Einschläge in Israel: Warum dringen Mullah-Raketen durch Iron Dome? | Politik

22.06.2025 - Pazar 16:36

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Tel Aviv – Nach dem US-Angriff auf Irans Atomanlagen schicken die Mullahs wieder massenhaft Raketen auf Israel, der Schaden ist groß. Dabei ist das israelische Abwehrsystem eines der besten der Welt. Warum dringen die Geschosse trotzdem durch den Iron Dome?

Am Sonntagmorgen feuerte das Regime in Teheran zwei Raketen-Wellen auf Israel ab und richtete viel Zerstörung an. Die israelischen Streitkräfte schätzen, dass beim jüngsten Angriff etwa 20 bis 30 ballistische Raketen aus dem Iran abgefeuert wurden. Warum gelingt es den hoch entwickelten Abwehrsystemen der Israelis nicht, den Mullah-Raketenhagel unschädlich zu machen?

Der berühmte Iron Dome ist gegen die ballistischen Raketen aus dem Iran weitgehend machtlos. Das System (gilt als beste Raketenabwehr der Welt) wurde entwickelt, um kleinere Raketen der Hamas-Terroristen aus Gaza abzuwehren. Bei Beschuss mit ballistischen Raketen kann der Dome vor allem Splitter abfangen.

BILD vor Ort in Tel Aviv: Israel nach der Raketen-Nacht

Quelle: BILD, Reuters, AP, MDA Handout

Gegen die Mullah-Attacken kommt das Arrow 3-Abwehrsystem zum Einsatz. Es fängt die Mullah-Geschosse bereits vor dem Eindringen in den israelischen Luftraum ab.

Besonders perfide: die Mullahs setzen gezielt auf Masse. Die Vielzahl an Geschossen, die aus dem Iran nach Israel geschickt werden, überfordert die Luftabwehr.

Der Rettungsdienst Roter Davidstern (Magen David Adom) berichtete derweil, er operiere an mehr als zehn Standorten im Land. Das israelische Gesundheitsministerium sprach von 86 Verletzten, die in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Über Tote war zunächst nichts bekannt.

Das Heimatfrontkommando der israelischen Armee (IDF) untersucht außerdem, ob der Iran bei dem Angriff am Sonntagmorgen wie in der vergangenen Woche einen Streubombensprengkopf eingesetzt hat, konnte dafür bisher jedoch keine Beweise finden.

BILD-Reporter Paul Ronzheimer ist vor Ort in Tel Aviv und berichtet von schweren Zerstörungen. Betroffen: Wohngebiete mitten in der Stadt, zudem die Hafenmetropole Haifa.

Schon in den frühen Morgenstunden am Sonntag warnte das israelische Militär erstmals von Mullah-Raketen im Anflug auf Israel. Glück im Unglück: zumindest in Tel Aviv hat die Frühwarnung funktioniert. Bewohner konnten rechtzeitig aus ihren Häusern evakuiert werden oder retteten sich in Schutzbunker.

In Haifa hatte die Luftabwehr eine Panne: Das Heimatfrontkommando vermutet, dass während des iranischen Angriffs auf ballistische Raketen ein israelischer Abfangjäger eine Fehlfunktion aufwies und abstürzte. Folge: In der Stadt waren trotz des Raketenschadens keine Sirenen ertönt.

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In Tel Aviv waren Rettungskräfte viele Stunden damit beschäftigt, in den Trümmern nach Verletzten zu suchen. Entspannung: nicht in Sicht!

„Es werden weitere Raketen-Wellen erwartet. Die Situation ist hoch angespannt“, berichtet Ronzheimer.

Im Visier der Mullahs: unter anderem ein Altenheim!

BILD-Vize-Chefredakteur Paul Ronzheimer vor dem attackierten Altenheim in Tel Aviv. Im Hintergrund: die israelische Flagge

BILD-Vize-Chefredakteur Paul Ronzheimer vor dem attackierten Altenheim in Tel Aviv. Im Hintergrund weht die israelische Flagge

Foto: BILD

Mehrfach war das ganze Land von den Attacken betroffen.

„Millionen Menschen in Israel sind in die Schutzbunker gegangen“, berichtet Ronzheimer. Da die Mullahs nicht über Raketen verfügen, mit denen sie die USA erreichen können, wird wohl auch in den kommenden Tagen der jüdische Staat im Visier stehen.

Aus der Luft wird das Ausmaß der Zerstörung sichtbar

Aus der Luft wird das Ausmaß der Zerstörung sichtbar

Foto: AP

Ein kleiner Hoffnungsschimmer angesichts der massiven Zerstörung: Das deutsche Bauministerium will die Sanierung des denkmalgeschützten Liebling-Hauses in Tel Aviv („Beit Liebling“, 1936/ 1937 im Bauhaus-Stil errichtet und heute ein Museum) mit 300.000 Euro unterstützen.

Es war durch die Druckwelle nach einem iranischen Angriff am 16. Juni massiv beschädigt worden.

Eine Druckwelle beschädigte das Liebling-Haus in Tel Aviv hauptsächlich im Innenraum

Eine Druckwelle beschädigte das Liebling-Haus in Tel Aviv hauptsächlich im Innenraum

Foto: Sharon Golan

Bau-Staatssekretär Sören Bartol (50, SPD) zu BILD: Man wolle rasch Mittel bereitstellen, damit „dieser Ort nicht durch Zerstörung verwaist, sondern durch unsere Solidarität sehr bald wieder mit Leben gefüllt wird“.

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