Ex-SPD-Mann soll Wagenknecht-Partei in Brandenburg führen | Regional

22.05.2024 - Çarşamba 00:56

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Jetzt kommt die Wagenknecht-Partei auch nach Brandenburg! Am Samstag gründet sich in Schwedt (Oder) der BSW-Landesverband – rechtzeitig zur Landtagswahl im Herbst. Vorsitzender soll ein früherer SPD-Politiker werden.

Satte zehn Prozent winken Wagenknechts „Bündnis für Vernunft und Gerechtigkeit“ laut Umfragen bei der Brandenburg-Wahl. Das wären zehn gut bezahlte Sitze im Potsdamer Parlament. Kein Wunder, dass es mehr als 1000 Bewerber für die Partei-Mitgliedschaft gibt – doch nur 40 handverlesene Wagenknecht-Anhänger haben sie schon bekommen. Die Chefin ist misstrauisch.

Arbeitsrichter Robert Crumbach (61, früher SPD) will Brandenburger BSW-Chef werden

Arbeitsrichter Robert Crumbach (61, früher SPD) will Brandenburger BSW-Chef werden

Foto: YouTube

Robert Crumbach (61) gehört zu den ersten, die das BSW-Parteibuch haben. Der Potsdamer Arbeitsrichter war jahrzehntelang SPD-Mitglied, tauchte sogar auf Großplakaten der Sozis im Wahlkampf auf. Vorbei. Nun will Jurist Crumbach erster Brandenburg-Chef der Wagenknecht-Partei werden. Geschäftsführer soll Stefan Roth (37) aus Wagenknechts Bundestagsbüro werden.

Am Samstagvormittag treffen sich die 40 Mitglieder in einem tristen Hotel am Rand von Schwedt, anderthalb Autostunden nordöstlich von Berlin. Statt Wagenknecht kommt BSW-Vizechefin Amira Mohamed-Ali, um ihren Parteifreunden die Marschroute klarzumachen. Darunter bekannte Namen wie Potsdams beinahe-Oberbürgermeister Hans-Jürgen Scharfenberg (70) und Templins Rathaus-Chef Detlef Tabbert, beide frühere SED- und Linke-Genossen.

Das Programm der Wagenknecht-Partei: kritiklose Nähe zu Russland, Schluss mit Öl- und Gasembargo, wieder Handel mit Kriegsverbrecher Putin. Das kommt bei alten SED-Genossen und in der Raffinerie-Stadt Schwedt gut an. Zum Antiamerikanismus kommen eine harte Asylpolitik mit vielen Abschiebungen und ein Ende der Gender-Sprache. Kennt man alles von der AfD.

Von den Rechtsextremen unterscheiden sich Wagenknechts Linkspopulisten in der Wirtschafts- und Sozialpolitik: Das BSW will Großunternehmen, vor allem amerikanische, beschränken und hoch besteuern. Wagenknecht fordert mehr Sozialleistungen und höheren Mindestlohn. Die AfD will dagegen Unternehmenssteuern senken, kämpft gegen Gewerkschaften und Mindestlöhne.

Die PCK-Raffinerie Schwedt muss wegen Putins Angriffskrieg auf die Ukraine ohne Russen-Öl auskommen

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Foto: picture alliance/dpa

Schon nach drei Stunden soll in Schwedt ein erster Landesvorstand gewählt sein. Ohne große Diskussionen – die wenigen Mitglieder sind linientreu. Bis zum 5. August muss die neue Partei beim Landeswahlleiter 2 000 Unterstützer-Unterschriften einreichen. Der künftige BSW-Chef Crumbach zur B.Z.: „Bei der Vielzahl der Bewerber sehe ich darin kein Problem. Wir werden aber auch Unterschriften auf der Straße sammeln.“

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