Israel: Heilt der neue deutsche Außenminister den Baerbock-Schock? | Politik

12.05.2025 - Pazartesi 09:09

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Die Amtsübergabe von Ex-Außenministerin Annalena Baerbock (44, Grüne) an Außenminister Johann Wadephul verlief reibungslos – doch in Israel hat sie ihm eine schwere Hypothek hinterlassen.

Hintergrund: Die letzte Begegnung zwischen Baerbock und Israel-Premier Benjamin Netanjahu (75) vor rund einem Jahr endete in einem Riesen-Eklat. Nach dem Treffen war bekannt geworden, dass es einen heftigen Wortwechsel zwischen den beiden gegeben hatte.

▶︎ Auch, weil Baerbock sich immer härter gegenüber Israel geäußert hatte, war die Situation eskaliert. Das sorgte für Wirbel.

Wadephul hat sich nun erst einmal allein mit Netanjahu in Jerusalem getroffen – ohne Dolmetscher, und ohne die sonst in diplomatischen Kreisen üblichen Note-Taker, die das Gespräch dokumentieren. 15 Minuten tauschten sich die beiden Politiker vertraulich aus. Direkt im Anschluss telefonierte Wadephul mit Bundeskanzler Friedrich Merz (69, CDU).

Wadephul für neue Hilfslieferungen

Als er mit seinem Amtskollegen Gideon Saar (58) vor die Kameras trat, präsentierte Wadephul dann eine neue Lesart der deutschen Staatsräson: Das Bekenntnis müsse man „neu interpretieren“.

Ex-Außenministerin Annalena Baerbock (44) hatte in Israel für Wirbel gesorgt

Ex-Außenministerin Annalena Baerbock (44) hatte in Israel für Wirbel gesorgt

Foto: Christoph Soeder/dpa

Was der Minister meint: „Kritische Diskussionen über die Politik der eigenen Regierung und befreundeter Nationen“ gehörten selbstverständlich dazu, dürften aber „nie für Antisemitismus missbraucht werden“.

Klare Worte fand er für die geplante Ausweitung der Gaza-Offensive („Bin nicht sicher, ob so alle strategischen Ziele erreicht werden können“). Und er rief dazu auf, wieder in ernsthafte Verhandlungen über einen Waffenstillstand einzusteigen. Außerdem forderte Wadephul, dass angesichts der katastrophalen humanitären Lage im Gazastreifen die Hilfslieferungen schnell wieder aufgenommen werden, denn „die große menschliche Not verschärft sich jeden Tag“.

Schon vor einem Jahr trafen sich Friedrich Merz (69, CDU), damals noch Oppositionsführer, und Netanjahu

Schon vor einem Jahr trafen sich Friedrich Merz (69, CDU), damals noch Oppositionsführer, und Netanjahu

Foto: picture alliance/dpa/GPO

Er glaube nicht, dass „sich dieser Konflikt dauerhaft militärisch lösen lassen wird“. Doch es stehe fest: „Die Hamas muss entmachtet werden“, da werde Deutschland auch weiterhin „ganz klar an der Seite Israels“ stehen. Sein Amtskollege Saar hatte gelobt, man sehe Merz und Wadephul als „Freunde Israels“.

Weitere militärische Zusammenarbeit

Auch auf militärischem Gebiet kündigte Wadephul weitere Zusammenarbeit an. Er hatte sich, ohne die mitgereisten Journalisten und ohne die Delegation, Israels Raketenabwehrsystem Arrow 3 angeschaut, das Deutschland gekauft hat.

Mit Aktentasche

Mit Aktentasche am Flughafen: der neue Außenminister Johann Wadephul

Foto: Michael Kappeler/dpa

▶︎ Wadephul zu BILD: „Als ausgebildeter Flugabwehroffizier ist mir völlig klar, was für eine immense, ja existenzielle Bedeutung Luftverteidigungssysteme haben. Auch für uns in Deutschland. Genau deswegen haben wir Arrow 3 auch erworben.“

Der Außenminister macht klar: „Luftverteidigung ist (…) ein Feld der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit unserer beiden Länder.“ Die historische Dimension mache ihn „demütig“, betonte Wadephul: „Israel, das Land, in dem Opfer des Holocaust Zuflucht fanden, trägt zur Sicherheit Deutschlands bei.“

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