Gülen: Jetzt tobt der Streit um den Millionen-Schatz des Predigers | Politik

21.10.2024 - Pazartesi 14:59

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Nach dem Tod des islamistischen Predigers Fethullah Gülen (†83) bahnt sich ein heftiger Streit an. Es geht um seine Nachfolge, um Macht und um sehr viel Geld.

Der Exil-Guru der Gülen-Bewegung (islamistische Sekte) war am Dienstagmorgen in einem Krankenhaus in Pennsylvania gestorben. Seit 1999 lebte Gülen im Exil in den Vereinigten Staaten – und machte dort mithilfe seiner Sekte ein Vermögen.

Gülens Erzfeind, Recep Tayyip Erdogan, soll Gülen bereits 10 Milliarden Euro entwendet haben. Kann er sich nach seinem Tod noch mehr holen?

Türkei-Präsident Recep Tayyip Erdoğan soll der Bewegung Gülens bereits zehn Milliarden Euro entwendet haben. Kann er sich nach seinem Tod noch mehr holen?

Foto: OZAN KOSE/AFP

Der Prediger war der größte Staatsfeind der türkischen Regierung. Als Strafe riss sich die Regierung von Recep Tayyip Erdoğan (70) bereits einen Teil seines Vermögens unter den Nagel. 2017 entwendete sie nach eigenen Angaben umgerechnet zehn Milliarden Euro vom Vermögen der Gülen-Bewegung, das Geld sei in einen Staatsfonds eingezahlt worden.

Offenbar gibt es noch viel mehr zu holen!

„Die finanziellen Ressourcen sind riesig. Allein in den USA fließen jährlich 200 bis 250 Millionen Dollar aus Charter-Schulen“, sagte die bekannte Ankara-Korrespondentin Hande Fırat von der türkischen Tageszeitung Hürriyet im Fernsehsender CNN Türk (Charter Schools: Schulen in privater Trägerschaft, die staatlich finanziert werden, Anmerkung der Red.). Zudem besitze die Bewegung auch zahlreiche Immobilien und Geschäfte.

Geld vom amerikanischen Steuerzahler

Gülen und seine Gefolgsleute bauten jahrelang ein locker miteinander verbundenes globales Netz von Wohltätigkeitsstiftungen, Berufsverbänden, Unternehmen und Schulen in mehr als 100 Ländern auf.

Beim Putschversuch am 15./16. Juli blockieren Soldaten die Bosporusbrücke in Istanbul

Beim Putschversuch am 15./16. Juli 2016 hatte es zeitweise Chaos auf den Straßen gegeben

Brisant: In den USA gibt es rund 150 Gülen-Bildungseinrichtungen (Charter-Schulen), die vom US-Steuerzahler finanziert werden. Ein Teil dieses Geldes soll über Gehälter für Lehrkräfte an die Gülen-Bewegung fließen. Und genau dieses Geld weckt nun Begehrlichkeiten:

„Es gibt schon länger einen Kampf“, erklärt Fırat – es geht um Macht und Einfluss innerhalb der Bewegung. Bereits lange vor dem Tod Gülens habe sich dies abgezeichnet. „Es wird sich zeigen, wohin dieser Kampf führen wird und ob die Organisation zerfällt.“

Intern tobte ein Streit um Geld

Erdoğan machte Gülen für den gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 verantwortlich, ließ seine Anhänger in der Türkei verfolgen und Tausende von ihnen verhaften. Die Gülen-Bewegung stufte Ankara als Terrororganisation (Fetö) ein.

Gülens Gesundheitszustand – er war vor seinem Tod schwer krank – hat sich laut Fırat aufgrund eines internen Streites zuletzt noch verschlechtert. Besonders „wegen des Kampfes um Geld zwischen dem europäischen und amerikanischen Team“ der Gülen-Bewegung.

Mögliche Nachfolger machen sich bereit

Aufgrund des Streites um die Frage, wer das Vermögen der Bewegung verwaltet und wer Gülen-Nachfolger wird, sei die Bewegung heute in mehrere Teile zerfallen. Laut türkischen Medienberichten bringen sich verschiedenen Gülen-Vertraute in Position, die laut der Expertin vor allem wegen des Geldes in die mächtige Position wollen.

 ▶︎ Ganz vorn dabei im Rennen ums Gülen-Erbe: Ebuseleme, der Sohn von Mesih Gülen, dem jüngeren Bruder von Gülen.

▶︎ Außerdem: Cevdet Türkyolu, der als einer der engsten Vertrauten Gülens gilt und auch als dessen „rechte Hand“ oder „Uzun Cevdet“ (zu Deutsch: Langer Cevdet) bezeichnet wird.

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