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Es geht um Strafzölle: „Naiv“! Trump-Berater attackiert Lindner | Politik
29.10.2024 - Salı 01:15
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Seit Monaten droht Ex-Präsident Donald Trump (78) im Falle seiner Wiederwahl mit generellen Exportzöllen auf Produkte aus dem Ausland. Es könnte ein Desaster für die deutsche Exportwirtschaft werden. Über diese Zölle ist nun ein Streit zwischen Finanzminister Christian Lindner (45, FDP) und dem Trump-Berater Richard Grenell (58) entbrannt.
Grenell nennt Lindner „naiv“
Am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank in Washington D.C. warnte Lindner gegenüber einer „CNBC“-Reporterin vor Vergeltungsmaßnahmen, sollten die USA einen Handelskrieg mit der Europäischen Union anzetteln: „Bei Handelsstreitigkeiten gibt es keine Gewinner, sondern nur Verlierer“, so der deutsche Finanzminister.
Diese Drohung gefiel einem gar nicht: Richard Grenell, Ex-US-Botschafter in Deutschland und Trump-Vertrauter. Der schrieb auf Twitter an Christian Lindner: Es sei „naiv zu glauben, dass deutsche Wirtschaftsführer wollen, dass ihr Finanzminister so spricht.“
Grenell behauptet: „Deutsche Vorstandsvorsitzende haben sich regelmäßig mit Präsident Trump und unserem Team in Verbindung gesetzt, um deutlich zu machen, dass ihnen seine Politik gefällt und dass sie zusammenarbeiten wollen“.
Das lässt Lindner nicht auf sich sitzen und antwortet auf Grenells Äußerung: „Deutsche CEOs wollen US-Zölle auf deutsche Produkte? Das wäre eine große Überraschung … nenn mir nur einen Namen, Richard.“
Etwas versöhnlicher schrieb Lindner dazu: „Sollten wir die transatlantische Zusammenarbeit nicht fortsetzen? Wir sind doch Verbündete!“ Darauf antwortete Grenell öffentlich nicht mehr.
[-->Das plant Trump – und so würde es Deutschland treffen
Hintergrund: Donald Trump droht seit Monaten damit, auf „alles“ aus China einen Zoll von 60 Prozent und auf alle anderen Importe Zölle von 10 bis 20 Prozent zu erheben. Es wäre ein Desaster für den Wirtschaftsstandort Deutschland: In kein Land exportiert Deutschland mehr als in die USA (2023: 157 Milliarden Euro).
Trump agiert nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche: Er lockt deutsche Unternehmen, vor allem die Autoindustrie, mit Steuerversprechen in die USA. Sollten sich Volkswagen, Mercedes, BMW und Co. weigern, Deutschland den Rücken zu kehren und vermehrt in den USA zu produzieren, droht er mit hohen Einfuhrzöllen.
Hat gute Chancen, wieder US-Präsident zu werden: Donald Trump
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Diese Strafzölle würden, so Thomas Obst, Ökonom für internationale Wirtschaftspolitik am Institut der deutschen Wirtschaft in Köln, gegenüber BILD, „erheblichen wirtschaftlichen Schaden in den USA selbst, in der Weltwirtschaft und vor allem in Deutschland anrichten“.
Konkret: Der Handelsschock könnte in Deutschland „zu einem BIP-Verlust um bis zu 1,2 Prozent im Jahr 2028 führen. Die Beschäftigung würde zurückgehen und es kann in Sektoren, die besonders exportabhängig sind, zu Werksschließungen kommen“, so der Experte.
Der renommierte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet gegenüber BILD damit, dass die deutschen Autobauer dem Ruf Trumps folgen und „die Hauptleidtragenden der Automobilstandort Deutschland und die Arbeitnehmer hierzulande“ sein werden.
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