Innenbandriss im Knie: Preußen wochenlang ohne Amenyido! | Sport

23.09.2024 - Pazartesi 18:50

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Die Freude über das verdiente 3:0 in Regensburg währte nicht allzu lange. Weil Münster den ersten Zweitliga-Sieg seit über 33 (!) Jahren am Ende teuer bezahlen musste...

Innenbandriss im Knie. Preußen wochenlang ohne Amenyido!

Hört das Pech denn nie mehr auf? Die Saison ist gerade erst sechs Spieltage jung, da haben Cheftrainer Sascha Hildmann (52) und sein Team mit Stürmer Etiènne Amenyido (26) schon den sechsten langfristigen Ausfall zu beklagen. Bei seinem dritten Startelf-Einsatz erwischte es den Neuzugang vom FC St. Pauli bereits in der 14. Spielminute. Ein Zweikampf im Mittelfeld mit Regensburgs Oscar Schönwälder (23/er schied später selbst vorzeitig mit Verdacht auf Kreuzbandriss aus), der eigentlich harmlos aussah.

Doch der Stürmer blieb plötzlich am Boden liegen, musste mehrere Minuten behandelt werden. Keine Chance für ihn, die Partie fortzusetzen. Mit dick bandagierten rechten Knie humpelte er schließlich, gestützt auf die Physio Kira Loose (26) und Lea Körholz (24), in die Kabine.

Bei diesem Zweikampf mir Regensburgs Oscar Schönwälder (r.) zog sich Etienne Amenyido (l.) den Innenbandriss im rechten Knie zu

Bei diesem Zweikampf mir Regensburgs Oscar Schönwälder (r.) zog sich Etienne Amenyido (l.) den Innenbandriss im rechten Knie zu

Foto: Marcel Engelbrecht/firo Sportphoto

Nach der rund achtstündigen Rückfahrt im Mannschaftsbus und einer MRT-Untersuchung am frühen Montagmorgen bei Teamarzt Dr. Cornelius Müller-Rensmann (61) dann die bittere Gewissheit: Innenbandriss, mindestens acht Wochen Zwangspause.

Der nächste herbe Schlag für den Aufsteiger, der ohnehin schon auf Mittelfeld-Routinier Sebastian „Beppo“ Mrowca (30/Riss der Achillessehne), Torjäger Malik „Batman“ Batmaz (24/Kreuzbandriss), Defensiv-„Abräumer“ Luca Bazzoli (23/Außenbandanriss) sowie die beiden Torhüter Morten Behrens (27/Sehnenriss im Finger) und Marian Kirsch (20/Fingerbruch) verzichten muss.

„Eine schwierige Situation, die wir so annehmen werden,“ sagt Sport-Geschäftsführer Ole Kittner (36), „was anderes bleibt uns ja ohnehin nicht übrig.“ Dabei schließt er aus, dass die „Adlerträger“ noch mal mit einem aktuell vertragslosen Spieler nachrüsten werden. Kittner: „Unser Vorteil ist, einige Jungs im Kader zu haben, die – gerade auch in der Offensive – flexibel einsetzbar sind.“ Wie etwa Joshua Mees (28), der sowohl über die Flügel als auch hinter den Spitzen agieren kann. Oder auch András Németh (21).

Haarscharfe EntscheidungMünster millimetert sich zum Sieg

Quelle: Bild

Eine „unfreiwillige Auszeit“ kommt zwar nie gelegen, aber für Amenyido im aktuellen Fall ganz besonders zur Unzeit. Nicht nur, weil er sich bei Preußen inzwischen akklimatisiert hat. Zudem muss er seine anstehenden Länderspiele für Togo in der Afrika-Cup-Qualifikation (Gruppe B) gegen Algerien (10. und 15.10.) sowie einen Monat später in Liberia (11.11.) absagen.

Dabei war der gebürtige Herforder gerade erst – nach dreijähriger Wartezeit – wieder für die Nationalmannschaft nominiert worden. Hatte Anfang September sein Comeback gegen Liberia (6.9./1:1) und Äquatorialguinea (9.9./2:2) gefeiert. Mit insgesamt 85 Einsatzminuten und guten Kritiken. Kittner achselzuckend: „Natürlich ist Etiènne im Moment frustriert. Aber er weiß auch, dass dieser Bänderriss in einem überschaubaren Zeitraum verheilt. Eine klare strukturelle Verletzung, wie sie im Fußball leider immer wieder mal passieren kann.“

Da müssen er und seine Preußen jetzt durch...

