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Drogen: Deutschland erlebt eine beispiellose Koks-Welle | Politik
01.11.2024 - Cuma 10:34
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Deutschland hat ein riesiges Drogenproblem! Immer mehr Menschen müssen wegen Kokain-Missbrauchs in ärztliche Behandlung. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für Gesundheitssystemforschung der Barmer-Krankenkasse (liegt BILD vor).
Waren es im Jahr 2013 noch 19.700 Menschen, die wegen Kokain-Konsums medizinisch versorgt werden mussten, stieg die Zahl bis 2023 auf 65.000. Das ist das Dreifache!
► Patienten, die aufgrund ihres Konsums in Behandlung mussten, haben so viel Kokain genommen, dass ihre körperliche oder seelische Gesundheit massiven Schaden genommen hat. In der Regel landen sie mit einer Überdosis im Krankenhaus, müssen danach zum Entzug.
Wahres Ausmaß ist wohl viel größer
Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer-Krankenkasse, warnt: „Die enorme Zunahme an Behandlungen wegen Kokain-Missbrauchs ist alarmierend. Das wahre Ausmaß wird noch viel größer sein, da wir nur den Bruchteil der Betroffenen in ärztlicher Behandlung sehen.“
Zudem zeige die aktuelle Kriminalstatistik, dass die Zahl der Kokain-Delikte seit 2023 um gut 27 Prozent auf einen Höchststand gestiegen ist.
Kokain als Leistungsdroge
Besonders betroffen: junge Männer! Die meisten sind 20 bis 39 Jahre alt, wenn sie wegen Kokain-Missbrauchs einen Arzt brauchen (29.700 Patienten).
► Marschall: „Kokain hat einen stimulierenden und aufputschenden Effekt. Deshalb wird es häufig als Leistungsdroge bezeichnet. Der vergleichsweise starke Kokain-Konsum bei jungen Männern könnte auf einen massiven Leistungsdruck hindeuten, dem sie sich offenbar ausgesetzt sehen. Sei es im Beruf oder im Privatleben.“
„In der Mitte der Gesellschaft“
Burkhard Blienert (58, SPD), Drogenbeauftragter der Bundesregierung, zu BILD: „Wir beobachten seit Jahren einen Anstieg im Konsum und es scheint, als sei die Droge in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Polizei und Justiz müsse der Rücken gestärkt werden.
Blienert fordert: „Wir müssen viel mehr Ressourcen in die Prävention, Beratung, Schadensminimierung und Hilfe investieren. Da sind alle gefragt: Bund, Länder, Kommunen und auch Krankenkassen. Kokain ist kein strahlend weißes Lifestyle-Produkt, es ist eine hochgefährliche und unglaublich schmutzige Droge.“
Schon zuvor hatte Innenministerin Nancy Faeser (54, SPD) in BILD von einer „Kokain-Schwemme“ gesprochen. Sie sage den „den Drogen-Kartellen den Kampf an“. Denn: Deutschland und Europa werden mit dem weißen Pulver aus Südamerika überschwemmt, im vergangenen Jahr stellten deutsche Fahnder 43 Tonnen Kokain sicher, meldet das BKA.
Die Ministerin kündigte an: „Wir wollen den Drogenhandel schon stoppen, bevor das Kokain in unseren Häfen ankommt.“
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