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Geheimdienst-Krimi bei Austausch: Agenten-Kinder erfuhren im Flieger, dass sie Russen sind | Politik
03.08.2024 - Cumartesi 08:50
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Es sind seltene Einblicke, die Russland nach dem historischen Gefangenen-Austausch in das Leben seiner Geheimdienst-Agenten gibt: Die minderjährigen Kinder der beiden ausgetauschten Spione Artem Dultsev und Anna Dultseva erfuhren erst im Flugzeug, dass sie Russen sind!
Das sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow laut russischen Staatsmedien. „Die Kinder der illegalen Spione, die gestern ankamen, erfuhren erst, dass sie Russen waren, als das Flugzeug in Ankara abhob“, enthüllte der Sprecher.
„Als die Kinder die Stufen des Flugzeugs herunterkamen – sie sprechen kein Russisch – und Putin sie auf Spanisch begrüßte, sagte er Buenas noches (spanisch für ,Guten Abend’)“, so der Kreml-Sprecher.
In Slowenien wurden sie als Spione verurteilt, jetzt sind sie in Russland wieder auf freiem Fuß
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Das geheime Leben der Familie Dultsev
Die beiden Agenten hatten in Slowenien gelebt, sich dort eine argentinische Tarn-Identität zugelegt. Sie gaben sich laut dem russischen Portal „The Insider“ als Ludwig Gisch und Maria Rosa Mayer Muñoz aus. Sie betrieb zum Schein eine Online-Kunstgalerie, er eine Softwarefirma.
Von ihrem größten Geheimnis – der Geheimdienst-Tätigkeit für Putin – erfuhren nicht einmal ihre eigenen Kinder! So wollten die Agenten offenbar sichergehen, dass ihre Legende nicht auffliegt.
„Sie haben ihre Eltern gestern gefragt, wer sie abholt. Sie wussten nicht einmal, wer Putin ist“, sagte Peskow. „Aber so arbeiten die Illegalen und bringen solche Opfer um ihrer Arbeit willen, um ihrer Hingabe für ihre Sache willen.“
Als Illegale werden in Russland Geheimdienst-Agenten bezeichneten, die verdeckt und ohne diplomatischen Schutz in fremdem Ländern operieren. Dafür nehmen sie oft auch gewöhnliche Berufe an, um nicht aufzufallen. Wenn sie auffliegen, droht ihnen Knast, im schlimmsten Fall ein Anschlag eines verfeindeten Geheimdienstes.
Hunderttausende Euro im Kühlschrank versteckt
Das angebliche Argentinien-Paar wurde im Dezember 2022 wegen mutmaßlicher Russen-Spionage von den slowenischen Behörden in einem Vorort der Hauptstadt Ljubljana festgenommen. In ihrem Haus fanden die Ermittler laut WDR mehrere Hunderttausend Euro Bargeld – versteckt im Kühlschrank.
[-->Die Sicherheitsbehörden vermuten laut dem Bericht, dass die Agenten damit andere Spione oder vielleicht sogar Quellen bezahlt haben. Mehrfach sollen sie auch in Deutschland gewesen sein – und gut Deutsch gesprochen haben.
Am Mittwoch gestand das Paar überraschend seine Agenten-Tätigkeit, wurde von einem slowenischen Gericht zu anderthalb Jahren Haft verurteilt. Einen Tag später saßen sie im Rahmen des Gefangenen-Austauschs zusammen mit dem Tiergarten-Mörder und fünf Weiteren im Flieger nach Moskau.
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