Gabriel bei Illner: Wir müssen die Russen niederkämpfen! | Politik

31.05.2024 - Cuma 00:49

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Wahrheit und Klarheit! Der frühere SPD-Chef, Vizekanzler und Außenminister Sigmar Gabriel (64) hat bei ZDF-Talkmasterin Maybrit Illner (59) deutlicher als viele Genossen und erheblich entschlossener als Bundeskanzler Olaf Scholz (64) ausgesprochen, worauf es im Ukrainekrieg jetzt ankommt.

Seine eindringliche Warnung: „Wenn Putin einmal gewinnt, egal ob auf dem Schlachtfeld oder am Verhandlungstisch, dann weckt das den Appetit. Dann macht er weiter!“

„Wie einst die Sowjetunion“

„Wir sehen, dass Russland schon heute in vielen anderen Regionen der Welt versucht, gegen den Westen anzutreten“, warnte Gabriel. „Ich glaube, dass der Konflikt viel größer ist als nur in der Ukraine!“

„Deswegen“, so der Ex-Vizekanzler weiter, „werden wir ganz anders antworten müssen, nicht nur militärisch. Im Grunde müssen wir die Russen so niederkämpfen, wie das mal mit der Sowjetunion gelungen ist!“

„Scholz wird seine Position ändern“

„Es ist ein bisschen ein Hase-und-Igel-Spiel“, klagte der altgediente SPD-Politiker. „Und wir sind leider der Hase. Immer wenn irgendwo ein Konflikt beendet wird, fängt Putin einen neuen an, und wir rennen hinterher.“

Über die zähe Weigerung des Kanzlers, den Einsatz deutscher Waffen auf russischem Gebiet zuzulassen, sagte Gabriel voraus: „Wenn die Vereinigten Staaten ihre Position verändern, wird er das auch tun. Das ist auch vernünftig. Dass die Nato darüber debattiert, dass die Amerikaner das anders sehen, das wird am Ende auch dazu führen, dass er die Position ändert.“

Übertriebene Angst vor Nuklearwaffen?

„Der Kanzler hat sich zu ändern!“, forderte auch Außenpolitik-Experte Roderich Kiesewetter (60, CDU). „Das Entscheidende ist, dass andere Staaten um uns herum sehr klar sagen: Wir müssen auch auf russisches Gebiet wirken. Ich glaube, dass sich Deutschland bewegen muss. Das Kanzleramt muss sich bewegen!“

Außenpolitik-Experte Roderich Kiesewetter

Außenpolitik-Experte Roderich Kiesewetter

Foto: ZDF/Jule Roehr

US-General a.D. Ben Hodges (66) erklärte das Zögern seines Präsidenten und des Bundeskanzlers so: „Ich glaube, beide leiden unter einer übertriebenen Angst, dass die Russen Nuklearwaffen einsetzen könnten. Aber das ist sehr unwahrscheinlich, denn es gibt für sie da keinen Vorteil daraus zu ziehen. Der Vorteil für Russland besteht daraus, eine Drohung aussprechen zu können!“

Ein kleines Türchen aufgemacht

Tags zuvor hatte der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen (58) bei Sandra Maischberger (57) die letzte Erklärung des Kanzlers zu deutschen Waffenlieferungen („immer im Rahmen des Völkerrechts“) bereits als „klare Korrektur der bisherigen Position“ aufgefasst.

Das bestätigte jetzt bei Illner auch Russland-Expertin Sabine Fischer (55): Scholz habe damit, analysierte sie, „bereits ein kleines Türchen in diese Richtung aufgemacht.“

Ein historischer Moment

„Es ist ein historischer Moment“, kommentierte Präsidentenberater Mychajlo Podoljak (52), aus Kiew zugeschaltet, „und jeder historische Moment hat eine eigene Logik. Wir können darüber sprechen, ob jemand die Entscheidung langsamer trifft, Olaf Scholz oder Biden. Aber sie werden die Entscheidungen treffen, die richtig sind.“

Seine Mahnung: „Die Ukrainer sollen die Waffen auf russischem Territorium einsetzen. Anders wird dieser Krieg nie enden. Russland wird immer aggressiv sein. Je schneller wir Russland stoppen können, umso niedriger wird der Preis der globalen Eskalationen sein.“

Erfüllte Erwartung

Kaum 20 Minuten später las Illner vor: „Es gibt gerade eine Meldung, dass die US-amerikanische Regierung bereit ist, der Ukraine genau zu gestatten, die westlichen Waffen einzusetzen auf russischem Gebiet in der Region Charkiv.“ Das war die perfekte Antwort auf die Hoffnungen von Gabriel, Kiesewetter & Co.

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