Eskalation in der Türkei: Mob brüllt „Syrer raus“ und zündet Häuser an | Politik

01.07.2024 - Pazartesi 18:42

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Schwere Ausschreitungen in der Türkei: Ein Mob griff am Sonntagabend Geschäfte und Wohnhäuser von Syrern an. Auch Autos gingen in Flammen auf.

Auf Videos war zu sehen, wie Menschen durch die Straßen zogen und Sprechchöre wie „Syrer raus“ und „Tritt zurück, Erdogan“ riefen. Auf anderen Aufnahmen greifen Männer mit Steinen und Metallobjekten Fahrzeuge an. In einem weiteren Video schlagen sie die Schaufenster eines Lebensmittelgeschäfts ein und setzen es in Brand.

► Auslöser der Krawalle in der Stadt Kayseri: Ein Syrer soll auf einer öffentlichen Toilette seine Cousine (7) sexuell missbraucht haben. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen, nachdem er von Türken an die Behörden übergeben wurde.

Der aufgebrachte Mob am Sonntagabend: 67 Verdächtige wurden festgenommen

Der aufgebrachte Mob am Sonntagabend: 67 Verdächtige wurden festgenommen

Foto: Hürriyet

In dem Viertel leben viele Syrer, die vor dem Krieg in ihrem Heimatland geflohen sind. Nach den Krawallen nahm die türkische Polizei 67 mutmaßliche Randalierer fest.

Innenminister Ali Yerlikaya (55) bezeichnete die rassistischen Angriffe des Krawall-Mobs als illegal. Die Beschädigung von Häusern, Geschäften und Autos sei „nicht mit unseren menschlichen Werten“ zu vereinbaren.

Nachrichten-Zensur angeordnet

Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdogan (70) machte klar: „Es ist inakzeptabel, Häuser anzuzünden, Vandalismus zu betreiben und Straßen in Brand zu setzen.“ Mit Fremdenfeindlichkeit und Hass könne nichts erreicht werden, sagte er weiter.

Wohl um weitere Ausschreitungen zu verhindern, wurde in der Türkei eine Nachrichtensperre verhängt: Über den sexuellen Missbrauch des Mädchens und die anschließenden „sozialen Zwischenfälle“ darf in türkischen Medien nicht mehr berichtet werden, meldete die Staatsagentur „Anadolu“ am Montag.

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