Hertha BSC: „Unehrlich“! Bobic rechnet mit Hertha und Berliner Weg ab | Sport

10.07.2025 - Perşembe 16:43

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Diese Worte rücken vieles in ein neues Licht.

Ex-Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic (53) stellte sich im YouTube-Format „Realtalk“ von Moderator Manu Thiele Fragen zu seinen bisherigen Klub-Stationen. Beim Thema Hertha BSC, das den zweifachen „Bundesliga-Manager des Jahres“ mit großen Hoffnungen verpflichtete, wird er sehr deutlich.

Bobic über Herthas Zustand, als er im Juni 2021 aus Frankfurt herausgekauft wurde: „Es war nie das Gefühl da, dass gar kein Geld mehr da ist. Es wurde auch schnell klar, dass ich viele aus dem Team (gemeint sind keine Spieler, sondern u.a. Analysten aus Frankfurt – d. Red.) mitnehmen soll ... Das wurde auch gefordert ... Das habe ich vorher nie gemacht. Ich habe auf Urlaub verzichtet, fast noch nach dem letzten Spieltag in Frankfurt angefangen. Und irgendwann merkst du, irgendwas stimmt hier nicht ... Hier musste ich sofort mehr Geld machen, als ich ausgeben durfte.“

Ex-Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic (r./damals 34) und Salomon Kalou (l./damals 33) waren Herthas Traumpaar im Sturm

Ex-Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic (53) streitet seit zweieinhalb Jahren vor dem Landgericht Berlin mit Hertha um 4 Mio., die er vom Klub als Abfindung fordert

Foto: David Langenbein/dpa

...über Probleme alter Mitarbeiter mit neuen Mitarbeitern, die er mitbrachte: „Vielleicht gab es mal atmosphärische Störungen. Die alte Gruppe guckt sich das erst mal alles an und sagt so: Der Bobic da oben, der macht das alles schon alleine. Aber da war nirgends Einigkeit in den Abteilungen, wenn man ehrlich ist. Ich habe irgendwann Hertha BSC mit der Stadt und dem Senat verglichen: in sich total zerstritten, null ehrlich miteinander, die leben vor sich hin. Das ist der Berliner Mief. So habe ich das gefühlt.“

...über die damaligen Hertha-Profis: „Ich habe die Mannschaft komplett falsch eingeschätzt. Diese Mannschaft war weit weg von einer Mannschaft ... Da waren faule Äpfel dabei.“

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Quelle: DAZN, BILD

Bobic auf die Frage, ob es eine Fehlentscheidung war, Trainer Pal Dardai (49) zu entlassen: „Nö, hätte ich immer wieder so gemacht. Weil sonst hätte ihn wahrscheinlich die Mannschaft rausgeworfen. Viele wissen nicht, was für Stimmungen in der Kabine sind. Eigentlich haben wir ihn nur gerettet, dass er rauskommt, ohne eine Beule. Ich habe persönlich gar nichts gegen Pal, aber ich halte ihn nicht für einen guten Trainer auf Dauer. Er kann eine Sache gut, aber das kann er nur bei Hertha. Zeig's mir doch mal woanders, dann sage ich: ‘Respekt'.“

Bobic zum Dardai-Rauswurf: „Eigentlich haben wir ihn nur gerettet, dass er da rauskommt ohne Beule.“

...über Kritik an seiner Person nach der Entlassung von Dardai und Zecke: „Herthas Fans leben immer noch in der Vergangenheit. ‘Das ist doch unser Pal und unser Zecke. Die müssen für immer hier arbeiten.‘ Aber es geht mir um Qualität und Qualifikation, nicht darum, ob sie vorher in einem Verein gespielt haben.“

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Quelle: DAZN

...über den Führungssturz bei Hertha: „Carsten Schmidt (damals der CEO – d. Red.) hat gefühlt nach drei bis vier Monaten aufgegeben. Auch Präsident Gegenbauer ist gegangen. Und plötzlich war ich alleine da! Glaubst du, ich wollte dass Schmidt geht? Mit Sicherheit nicht! Oder Gegenbauer? Um plötzlich im deutschen Fußball eine Revolution zu erleben und dann über irgendwelche Fan-Jacken zu sprechen.“ Die blau-weiße Trainingsjacke war das Markenzeichen von Kay Bernstein, der im Sommer 2022 als erster Ultra zum Präsidenten gewählt wurde und im Januar 2024 verstarb.

„Du kannst keine Ansprüche raushauen, wenn du noch nichts geleistet hast.“

Bobic weiter: „Da hatte ich keinen Bock drauf! Weil das nicht die Realität ist. Und über den Berliner Weg zu sprechen, den ich bis heute nicht verstehe. Den verstehen viele nicht. Vorher war es Big-City-Club, dann Berliner Weg. Das passt beides nicht. Du kannst keine Claims (Ansprüche - d. Red.) raushauen, wenn du noch nichts geleistet hast.“

...darüber, was kurz nach seiner Entlassung passierte: „Wenn mir der Trainer sagt: ‘Fredi, du bist weg und drei Wochen später ist der Präsident bei mir in der Kabine‘ – dann weiß ich Bescheid und sage: Das ist der Untergang!“

Gemeint ist, dass der damalige Trainer Sandro Schwarz nach dem Bobic-Aus durch die neuen Bosse in der Kabine kontrolliert wurde und somit dessen Autorität untergraben wurde. Kurz danach schmiss Schwarz hin und Hertha stieg im Mai 2023 in die 2. Liga ab, in der der Klub immer noch spielt.

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