Katherina Reiche: Luftangriff in der Nacht! Ministerin muss in Bunker | Politik

27.10.2025 - Pazartesi 22:49

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Kiew – Um 3.51 Uhr reißt Luft-Alarm die Bewohner Kiews aus dem Schlaf – und die Besucher der ukrainischen Hauptstadt! Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (52, CDU) ist mit einer Wirtschaftsdelegation (und einem BILD-Reporter) vor Ort, muss sich schnell in Sicherheit bringen. „Shelter“ („Bunker!“) heißt es in der Warn-App unmissverständlich.

Lokale Reporter berichten, es hätte sich um den schwersten Angriff auf Kiew gehandelt, der sich seit Kriegsbeginn während des Aufenthaltes einer deutschen Delegation zugetragen hat. Die Hauptstadt und mehrere Regionen waren erneut Ziel von russischen Raketen und Drohnen. Mindestens drei Menschen starben, mehr als ein Dutzend wurden verletzt.

Tagsüber wirkt der Krieg in der ukrainischen Hauptstadt oft surreal: So lebensfroh und offen scheint das Leben auf den Straßen – bis nachts der sinnlose Terror zurückkommt.

Auch am Freitagabend, um 22.07 Uhr, schlägt die ukrainische Warn-App „Air Alert“ das erste Mal Alarm. „There is Air Alert in Kyiv“ (dt. „Es gibt Luftalarm in Kiew“) heißt es auf dem Display. Danach bleibt es zunächst ruhig. Doch dann ein weiterer Angriff tief in der Nacht – diesmal handelt sich es um ballistische Raketen!

Die Warn-App gilt in Kiew als sehr verlässlich: Drohnen und Raketen werden aufgespürt und die Bevölkerung gewarnt

Die Warn-App gilt in Kiew als sehr verlässlich: Drohnen und Raketen werden aufgespürt und die Bevölkerung wird gewarnt

Foto: Felix Rupprecht<!-->

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Jeder muss sofort in den verbunkerten Keller des Gebäudes, in dem er sich aufhält! Nachts gilt eine strikte Ausgangssperre in Kiew. Je nachdem, wo die Rakete oder die Drohne in den Luftraum der Ukraine eingedrungen ist, bleiben zwischen zwei und fünf Minuten Zeit, um in den Bunker zu gelangen – bevor tatsächlich Gefahr für Leib und Leben droht!

Kurze Nacht für Ministerin Reiche

Ministerin Reiche und die Delegation erreichen einen Bunker in der Innenstadt schnell und ohne Probleme. Es besteht keine unmittelbare Gefahr. Die Ministerin – in dunkler Winterjacke und dickem cremefarbenen Schal – wärmt sich die Hände an einem heißen Getränk.

Der Bunker eines komfortablen Hotels im Stadtzentrum von Kiew bietet den Schutzsuchenden Betten und beheizte Räume – viele Ukrainer sind in Bunkern nassen Böden und Kälte ausgesetzt

Der Bunker eines komfortablen Hotels im Stadtzentrum von Kiew bietet den Schutzsuchenden Betten und beheizte Räume – viele Ukrainer sind in Bunkern nassen Böden und Kälte ausgesetzt

Foto: Felix Rupprecht<!-->

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Dann um kurz vor 5 Uhr wird Entwarnung für die Innenstadt gegeben – die Ministerin darf den Bunker wieder verlassen. Doch russische Raketen schlagen in anderen Bezirken der Stadt ein. Am Morgen berichtet der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko (54) von Explosionen in den Bezirken Dniprovsky, Desnyansky und Darnytsky. Auch in der Innenstadt waren sie zu hören!

Reiche legt Blumen für Tote von Putins Terror nieder

▶︎Reiche zu BILD: „Für uns war das ein einmaliges, bedrückendes Ereignis“. Doch für die Ukrainer sei es bitterer Alltag. Sie sei beeindruckt von der Widerstandsfähigkeit der Ukrainer „und dem Willen, sich nicht unterkriegen zu lassen“, so die Ministerin.

Nach der unruhigen Nacht besuchte Reiche eine Gedenkstätte für gefallene Ukraine-Soldaten, legt Blumen vor dem Tor des Michaelsklosters in Kiew nieder – an der „Wand der Erinnerung an diejenigen, die für die Ukraine gestorben sind“, wie es heißt. Hinterbliebene trauern dort seit mehr als 11 Jahren um die von Russland Getöteten.

Ministerin Reiche an der „Memory wall of fallen defenders of Ukraine“

Ministerin Reiche an der „Memory wall of fallen defenders of Ukraine“

Foto: Felix Rupprecht<!-->

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Seit fast vier Jahren überzieht Russlands Diktator Wladimir Putin (73) die Ukraine mit einem grausamen Krieg. Schon 2014 begann das Regime, ukrainische Gebiete gewaltsam zu annektieren. Tausende ukrainische Soldaten und Zivilisten wurden bei den Kampfhandlungen bislang getötet.

Reiche ist in der Stadt, um Deutschlands fortlaufende wirtschaftliche Unterstützung zuzusichern, insbesondere beim Wiederaufbau der zerstörten Energieinfrastruktur. „Wir konnten (...) 1,3 Millionen Ukrainern Zugang zu Energie und Wärme verschaffen“, sagte Reiche bei ihrer Ankunft. „Das müssen wir aber in diesem Winter verstärken.“ Auch im Rüstungsbereich strebt Reiche eine engere Kooperation an.

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