Gaza: Deutsche Geisel schildert sexuellen Missbrauch in Interview | Politik

06.11.2025 - Perşembe 11:53

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Berlin/Jerusalem – Es sind Erfahrungen absoluten Horrors: Viele der am 7. Oktober 2023 verschleppten Geiseln berichten über wiederholten schweren sexuellen Missbrauch durch ihre palästinensischen Entführer. Mit dem Deutsch-Israeli Rom Braslavski (21) hat nun erstmals auch eine männliche Geisel den brutalen Terror beschrieben, dem er ausgesetzt war.

Als Sicherheitskraft war er einer von Hunderten, die beim Nova-Festival am 7. Oktober 2023 von Terroristen verschleppt wurden. Mehr als zwei Jahre lang wurde er vom Islamischen Dschihad (mit der Hamas verbündete Terroristen) gefangen gehalten – gefoltert, gequält, gedemütigt.

Im Rahmen des Gaza-Deals von Donald Trump (79) kam er im Oktober frei. Und erzählt in der israelischen TV-Sendung Hazinor (Channel 13) jetzt seine Geschichte.

„Das Ziel war, meine Würde zu brechen“

„Sie zogen mir alle Kleider aus – Unterwäsche, alles. Sie fesselten mich, während ich völlig nackt war. Ich war zerrissen, am Sterben, ohne Nahrung“, schildert Braslavski in dem Interview die Tortur. „Ich betete zu Gott: ‚Bitte rette mich, hol mich endlich hier raus.‘‘“

Rom Braslavski vor seiner Entführung durch Terroristen am 7. Oktober 2023

Rom Braslavski vor seiner Entführung durch Terroristen am 7. Oktober 2023

Foto: privat

Laut Braslavski sei es den palästinensischen Terroristen nicht um Lust gegangen – sondern um totale Erniedrigung. „Es war sexuelle Gewalt – und ihr Hauptzweck war, mich zu erniedrigen“, erklärt er. „Das Ziel war, meine Würde zu brechen. Und genau das hat es.“

Auf die Nachfrage der Journalistin Roni Aviram, ob es weitere Übergriffe gab, antwortet er: „Ja. Es fällt mir schwer, über diesen Teil zu sprechen. Ich rede nicht gern darüber. Es ist schwer – es war das Schrecklichste.“

Dann zieht er einen Vergleich, der zeigt, wie tief die Wunden sitzen: „So etwas haben nicht einmal die Nazis getan. Zu Hitlers Zeiten hätte man so etwas nicht getan. Man betet nur, dass es aufhört. Und während ich dort war – jeden Tag, bei jeder Prügel – sagte ich mir: ‚Ich habe einen weiteren Tag in der Hölle überlebt. Morgen früh wache ich zu einer neuen Hölle auf. Und wieder. Und wieder. Es hört nicht auf.‘“

Zu seiner Freilassung nach zwei Jahren Horror sagt er: „Ich bin zurückgekommen, nachdem ich dem Teufel begegnet bin.“ Ein Video, das im August 2024 von der Terrorgruppe veröffentlicht wurde, zeigte Braslavski abgemagert, zitternd, nicht mehr in der Lage, zu stehen – er flehte um sein Leben.

Terroristen boten Essen für Konversion

Seine Mutter Tami kämpfte weltweit unermüdlich für seine Freilassung. Sie berichtete auch, dass ihr Sohn von den Palästinensern Essen bekommen hätte, wenn er zum Islam konvertiert wäre – doch er lehnte ab, blieb seinem Glauben treu.

Rom Braslavski nach seiner Freilassung im Sheba Medical Center (Israel)

Rom Braslavski nach seiner Freilassung im Sheba Medical Center (Israel)

Foto: Eran Yardeni/GPO/dpa

Im Oktober wurde Braslavski freigelassen – in eine israelische Flagge gehüllt, konnte er endlich wieder lachen. Entführt wurde er, als er bei dem Festival einer verletzten Person helfen wollte. Heute kämpft er mit den schrecklichen Erinnerungen und der Rückkehr ins Leben.

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