Seit Wochen ist das Thema Fanshop-Rückkauf bei Dynamo Dresden richtig heiß. Jetzt setzen die Ultras dem Verein sogar ein Ultimatum…
Die Forderung: Bis zum Rückrundenstart soll der Drittligist bekanntgeben, die zweiten 50 Prozent der ausgelagerten Merchandising GmbH am 1. Juli 2026 – dem nächstmöglichen Zeitpunkt – zu übernehmen.
Dafür ist eine Kündigung des Fanshop-Vertrags mit dem bisherigen Mitbetreiber, der egocentric GmbH, bis zum 30.6.2025 nötig.
Wird diese bis zum 19. Januar nicht eingereicht, werden die Ultras eine Außerordentliche Mitgliederversammlung (AOMV) im März einberufen. Die dafür nötigen Unterschriften von 400 Mitgliedern werden schon gesammelt.
Auf der Versammlung sollen die Bosse zum vollständigen Rückkauf gezwungen werden.
Die Ultras setzen Dynamo die Pistole auf die Brust! Auch, weil die aktive Fanszene in ihrer eigenen Stadionzeitschrift „Zentralorgan“ erstmals brisante Zusammenhänge offengelegt hat.
So soll die egocentric GmbH noch kurz vor dem 50-prozentigen Einstieg des Vereins einen Berater- und einen Lieferantenvertrag mit ihrem eigenen Firmennetzwerk (Laufzeit bis 2031 bzw. 2032) abgeschlossen haben.
Auch auf der MV des Drittligisten wurde das Thema Fanshop heiß diskutiert
Foto: Olaf Rentsch
Brisant! Weil man so ohne Zustimmung von Dynamo das eigene Geschäftsfeld absicherte.
Der Vorwurf der Ultras: „Über mehrere Jahre werden hier Millionensummen aus der gemeinsamen Fanshop-GmbH an der SGD vorbei herausgezogen.“
Eine Beispielrechnung: Der Beratervertrag sieht zehn Prozent Beteiligung vor. Das macht bei einem prognostizierten Umsatz von 7,5 Mio. Euro in der aktuellen Saison gleich mal 750.000 Euro.
Allerdings: Die aktuelle Geschäftsführung des Traditionsklubs hätte die dubiosen Verträge weder verhindern können, noch war sie damals schon im Amt.
Eigenkapital bald weg?
Sie will zunächst für 1,5 Mio. Euro ins Stadion-Catering , das Dynamo über Jahre ebenfalls neue Millionen-Beträge verspricht, und ins Profiteam investieren. Der Gesamtetat wird für eine bessere Aufstiegs-Chance mit ca. 1,5 Mio. Euro überzogen.
Der Fanshop-Rückkauf würde nochmal 1,5 bis 1,8 Mio. Euro kosten und wirtschaftlich aufgrund zahlreicher Umstrukturierungen ein größeres Risiko bedeuten.
Heißt: Dynamos Eigenkapital, das laut Kalkulation zum Saisonende ohnehin nur noch 8,9 bis 9,9 Mio. Euro beträgt, würde in Windeseile aufgefressen!
Auf BILD-Anfrage, wie der Klub auf das Ultimatum der Ultras reagiert, erklärte Dynamo Dresden : „Die Geschäftsführung prüft in den kommenden Wochen mögliche Entscheidungen und Investitionsmöglichkeiten. Hierbei steht jederzeit die Wirtschaftlichkeit im Sinne des Vereins im Vordergrund. Die Geschäftsführung steht dabei mit ihren Vertragspartnern und den Vereinsgremien in engem Austausch.“
„Sind es nicht gewohnt“ Schafft Bayern die CL-Wende?
Quelle: AP26.11.2024