MEGA-AUFREGUNG in der Nacht in der Formel 1 – um die Last-Minute-Strafe für Lando Norris (24).
Dieser duellierte sich mit dem WM-Führenden Max Verstappen (27) zehn Runden lang über die Strecke in Austin (Texas).
Dann der Aufreger: In Runde 52 (von 57) versucht Norris endlich an seinem Widersacher vorbeizuziehen – außen! Doch Verstappen packt einen Trick aus. Er selbst fährt die Innenkurve so weit außen, dass er die Strecke verlässt. Norris MUSS also auch die Strecke verlassen, um einen Crash zu verhindern.
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Doch Norris gibt außerhalb der Strecke Vollgas und überholt Verstappen.
Illegal? Legal?
Sofort schimpft Verstappen, dass Norris seinen Platz wieder hergeben soll. Tut er aber nicht.
Die Regelwächter gehen sofort an die Arbeit – und verkünden eine Untersuchung. Eine Runde vor Schluss dann die bittere Nachricht: Norris bekommt eine Fünf-Sekunden-Strafe. Verstappen zieht in der Abschlusswertung vorbei, erhöht damit seinen WM-Vorsprung auf 57 Punkte.
Sofort große Aufregung im Fahrerlager! Wird McLaren Protest einlegen? Nein.
Tatsachen-Entscheidungen sind Tatsachen-Entscheidungen
Tatsachen-Entscheidungen der Stewards können nicht angefochten werden. Hätten die Regelwächter erst NACH dem Rennen über den Fall diskutiert, hätte McLaren beim gleichen Resultat Protest einlegen können.
Andrea Stella war alles andere als begeistert von der Entscheidung der Stewards
Foto: IMAGO/Eibner
Daher geht die Hauptkritik von McLaren-Teamchef Andrea Stella auch Richtung Stewards: „Ich bin überrascht, dass die Stewards nicht einmal das Bedürfnis verspürten, nach dem Rennen mit den Fahrern zu diskutieren. Es ist so eine heikle Situation – und sie entscheiden das innerhalb von 60 Sekunden. Warum muss es so schnell gehen, wenn solch eine Strafe die Meisterschaft entscheiden kann?“
Nachempfinden kann er die Entscheidung der Stewards aber auch nicht: „Verstappen fährt am Scheitelpunkt der Kurve einfach geradeaus. Wir haben das Video mehrmals überprüft. Es fährt einfach geradeaus. Es kommt genauso weit von der Strecke ab wie Norris und gibt ihm einfach keine Chance, das Manöver abzuschließen. Wir wussten, dass es Konsequenzen geben würde, dachten aber, dass Verstappen eine Strafe erhält, weil er Norris von der Strecke gedrängt hat.“
Falsch gedacht.
Eigentlich geht es in der Kurve nach links – doch Verstappen fährt geradeaus, um sich nicht legal überholen zu lassen
Foto: MARK THOMPSON/Getty Images via AFP
Zwar sieht es so aus, als würde Norris auf der Geraden bereits an Verstappen vorbei sein – doch entscheidend ist der Scheitelpunkt der Kurve. An genau diesem Punkt liegt Verstappen knapp vor Norris. Daher „gehört“ dem Holländer die Kurve. Norris zieht somit verbotenerweise außerhalb der Strecke an ihm vorbei.
Christian Horner ist über den 3. Platz sehr erfreut
Foto: MARK THOMPSON/Getty Images via AFP
Red-Bull-Teamchef Christian Horner (50) kann die Aufregung daher nicht verstehen. In einer Presserunde nach dem Rennn sagte er: „Norris hat außerhalb der Strecke überholt. Er hätte also den Platz zurückgeben sollen, aber er entschied sich dagegen. Deshalb gab es eine Strafe. Für uns war das Szenario also sehr eindeutig.“
Und was sagen die Fahrer? Wenig! Verstappen: „Ich habe meine Meinung, aber sage nichts.“ Norris: „Es war eine überstürzte Entscheidung der Stewards.“
Lando Norris hatte nach dem Rennen wenig Lust auf Fan-Selfies
Foto: Getty Images
Gewonnen hat übrigens Charles Leclerc (27) – vor seinem Ferrari-Kollegen Carlos Sainz (30).
Max Verstappen besitzt nach dem Austin-Rennen 57 Punkte Vorsprung auf Lando Norris – noch sind fünf Rennen zu fahren. Das nächste bereits am kommenden Wochenende in Mexiko.