Größter Protest seit Jahrzehnten: US-Massendemos gegen Trump erwartet | Politik

18.10.2025 - Cumartesi 22:01

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Washington – Am Samstag haben in zahlreichen Städten landesweite Proteste gegen US-Präsident Donald Trump (79) begonnen. Unter dem Motto „No Kings“ („Keine Könige“) ziehen seit dem Vormittag (Ortszeit) Hunderttausende Menschen durch die Straßen. Im Laufe des Tages könnten es Millionen werden.

Bereits am Morgen versammelten sich in New York, Chicago, Atlanta und San Francisco erste Gruppen von Demonstranten. Straßen wurden gesperrt, Lautsprecherwagen aufgebaut, Plakate verteilt. Geplantes Erkennungszeichen: Gelb – jeder, der mitmacht, soll Gelb tragen.

„No Kings“-Proteste in den USA: BILD-Reporter bei Massendemo gegen Trump

Quelle: Herbert Bauernebel / BILD

Organisiert wird der Mega-Protest von der linken Bewegung „Indivisible“, die schon seit Jahren gegen Trump kämpft. Ihre Gründerin Leah Greenberg sagt: „Es gibt nichts Amerikanischeres, als sich gegen einen König aufzulehnen.“

Mit Plakaten und Spruchbändern gehen die Menschen hier in New York gegen US-Präsidenten Trump auf die Straße

Mit Plakaten und Spruchbändern gehen die Menschen hier in New York gegen US-Präsident Trump auf die Straße

Foto: IMAGO/Imagn Images

„Wir retten die Demokratie!“

Gerade in Linken-Kreisen und bei Unterstützern der Demokratischen Partei ist der Frust über Präsident Trump gewaltig. Immer mehr Bürger werfen ihm vor, das Land wie ein König zu regieren und nicht wie ein gewählter Volksvertreter.

Ein Demonstrant vergleicht auf seinem Plakat Trump mit Adolf Hitler

Ein Demonstrant vergleicht auf seinem Plakat Trump mit Adolf Hitler

Foto: Shannon Stapleton/REUTERS

Der Times Square ist bereits rappelvoll mit Demonstranten

Der Times Square ist bereits rappelvoll mit Demonstranten

Foto: Shannon Stapleton/REUTERS

Am Times Sqaure in New York skandierten schon zu Beginn Tausende: „Wir lieben unser Land, wir können Trump nicht ausstehen.“ Auch in Washington, Boston und Chicago zogen Demonstrationszüge durch die Innenstädte. In der Hauptstadt riefen Teilnehmer „So sieht Demokratie aus“ und „Donald Trump muss weg“.

Im Zentrum der Wut: Trumps Razzien gegen Einwanderer, die Entsendung der Nationalgarde in demokratisch regierte Städte und seine Ankündigung, Militär nach Chicago zu schicken.

Auch Trumps Umgang mit Medien sorgt für Empörung. Bürgerrechtler warnen zudem vor staatlicher Überwachung: Bei früheren Protesten seien Drohnen und Handyüberwachung eingesetzt worden. Die Gruppe „Property of the People“ veröffentlichte ein Dokument, das zeigen soll, dass Geheimdienstzentren die Bewegung „No Kings“ im Blick haben.

Aus der Luft zeigt sich: Viele der Demonstranten haben sich maskiert - nicht in Gelb, sondern mit rosa Sturmhauben

Aus der Luft zeigt sich: Viele der Demonstranten haben sich maskiert – nicht in Gelb, sondern mit rosa Sturmhauben

Foto: Shannon Stapleton/REUTERS

Auch die Nähe von Trump zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wird auf einem Plakat thematisiert

Auch die Nähe von Trump zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein wird auf einem Plakat thematisiert

Foto: AP

Die Organisatoren sprechen vom größten Protest in den USA seit Jahrzehnten. Schon beim ersten „No-Kings-Day“ im Juni waren rund fünf Millionen Menschen auf den Straßen. Dieses Mal könnte die Beteiligung noch höher ausfallen.

Unterstützt wird die Bewegung von bekannten Politikern und Demokraten wie Bernie Sanders (84), Alexandria Ocasio-Cortez (36) und Hillary Clinton (77). Ihre Botschaft: Trump gefährde Amerikas Demokratie – und deshalb müsse sich das Land jetzt wehren.

Maskierte Demonstranten vergleichen auf den Plakaten Trump mit dem Russen-Despoten Wladimir Putin (73)

Maskierte Demonstranten vergleichen auf den Plakaten Trump mit dem Russen-Despoten Wladimir Putin (73)

Foto: Shannon Stapleton/REUTERS

Republikaner toben – Trump spottet

Im Lager der Republikaner kochen deshalb schon im Vorfeld die Emotionen hoch. Der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson (53), schimpft: „Das ist keine Demo, das ist eine Hass-Parade gegen Amerika!“ Einige Trump-Anhänger behaupten sogar, die Protestierenden würden bezahlt – oder seien Anhänger der Antifa.

Doch die führenden Köpfe hinter der „No Kings“-Bewegung kontern: „Was sie wirklich fürchten, ist, dass Amerika erkennt: Die Mehrheit steht nicht hinter ihnen“, sagt Ezra Levin (39), Mitbegründer von „Indivisible“. Er mahnt: Die Märsche sollen friedlich bleiben – „denn Gewalt ist das, was Trump will“.

Trump selbst wehrte sich gegenüber dem TV-Sender „Fox“ und erklärte: „Sie nennen mich König? Ich bin kein König!“

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