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Haseloff entlässt Feußner: Kabinetts-Knall in Magdeburg | Politik
29.06.2025 - Pazar 22:04
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Magdeburg – Er hat es wieder getan – und ein Kabinettsmitglied mit CDU-Parteibuch gefeuert.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (71, CDU) hat am Sonntag Bildungsministerin Eva Feußner (62, CDU) entlassen. Es ist nicht das erste Mal. In jeder Legislaturperiode trennte sich Haseloff von einem CDU-Minister. Dieses Mal traf es die Bildungschefin.
CDU fürchtet Stimmenverlust
Im September 2026 wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Schon jetzt wächst in der CDU die Sorge, die Bildungspolitik könnte die Partei Stimmen kosten. Feußner war zuletzt immer wieder in der Kritik: gestrichene Skikurse, unbezahlte Überstunden, drohende Schulschließungen im ländlichen Raum, höhere Mindestschülerzahlen und gestrichene Förderstunden. Mehr als 100 Schulleiter hatten Anfang Juni einen Protestbrief unterschrieben.
CDU-Bildungsexperte Carsten Borchert (63) warf der Ministerin zu viele Alleingänge vor
„Zu viele Alleingänge“, sagte auch CDU-Bildungsexperte Carsten Borchert (63) zu BILD. Das Vertrauensverhältnis zur Ministerin sei „dünn geworden“. Selbst aus der eigenen Fraktion wurde sie als beratungsresistent beschrieben.
Haseloff zieht die Reißleine
Jetzt muss Eva Feußner gehen. Offiziell dankte Haseloff ihr in einer von der Staatskanzlei am Sonntagabend verschickten Mitteilung zwar für ihre „langjährige Amtsführung“. Doch hinter den Kulissen war längst klar: Seine Geduld war aufgebraucht.
Feußner verteidigte sich, sprach von einer „Hetzkampagne“ und beteuerte, sie habe sich nichts vorzuwerfen. Geholfen hat es ihr nicht.
Neuer Mann in schwieriger Lage
Nachfolger wird Jan Riedel (43). Der gebürtige Sachse, Vater von fünf Kindern, ist Lehrer für Deutsch und Geschichte, leitet seit 2016 das Lyonel-Feininger-Gymnasium in Halle. Er ist zudem Vorsitzender des halleschen Stadtrates – und muss nun ein schwer angeschlagenes Ministerium übernehmen.
Schulleiter Jan Riedel (43, CDU) wird am Dienstag zum neuen Bildungsminister ernannt
Am Mittwoch, 2. Juli, 13.30 Uhr, wird Haseloff ihn gemeinsam mit CDU-Landeschef Sven Schulze (45) in der Staatskanzlei vorstellen. Die Botschaft ist klar: Die CDU will nicht, dass Bildung zum Wahlverlierer-Thema wird.
Aus der Opposition gab es für den Rauswurf sofort Beifall. Susan Sziborra-Seidlitz (47, Grüne): „Gut, dass die Zeit der selbstgerecht durchgedrückten Bildungspolitik vorbei ist.“
Bisher hat Haseloff in jeder Legislaturperiode einen CDU-Minister entlassen: 2013 musste Wissenschaftsministerin Birgitta Wolff (60) gehen – wegen Kritik an Hochschulkürzungen. 2020 folgte Innenminister Holger Stahlknecht (60), nachdem er im Streit um die Erhöhung des Rundfunkbeitrags in einem Interview eine CDU-Minderheitsregierung ins Spiel gebracht hatte.
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