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EM 2024: Arbeitsrecht, Gassigehen: Vier Alltagsfragen zum Viertelfinale | Leben & Wissen
05.07.2024 - Cuma 09:14
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Der Countdown zu unserem ersten großen EM-Härtetest läuft. Am Freitag, 18 Uhr, trifft die deutsche Nationalmannschaft im Viertelfinale auf Spanien. Die ARD überträgt live.
Dürfen Arbeitnehmer an diesem Tag früher Feierabend machen oder im Büro mitfiebern? Mit wie viel mehr Umsatz rechnen Kneipen und Supermärkte? Wann soll ich mit dem Hund Gassi gehen? Und was ist noch alles anders bei diesem K.o.-Spiel?
BILD beantwortet die wichtigsten Alltagsfragen.
Früher Feierabend machen oder Public Viewing im Büro?
18 Uhr ist Anpfiff, doch der Dienst geht bis 19 Uhr. Was nun? „Ob man früher Feierabend machen kann, kommt natürlich ganz auf die Branche an“, sagt Prof. Dr. Michael Fuhlrott, Hamburger Fachanwalt für Arbeitsrecht, zu BILD. „Generell ist wichtig, vorher mit dem Chef zu sprechen, ob man früher starten und dafür eher Schluss machen kann. Oder ob man an so einem Tag eventuell Überstunden abbummelt.“
Fuhlrotts Erfahrung zufolge zeigen sich viele Arbeitgeber kulant, weil es eben auch Mitarbeiter gebe, die nicht fußballinteressiert sind und man oft Dienste tauschen könne.
Der Hamburger Fachanwalt Prof. Dr. Michael Fuhlrott erklärt, was Arbeitnehmer beachten müssen
Wichtig zu wissen: Wer dennoch arbeitet, muss den Chef vorher fragen, ob er im Büro nebenbei am TV mit Kollegen mitfiebern darf. „Hat der Arbeitgeber sich damit nicht ausdrücklich einverstanden erklärt, drohen dem Arbeitnehmer arbeitsrechtliche Konsequenzen“, so der Fachanwalt.
Wie steigen die Umsätze in Kneipen und Supermärkten?
Wenn der Ball rollt, sind auch die Bars und Kneipen traditionell gut gefüllt? Laut einer Zwischenbilanz des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Berlin (Dehoga) haben sich die EM-Erwartungen vieler Betriebe bislang nicht erfüllt. Immerhin: Sobald die Nationalmannschaft kickt, gebe es stets eine erhöhte Nachfrage. „Aber die Kontinuität der Auslastung ist so ein bisschen die Herausforderung“, sagt Dehoga-Vize Gerrit Buchhorn.
Fakt ist: Deutsche Spiele machen besonders durstig und hungrig. Laut einer „Yougov“-Umfrage unter rund 2500 Teilnehmern konsumieren 38 Prozent bei Fußball-Übertragungen mehr als sonst – vor allem Bier, salzige Snacks, Süßigkeiten, Softdrinks, Pizza und Grillgut.
Diesen Effekt spüren vor allem die Supermärkte. „Insgesamt haben wir durch die EM an den Spieltagen etwa 20 Prozent Mehrumsatz, ohne besondere Aktionen zu fahren“, sagt Rewe-Händler Christian Friebe in einer Umfrage der „Lebensmittelzeitung“.
Wann gehe ich am besten Gassi?
Die Straßen sind wie leer gefegt, die meisten sitzen vor dem Fernseher. Ist das die ideale Zeit, um mit dem Hund Gassi zu gehen? „Nein! Wir empfehlen eher, vor dem Anpfiff oder erst ein oder zwei Stunden nach Abpfiff mit Hunden angeleint vor die Tür zu gehen“, sagt Beate Kaminski vom Tierschutzverein für Berlin zu BILD.
Sie betont: „Solche Events sind traditionell wie ein kleines Silvester. Bei Toren wird viel geböllert, worauf die meisten Tiere sehr schreckhaft reagieren.“
Und wann machen Fans Pipi-Pause?
Kicken die Deutschen, drücken bei vielen Fans die Blasen. Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) machten jüngst eine entsprechende Spül-Analyse: Bei unserem zweiten Vorrundenspiel gegen Ungarn (19. Juni, 2:0) gab es mit dem Halbzeitpfiff einen abrupten Anstieg der Toilettenspülungen um 40 Prozent. 11 100 Liter pro Sekunde wurden zeitweise heruntergespült. Ähnlich sah es nach dem Abpfiff aus – hier sind gut 10 600 Liter pro Sekunde geflossen. Und traditionell nehmen laut BWB die Toilettengänge schon eine Stunde vor Spielbeginn zu.
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