Mega-Ärgerlich-Pleite für die Dresdner Eislöwen! Der DEL-Aufsteiger dreht in Wolfsburg einen 0:2-Rückstand in eine 3:2-Führung. Doch in einem wilden Schlussdrittel fliegen die Fäuste und es gibt spät noch mit 3:6 auf die Mütze …
Matthew White (8.) und in Überzahl Jimmy Lambert (23.) hatten die Grizzlys zunächst 2:0-Führung geschossen. Lamberts Treffer war überhaupt erst das erste Gegentor in Unterzahl für Dresden in der DEL .
Die Eislöwen kamen selbst übers Powerplay zurück. Dane Fox sorgte mit einem strammen Abschluss fürs 2:1 (28.). Keine zwei Minuten später traf Alec McCrea (30.) quasi von derselben Stelle.
Dresden war spätestens ab da richtig stark. Bei insgesamt 29:28 Schüssen für Wolfsburg war der Liga-Neuling ebenbürtig und hatte durchaus immer wieder Riesenchancen. Deshalb war die Führung von Emil Johansson per Knaller in den Winkel in der 47. Minute auch verdient.
Doch die Grizzlys reagierten auf den Rückstand richtig angestachelt. Sven Ziegler verwickelte Matthias Pischoff in einen heftigen Faustkampf, setzte so ein Zeichen (50.). Beide mussten für fünf Minuten vom Eis.
Wieder Lambert schockte die Eislöwen kurz danach mit dem 3:3, als er zu viel Platz zum Einschuss hatte (51.). Die Partie entwickelte sich zu einem echten Fäuste-Krimi! In der Bandenrundung hinter dem Dresden-Tor hauten gleich sechs Spieler aufeinander ein. Auslöser war ein Bandencheck gegen Justin Braun. Es hagelte Strafzeiten in den Schlussminuten.
Die Grizzlys Wolfsburg prügelten den Eislöwen die Punkte weg.
Eislöwen und Grizzlys behakten sich ordentlich
Foto: Thomas Heide
Denn in dieser Phase verlor die Defensive der Sachsen zum zweiten Mal die Orientierung. Beim 4:3 von Julian Melchiori war kein Dresdner beim Wolfsburger Verteidiger.
Johansson meinte hinterher sauer: „Wir müssen unser Spiel 60 Minuten durchziehen.“
Verückt: Dresden rannte wieder an und nach der Verhinderung einer Großchance durfte Tomas Sykora per Penalty ran. Der Slowake, der die Eislöwen mit seinem Overtime-Tor in die DEL geschossen hatte, zeigte diesmal Nerven und scheiterte am starken Grizzly-Rückhalt Hannibal Weitzmann (58.).
Ein Empty-Net-Goal besiegelte das 3:5 und selbst danach bekam der Aufsteiger noch eine weitere Tor-Watschn zum 3:6-Endstand verpasst. Das Ergebnis hatte mit den erbrachten Leistungen am Ende wenig zu tun.
„Das darf man nicht so herschenken“
Trainer Niklas Sundblad (52): „Es tut wirklich weh. Das zweite Drittel war unser Bestes in dieser Saison. Wir machen dann ein paar Fehler. Eigentlich unnötig. Es muss besser werden, wenn wir das Spiel in unserer Hand haben. Da darf man es nicht so herschenken.“
Abwehrmann Oliver Granz musste wohl mit einer leichten Gehirnerschütterung runter. Bereits in der Anfangsphase geriet er an der Bande ins Straucheln, bekam dann erst einen unglücklichen Check ab (15.).
Für Julius Hudacek stand diesmal Janick Schwendener im Kasten, der bei den Gegentreffern keine Aktien hatte.
Die Dresdner Eislöwen machten ihr bestes DEL-Spiel, hätten mindestens einen Punkt verdient. So bleiben sie erstmal auf Platz 13 kleben und am Freitag ist Spitzenreiter Adler Mannheim im Höhenflug (12 Punkte aus vier Spielen) garantiert keine Luftnummer.