Idee für Innenstädte: Macht diese Technik die Wärmepumpe überflüssig? | Politik

30.07.2024 - Salı 03:21

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Mit Wärme aus der Tiefe hoch hinaus!

Deutschland muss bis 2045 klimaneutral werden, so steht es im Klimaschutzgesetz. Vor allem bei Industrie und Verkehr knirscht es bei den Vorgaben.

Doch auch Eigenheimbesitzer und Mieter sind betroffen. Vor allem in innerstädtischen Quartieren scheidet beim Wechsel von Gas und Öl häufig eine Wärmepumpe aus, denn der Platz auf Balkon ist begrenzt.

Deshalb werden Metropolen jetzt erfinderisch, um Hochhäuser und Geschoss-Wohnungen mit CO₂-freier Wärme zu versorgen.

Kommt die Lösung aus der Tiefe?

In vielen Städten laufen spannende Projekte, ganze Viertel mit Wärme aus der Tiefe zu versorgen. Bei Geothermie-Bohrungen fördern Spezialisten vom Erdkern aufgeheiztes Wasser aus tausenden Metern an die Oberfläche und speisen es ins Wärmenetz ein. Diese aufwendige Technik ist in Deutschland nur in drei Regionen möglich: dem oberen Drittel (Norddeutsches Becken), im kleineren Molassebecken im Süd-Osten und im Oberrheintalgraben.

Dort befinden sich weit unter dem Süßwasser-Grundwasser jene Schichten, aus denen salzhaltiges Thermalwasser gewonnen werden kann.

► In Hamburg sind Tests mitten in der Stadt abgeschlossen. Auf der Elbinsel Wilhelmsburg haben die Hamburger Energiewerke (HEnW) in einer 130 Meter starken und 45 Millionen Jahre alten Sandstein-Schicht Voraussetzungen gefunden, um 48 Grad warmes Wasser zu fördern. Eigentlich wollten die Fachleute tiefer als die jetzigen 1300 Meter und heißeres Wasser bekommen – leider nicht möglich! Doch es reicht, um in Wilhelmsburg entstehende Neubau-Quartiere mit Wärme zu versorgen - 6000 Haushalte ab 2025.

So läuft die Geothermie in Hamburg

Hamburgs Klima-Senator Jens Kerstan (58, Grüne) zu BILD: „Neben Wind und Sonne ist Geothermie die dritte Säule der erneuerbaren Energien. Im norddeutschen Raum ist Geothermie noch wenig erforscht, deshalb leistet unser Projekt auch einen wertvollen Beitrag für die weitere geothermische Wärmenutzung.“

Geschäftsführer Michael Prinz arbeitet daran, Hamburg mit einem Mix aus Wärmespeichern, Fluss-Kraftwerken, Solar und der Abwärme aus der Industrie bis 2030 Kohle-frei, dann klimaneutral zu machen.

Wie funktioniert die Technik genau?

140 Kubikmeter strömen pro Stunde an die Oberfläche. Dann entzieht ein Wärmetauscher dem Thermalwasser die Hitze und speist sie in einen zweiten Kreislauf ein. Zentral am Geothermie-Standort heizen Wärmepumpen je nach Jahreszeit auf 75 bis 85 Grad auf. Der Strom für Tauscher und Pumpen soll perspektivisch aus Solar und Windkraft kommen.

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