„Es nutzt Björn Höcke“: Psychologe warnt CDU vor TV-Duell mit AfD | Politik

03.04.2024 - Çarşamba 15:46

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Das erste TV-Duell im Superwahljahr hat das Zeug zum Quotenhit. Doch für CDU-Chef Mario Voigt (47) könnte das Streitgespräch (11. April, Welt TV) mit AfD-Rechtsaußen Björn Höcke (52) fünf Monate vor der Landtagswahl in Thüringen gefährlich werden.

Kommunikationswissenschaftler, Rechtsextremismus-Forscher und Medienpsychologe Tobias Rothmund (46) von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena warnt: „Es nutzt in erster Linie Björn Höcke, weil er durch diese Art des Duells in die Rolle eines ernst zu nehmenden, politischen Gegners gehoben wird, mit dem man sich die Bühne teilt.“

Ziel von Höcke könne sein, sich staatsmännisch zu geben. Der Professor: „Dass er den Eindruck vermittelt, dass er das Ministerpräsidentenamt haben kann, dass er geeignet dafür ist. Das ist es auch, was seine Wählerschaft sehen will.“ Er glaube nicht, dass Höcke eine inhaltliche Argumentation führen wolle.

Thüringens CDU-Chef Mario Voigt will gegen Höcke im TV punkten

Thüringens CDU-Chef Mario Voigt will gegen Höcke im TV punkten

Foto: Martin Schutt/dpa

Tappt der CDU-Spitzenkandidat in eine Falle?

Rothmund weiter: „Ich sehe die Gefahr, dass in einem solchen Gespräch ein Dilemma entsteht: Auf der einen Seite will Voigt die Menschen, die die AfD anspricht, für sich gewinnen – auch mit den entsprechenden Themen. Auf der anderen Seite will er sich von der AfD abgrenzen. Höcke könnte Voigt in eine Situation bringen, wo dieser entweder zugeben muss, dass die AfD die einzige Partei ist, die eine bestimmte Position glaubhaft vertritt, oder er sich mit der AfD gemein machen muss. Beide Varianten wären eher nachteilig für die CDU.“

Voigt erhoffe sich vielleicht größere Bekanntheit, vermutet Rothmund. Wie sehr ihm das gelingt, hänge von seiner Performance und der Bewertung des Gesprächs im Anschluss ab.

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