Dynamo Dresden: Dieser Pokal-Held fängt jetzt Einbrecher | Sport

16.06.2025 - Pazartesi 20:41

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Er schaffte mit Dynamo Dresden ein echtes Pokal-Wunder. Heute ist Ex-Keeper Dennis Eilhoff (42) Polizist. BILD erzählt seine verrückte Geschichte.

Den 30. Juli 2011 wird der frühere Budesliga-Profi (36 Spiele für Arminia Bielefeld) in seinem Leben nie mehr vergessen. Damals empfing er mit Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden in der ersten Runde des DFB-Pokals Bundesligist Bayer Leverkusen.

Die Top-Stars um Ballack, Bender, Schürrle und Co. führten nach nicht mal einer Stunde mit 3:0. Doch dann starteten die Dresdner eine irre Aufholjagd, die in einem 4:3-Sieg nach Verlängerung gipfelte. Ein klassisches Pokal-Wunder!

„Ich habe mir das Spiel inzwischen so oft auf Youtube angesehen und fast jedes Mal wieder Freudentränen in den Augen“, gesteht Eilhoff. „Von der Dramaturgie, der Stimmung im Stadion und der Euphorie danach war es das geilste Spiel, das ich als Profi je erlebt habe.“

Eilhoff selbst hielt in der Verlängerung mit ein, zwei Klasse-Paraden das 3:3 fest. „Als Alexander Schnetzler kurz vor Schluss zum Solo-Lauf ansetzte und dann den Ball über Bayer-Torhüter Yelldell lupfte, das war einfach unfassbar.“

Logisch, dass danach ordentlich Party angesagt war. „Ich hatte einen Tag später auch noch Geburtstag, da haben wir sozusagen gleich reingefeiert. Das war schon gut“, erinnert sich der Torwart.

Bis heute ist er dem Fußball treu geblieben. Für Bielefeld kickt er im Traditionsteam, ab Juli trainiert er zwei- bis dreimal die Woche die Nachwuchs-Keeper im Verein. Beruflich hat der gebürtige Nordrhein-Westfale eine ganz andere Richtung eingeschlagen. Und ist damit absolut glücklich.

Gegen Bayer Leverkusen schaffte der Keeper mit Dynamo Dresden 2011 ein echtes Pokal-Wunder

Gegen Bayer Leverkusen schaffte der Keeper mit Dynamo Dresden 2011 ein echtes Pokal-Wunder

Foto: picture alliance / Camera4

Nach einem dreijährigen Studium arbeitet Eilhoff seit 2017 bei der Polizei, genauer gesagt auf dem Revier in Rheda-Wiedenbrück bei Gütersloh. „Inzwischen bin ich Polizeioberkommissar, aber nach wie vor sehr gerne und viel mit dem Polizeiwagen draußen unterwegs. Da mache ich alles, was eben so anfällt. Vom Verkehrsunfall bis zum Einbruch.“

Dabei kommt ihm der frühere Leistungssport absolut zugute. Die Leidenschaft dafür hat er auch an seine Kinder vererbt. Sohn Darren (17) ist ein sehr guter Golfer, Tochter Leni (15) im Springreiten ein echtes Talent.

Eilhoff: „Sportlichkeit und Teamfähigkeit sind bei der Polizei genauso gefragt, wie beim Fußball. Da gibt es schon Parallelen. Nur dass ich eben keine Bälle mehr fange, sondern Einbrecher. Da habe ich schon einige Täter gestellt.“

An einen besonders spektakulären Fall kann er sich noch gut erinnern. „Wir waren monatelang hinter einem Serien-Einbrecher her. Eines Nachts haben wir ihn dann auf frischer Tat in einer Gartenlaube ertappt“, erzählt Eilhoff. „Er hat versucht abzuhauen, sprang über einen Zaun in einen Gartenteich. Dort habe ich ihn dann nach einem Hechtprung ins Wasser festgenommen.“

Eilhoff stand für Arminia Bielefeld 36 Mal in der Bundesliga im Tor

Eilhoff stand für Arminia Bielefeld 36 Mal in der Bundesliga im Tor

Foto: picture-alliance / Eibner-Pressefoto

Wohlgemerkt im Winter bei eisigen Temperaturen und Schneetreiben. Als Polizist darf man nicht zimperlich sein. „Das war schon nicht ganz ungefährlich, zumal der Täter auch ein Messer dabeihatte.“

Zu seinem beruflichen Repertoire gehören gelegentlich auch Fußballspiele – so schließt sich der Kreis. „Bei uns spielt der Drittligist SC Verl, da bin ich öfter im Einsatz.“ Zweimal auch schon gegen Dynamo. „Ich war sogar bei einem Spiel von Verl in Dresden dabei.“

Als Polizist in Dresden im Einsatz

Eilhoffs Aufgabe dabei: Die Gästefans im Blick haben. „Es waren aber nur fünf oder sechs im Block, da hielt sich das Konfliktpotential in Grenzen.“

Und wie schätzt er die sportliche Situation seiner Ex-Klubs ein? „Ich freue mich, dass mit Arminia Bielefeld und Dynamo Dresden gleich zwei Klubs aufgestiegen sind, bei denen ich gespielt habe. Sie gehören auch einfach mindestens in die 2. Liga.“

Die eine oder andere Pokal-Sensation ist dabei auch in der kommenden Saison nicht ausgeschlossen. Die erste Runde wird am Sonntag (17.15 Uhr, live im ZDF) im Dortmunder Fußballmuseum ausgelost.

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