Hamburg: Rot-grüne Regierung will Regelblutung „enttabuisieren“ | Politik

27.04.2025 - Pazar 05:36

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In Hamburg regieren SPD und Grüne fünf weitere Jahre – und neben Plänen zu Verkehr, Wohnungsbau, Sicherheit und Wirtschaft hat sich die Koalition auch die „Enttabuisierung der Menstruation“ vorgenommen.

Auf Seite 123 heißt es unter der Überschrift „Gleichstellung von Frauen“, der Senat werde im Rahmen seiner Möglichkeiten einen Beitrag zur Enttabuisierung der Menstruation leisten.

▶︎ BILD fragte nach bei den Grünen. Deren Landesvorsitzende Maryam Blumenthal erklärt, das Thema betreffe die Hälfte der Gesellschaft, sei aber „häufig insbesondere bei jungen Frauen mit viel Scham behaftet“. Weil es aber gleichzeitig so viel am Wohlbefinden verändere, wolle man es „zu einem Thema machen, über das man ganz selbstverständlich spricht“.

Wie der Senat das bewerkstelligen will? Blumenthal nennt „verstärkte Information und Aufklärung an Schulen, Hygieneprodukte, die in öffentlichen Gebäuden wie Schulen zur Verfügung stehen“, als Beispiele.

Grünen-Chefin: Thema ist mit viel Scham behaftet

Die grüne Landeschefin legt Wert darauf, dass der Punkt von beiden Parteien – also auch der SPD – in den Koalitionsvertrag aufgenommen wurde.

▶︎ Blumenthal: „Wir knüpfen damit an einen Antrag der Regierungsfraktionen in der Bürgerschaft aus dem Jahr 2023 an, in dem wir ein Projekt an Schulen angestoßen haben. Dieses Projekt wurde inzwischen beendet und ausgewertet. Die Auswertung zeigt den großen Erfolg. Darum wollen wir da auch weiter dran anknüpfen.“

Die SPD hat auf eine entsprechende Anfrage von BILD nicht geantwortet.

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (59, SPD) und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (48, Grüne)

Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (59, SPD) und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (48, Grüne)

Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Kritik an dem Punkt kommt aber von der CDU, mit der die SPD ebenfalls sondiert hatte. Die gesundheitspolitische Sprecherin Christin Christ (35): „Der Senat sollte sich vielmehr um die dringenden gesundheitspolitischen Themen der Stadt kümmern. Dazu zählt für mich eine niedrigschwellige ärztliche Versorgung in allen Stadtteilen.“

Weiblicher Körper bei Gesundheitsvorsorge

► Rot-Grün an der Elbe will sich laut Koalitionsvertrag auch um den „Gender Health Gap“ kümmern. „In der Erforschung, Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten war in der Vergangenheit überwiegend der männliche Körper der Maßstab, obwohl sich Krankheiten bei Männern und Frauen häufig unterschiedlich äußern“, heißt es im Koalitionsvertrag.

Hamburg wird nach dem Willen von Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) und seiner Grünen-Partnerin Katharina Fegebank als zweites Bundesland überhaupt auch ein „Landes-Antidiskriminierungsgesetz“ bekommen.

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