Mit Charalambos „Babis“ Makridis (28), dem Torschützen zum zwischenzeitlichen 2:0 gegen den SSV Jahn, sowie Joel „Johnny“ Grodowski (26) – er hatte ebenfalls zur Führung getroffen – reisten zwei weitere Preußen aus Regensburg angeschlagen heim nach Münster.

Makridis zwickt der Oberschenkel, er hat sich offenbar eine leichte Muskelzerrung eingefangen. Kittner jedenfalls ist zuversichtlich, dass er am Samstagabend im Top-Spiel gegen die Krisen-Schalker (20.30 Uhr/live bei Sport1) dennoch mitmischen kann: „Es kommt einfach darauf an, wie schnell und gut der Schmerz in den Griff zu kriegen ist.“

Charalambos „Babis“ Makridis (M.) markiert das 2:0 für Preußen in Regensburg. Später zog er sich eine leichte Zerrung im Oberschenkel zu

Charalambos „Babis“ Makridis (M.) markiert das 2:0 für Preußen in Regensburg. Später zog er sich eine leichte Zerrung im Oberschenkel zu

Foto: Marcel Engelbrecht/firo Sportphoto

Gleiches gilt für Grodowski, der mit einem dicken, blauen Fuß aus dem „Kellerkampf“ kam. Eine fette Prellung, nachdem ihm sein Gegenspieler voll auf den rechten Pöhler gelatscht war. „Johnny“ zu BILD: „Gut, dass am Dienstag trainingsfrei ist. So kann ich den Fuß schonen, viel hochlegen und regelmäßig kühlen.“ Um voller Überzeugung hinzuzufügen: „Keine Sorge, gegen Schalke bin ich auf jeden Fall dabei.“

Trikottausch der besonderen Art: Jahn-Kapitän Andreas Geipl (l.) bedankt sich bei Münsters Marc Lorenz (r.) mit einem Diawusie-Shirt

Trikottausch der besonderen Art: Jahn-Kapitän Andreas Geipl (l.) bedankt sich bei Münsters Marc Lorenz (r.) mit einem Diawusie-Shirt

Foto: Imago

● Kapitän Marc Lorenz (36) musste im „Duell der Liga-Neulinge“ aus taktischen Gründen zwar auf der Ersatzbank schmoren, wurde aber dennoch in Regensburg mit viel Beifall empfangen. Zur Erinnerung: Unmittelbar nach dem Abpfiff des Aufstiegsspiels gegen Unterhaching (2:0) – im Moment des großen Erfolges – schickte er im Juni in einem TV-Interview mit Magenta Sport die besten Wünsche an den Jahn und seine Fans für die bevorstehende Relegation. Die hatten nur wenige Monate zuvor ihren Spieler Agyemang Diawusie (25) durch Herzversagen verloren. Auf einem großen Spruchband im Zuschauerblock jetzt ihr Dank: Auch im Erfolg an andere gedacht. Respekt Marc Lorenz!

Zudem überreichte ihm SSV-Kapitän Andreas Geipl (32/„Marcs guten Wünsche haben uns damals zusätzlich motiviert“) bereits vor dem Anpfiff im Kabinengang ein Jahn-Trikot mit dem Schriftzug Diawusie und der Nummer 24. Tolle Geste für eine faire Geste...

Der Sportclub Preußen Münster teilte dieses Foto auf seiner Instagram-Seite und rief zur Unterstützung auf

Der Sportclub Preußen Münster teilte dieses Foto auf seiner Instagram-Seite und rief zur Unterstützung auf

Foto: Privat

● Auch die mitgereisten Preußen-Anhänger übermittelten in großen Lettern eine traurige Botschaft. „R.I.P. kleiner Noah. Stark bleiben Nico“ war dort zu lesen. Damit wiesen sie auf den plötzlichen Kindstod im Kreis der schwarz-weiß-grünen Anhängerschaft sowie eine auf „Gofundme“ initiierte Sammelaktion hin, um die trauernden Eltern bei den Kosten für die Beisetzung des sechs Monate alten Babys zu unterstützen.

Das Ziel liegt bei mindestens 10.000 Euro. Zu den ersten Spendern gehören auch die Profis Rico Preißinger (27), Johannes Schenk (21) und Ex-Preuße Nicolai Remberg (23), der sogar in Kiel davon erfuhr. Und sich sofort beteiligte...

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