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Jedes fünfte Unternehmen produziert nicht mehr in Deutschland | Politik
27.11.2025 - Perşembe 11:03
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München/Berlin – Deutschland verliert seine Industrie – und das im Rekordtempo! Die neue Ausgabe des sogenannten Supply Chain Pulse Check (Lieferkettenanalyse) von Deloitte und dem Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) schlägt Alarm: Nahezu jedes fünfte Unternehmen produziert nicht mehr in Deutschland (19 %). Vor zwei Jahren waren es noch deutlich weniger. Jetzt beschleunigt die Zollpolitik den Exodus.
Und es bleibt nicht bei der Produktion. Auch andere Kernbereiche verabschieden sich aus der Bundesrepublik:
► 17 % verlagern ihre Entwicklung (2023: 12 %)
► 13 % ihre Forschung (2023: 10 %)
► 18 % die Endmontage (2023: 11 %)
Ein Trend, der sich dramatisch zuspitzen wird: 43 Prozent der Firmen planen in den nächsten zwei bis drei Jahren, ihre Produktion zu verlagern – vor zwei Jahren waren es nur 33 Prozent. Bei Entwicklung (30 %), Forschung (35 %) sowie Einkauf, Vertrieb und Marketing zieht es immer mehr Unternehmen ins Ausland.
Wohin wandern die Firmen ab? DAS sind die Top-Ziele:
► Andere europäische Länder: 30 %
► USA: 26 %
► Asien (ohne China): 19 %
► China: 16 %
► Indien: 14 %
Doch der Schritt ist riskant, warnt Deloitte-Experte Dr. Jürgen Sandau: „Kurzfristig können die Unternehmen anderswo zwar kostengünstiger produzieren, aber dadurch werden sie nicht unbedingt resilienter.“ Und weiter: „Wenn sich der neue Standort nicht als sicherer Hafen erweist, macht ein Lieferstillstand sehr schnell alle Einsparungseffekte zunichte.“
Rückverlagerungen? Nur bei 9 % (aus China) und 7 % (aus den USA). Ein Tropfen auf den heißen Stein. Gleichzeitig steigen die Kosten im Inland rasant: 66 % kämpfen mit höheren Beschaffungskosten, 52 % mit steigenden Verwaltungsausgaben und 53 % mit sinkenden Margen. Die Sicherung globaler Lieferketten wird immer aufwendiger. Bei 39 % der Firmen sind die Ausgaben dafür stark oder sehr stark gestiegen.
KI könnte helfen – doch kaum jemand nutzt sie
Zwar sehen viele Unternehmen enormes Potenzial in künstlicher Intelligenz: 54 % glauben, dass KI die Lieferkette stark optimieren kann, 58 % erwarten eine deutliche Effizienzsteigerung, 65 % sehen Vorteile im Bestandsmanagement und 46 % bei der Entscheidungsfindung.
► Doch die Realität sieht anders aus: Nur 41 % setzen moderne Technologien zur Früherkennung von Lieferrisiken ein – und gerade einmal 34 % nutzen KI zur Planung ihrer Supply Chain.
Deloitte-Experte Sandau mahnt: „Umfassend digitalisierte und diversifizierte Lieferketten können helfen, Produktionsstopps und Lieferengpässe zu vermeiden. Für die Resilienz der Unternehmen ist das eine wesentliche Voraussetzung.“
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