Fast 20 Prozent der Vorschulkinder können kaum Deutsch | Politik

09.07.2025 - Çarşamba 13:14

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Berlin/München – Bundesbildungsministerin Karin Prien (60, CDU) hält eine Obergrenze für Migrantenkinder in Schulen für „denkbar“. Die Idee: So soll verhindert werden, dass zu viele Kinder in einer Klasse Deutsch gar nicht oder schlecht beherrschen.

Der Vorschlag sorgte für hitzige Debatten. Die große Unbekannte dabei: Um wie viele Migrantenkinder geht es eigentlich? Wie viele Schüler kämpfen mit schlechten Deutschkenntnissen? Prien hatte die Zahlen nicht.

Konkrete Zahlen kann jetzt ein Bundesland vorlegen: Bayern.

Im vorigen Jahr hatte Ministerpräsident Markus Söder (58, CSU) entschieden: Wir führen verpflichtende Sprachtests für Vorschüler ein. Seit Februar 2025 wurden im Freistaat die Kenntnisse aller 4-jährigen Kinder abgerufen, die ab dem Schuljahr 2026/27 die erste Klasse besuchen sollen.

23.800 Kinder schaffen den Deutsch-Test nicht

Ergebnis: Von 128.000 ABC-Schützen des kommenden Jahres beherrschen gegenwärtig 23.800 die deutsche Sprache nicht gut genug, um dem Unterricht folgen zu können. Das entspricht satten 18,6 Prozent der zukünftigen Erstklässler in Bayern – fast jeder fünfte.

Mit diesen Aufgaben prüften bayerische Grundschulen die Deutschkenntnisse von Kita-Kindern. Wem der Kindergarten ausreichende Fähigkeiten in Deutsch bescheinigte, musste keinen Test machen

Mit diesen Aufgaben prüften bayerische Grundschulen die Deutschkenntnisse von Kita-Kindern. Wem der Kindergarten ausreichende Fähigkeiten in Deutsch bescheinigte, musste keinen Test machen

Foto: BaSiS

Die Unterschiede sind groß zwischen einzelnen Städten. So haben in München 665 Kinder im Alter von 4 Jahren ungenügende Deutschkenntnisse. Das sind nur 4,8 Prozent der 13.724 Münchner Kinder, die laut Statistischem Jahrbuch Bayern in dieser Altersgruppe fallen.

In Nürnberg bewältigte dagegen knapp ein Drittel den Deutsch-Test nicht. Laut Statistik hat die Stadt 4744 Kinder in dieser Altersgruppe. 1588 haben ungenügende Kenntnisse.

Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (42, Freie Wähler) zu BILD: „Nachdem wir nun genau wissen, wer unsere Unterstützung benötigt, können wir die Förderung jetzt auch zielgerichtet angehen.“

Kinder, die keine ausreichenden Sprachkenntnisse besitzen, müssen im neuen Kindergartenjahr verpflichtende „Vorkurse Deutsch“ besuchen. Das bayerische Kultusministerium hat das seit 2001 bestehende freiwillige Programm massiv ausgebaut. Ab Herbst dieses Jahres gibt es 600 zusätzliche Kurse.

Ministerin Stolz: „Unser Anspruch muss sein, allen Kindern in Bayern die bestmöglichen Startchancen zu Beginn ihrer Schullaufbahn zu ermöglichen.“

Andere Bundesländer wollen nachziehen

Vorgesehen sind 240 Unterrichtsstunden für jedes Kind. Kurz vor dem Eintritt in die Schule werden die erworbenen Deutschkenntnisse noch einmal kontrolliert. Sollte sich herausstellen, dass manche Kinder immer noch zu schlecht Deutsch sprechen, werden sie nicht eingeschult, sondern wiederholen den Kurs. Stolz verspricht: „Wir lassen kein Kind zurück.“

Auch andere Bundesländer wie Thüringen und Sachsen arbeiten bereits an der Einführung verpflichtender Sprachtests im Kindergartenalter.

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