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Ex-SPD-Chef Franz Müntefering: Abrechnung mit der katholischen Kirche | Unterhaltung
10.06.2024 - Pazartesi 16:25
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Eine klare Meinung. Das hat den früheren SPD-Chef Franz Müntefering (84) schon immer ausgezeichnet. In BILD am SONNTAG spricht der Politiker auch über seinen Glauben und rechnet mit der katholischen Kirche ab.
Franz Müntefering 2004 bei einem Gottesdienst in der Berliner Luisenkirche. Heute sagt er: „Ich glaube nicht mehr“
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BILD am SONNTAG: Sie sind gläubiger Katholik ...
Franz Müntefering: „Ich war gläubiger Katholik, bin so groß geworden. Aber ich glaube nicht mehr. Weder an Gott noch an die Schöpfung, noch an das ewige Leben, noch an den Himmel. Meine Mutter sagte immer, Glauben ist eine Gnade. Manche Leute glauben, manche Leute glauben nicht. Inzwischen mag ich nicht mehr akzeptieren, dass die Kirche sich als Staat im Staat versteht und darstellt. Das finde ich außerordentlich anstrengend. Nicht nur die Sache mit den vielen Missbrauchsfällen, sondern die Arroganz, mit der die Kirche solche Leute, die ja Straftäter und Verbrecher sind, nicht der Polizei meldet, sondern Fehlverhalten mit ihrem kirchlichen Segen unter sich klärt. Das geht nicht! Auch die Kirche muss sich den Bestimmungen unserer Demokratie stellen und ist wie jeder andere verpflichtet, diese auch einzuhalten.“
Manchmal stieg der frühere SPD-Bundesvorsitzende früher selbst in die Kanzel und sprach über Politik und Kirche
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Warum treten Sie nicht einfach aus der Kirche aus?
Müntefering: „Das ist gar nicht so einfach. Die Kirche antwortet, ich müsse dem Staat mitteilen, wenn ich sie verlassen möchte. Wegen der Kirchensteuer auf meiner Lohnsteuerkarte. Wir diskutieren noch. Auch wenn die Sache für mich feststeht, ich werde offiziell aus der katholischen Kirche verschwinden. Ich möchte ehrlich sterben, wenn es einmal so weit ist.“
Trennung schweren HerzensMüntefering will aus der katholischen Kirche austreten
09.06.2024
[-->Manche Menschen planen ihre Beerdigung, schon 20 Jahre bevor sie sterben. Musik, Sarg oder Urne, Blumengebinde. Wie ist das bei Ihnen?
Müntefering: „Ich möchte auf jeden Fall in der Erde sein, und nicht als Staub ins Meer geschüttet werden. Ob im Sarg oder in der Urne, das ist mir egal. Und ich möchte beerdigt werden. Entweder in Sundern, wo ich 50 Jahre gelebt habe, im Sauerland, in Bonn, in Berlin oder in Herne. Michelle, meine Frau, wird entscheiden, wo ich dann bin. Da rede ich ihr nicht rein. Sie wird auch entscheiden, wer von meinen Freunden die Trauerreden hält. Ich habe mich dazu nicht festgelegt. Mein Vater starb an einem Sonntag, ganz plötzlich und unerwartet. Im Krankenhaus. Ich konnte mich nicht verabschieden, das war hart. Meine Mutter wollte zu Hause sterben. Sie folgte meinem Vater drei Monate später, beide 1985. Sie hatte auf einem Block alles genau aufgeschrieben, sogar, welchen Kuchen es beim Leichenschmaus geben und was auf ihrem Grabstein stehen soll. Sie hieß Anna, wollte aber immer Aenne genannt werden. Das war ein modischer Einschlag zu ihrer Zeit. Den einzigen Wunsch, den ich ihr nicht erfüllte, war die Liste der Personen, die sie nicht am Grab dabeihaben wollte. Ich habe einige davon doch eingeladen. Wenn sie das wüsste …“
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