senken, standhaft verweigert. Pessimisten fürchten deshalb: Die Tage der Unabhängigkeit der US-Notenbank könnten gezählt sein.

▶︎ Doch wie sähe die Alternative aus, um eine Schuldenkrise zu verhindern? Ein Insider zu BILD: „Trump könnte versucht sein, die Goldvorräte der USA anzutasten. Was, wenn er auf den Geschmack kommt und sich das Gold aus dem Ausland krallen will? Ein Vorwand, wonach Deutschland den USA noch Geld aus der Vergangenheit schuldet, wäre schnell konstruiert.“

Gold-Vorräte in der US-Notenbank „Federal Reserve“ in New York

Goldvorräte in der US-Notenbank Federal Reserve in New York

Foto: Bettmann Archive

Edelmetall-Experte Tim Schieferstein hält eine deutsche Rückholaktion für möglich und angebracht: „Die geopolitischen Spannungen und die wirtschaftlichen Unsicherheiten stellen eine neue Dimension dar, die die Überprüfung bestehender Strategien notwendig macht.“ Doch der Vorgang sei „sehr komplex und eine logistische Herausforderung“.

So läuft die Rückholung ab

Schieferstein erklärt: „Im Jahr 2017 wurden von der Bundesbank 674 Tonnen Gold – 300 Tonnen aus der Federal Reserve in New York und 374 Tonnen aus der Banque de France in Paris – nach Frankfurt transportiert. Dieser gesamte Vorgang dauerte mehrere Monate und kostete etwa 7,7 Millionen Euro.“

Wie wäre der Ablauf? Schieferstein: „Die Barren werden in der Regel mit Linienflügen transportiert, da Frachtflüge keine ausreichende Sicherheit bieten.“ Die deutschen Goldbarren aus den USA müssten demnach zunächst in die Schweiz gebracht werden, wo sie zu europäischen Standardgrößen umgeschmolzen werden. DENN: Ein Standardbarren in den USA wiegt 100 Unzen, in Europa sind es 400 Unzen (etwa 12,5 Kilogramm).

Gold-Experte Tim Schieferstein sieht gute Argumente dafür, zumindest einen Teil der deutschen Gold-Vorräte aus den USA zurückzuholen

Gold-Experte Tim Schieferstein sieht gute Argumente dafür, zumindest einen Teil der deutschen Gold-Vorräte aus den USA zurückzuholen

Foto: PR

Trotzdem glaubt der Experte, dass die Gold-Debatte zum richtigen Zeitpunkt kommt. „Es gibt durchaus valide Argumente, die dafür sprechen, die Goldbestände in den USA zumindest zu verringern, um das Risiko zu streuen.“ Seine Meinung auf den Punkt gebracht: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“

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