Kaum Beamte für Bürokratie: Expertin beklagt unlautere Methoden | Politik

08.02.2025 - Cumartesi 17:43

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Was machen Staatsbürokraten, wenn sie in ihrer Bürokratie ertrinken? Sie klauen Personal – etwa bei Steuer- und Wirtschaftsprüfer-Büros!

Renate Vieler (67), Chefin der sächsischen Wirtschaftsprüfer, beklagt gegenüber BILD unlautere Methoden seitens der Staatsbürokratie – besonders in den Finanzverwaltungen. Weil trotz vereinzelter Digitalisierung Personal abgebaut werde, habe „die öffentliche Hand Probleme, Nachwuchs zu bekommen“. Folge laut Renate Vieler: „Tendenzen zu unlauterem Wettbewerb“.

Ihre Kollegen meldeten immer wieder Fälle: „Bei den Steuerberatern ruft dann und wann eine Finanzverwaltung an und spricht einzelne Mitarbeiter konkret an, ob die Lust haben, in der Finanzverwaltung zu arbeiten.“

Oberste Wirtschaftsprüferin Sachsen: Renate Vieler wirft den Finanzämtern mitunter „unlauteren Wettbewerb“ ums Personal vor

Oberste Wirtschaftsprüferin Sachsens: Renate Vieler wirft den Finanzämtern mitunter „unlauteren Wettbewerb“ ums Personal vor

Foto: Michael Engelberg

Vieler verweist darauf, dass der Staat seine Verwaltungen immer weiter aufbläht: „Im Jahr 2009 haben 4,9 Millionen Menschen in der öffentlichen Verwaltung gearbeitet für Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherungsträger. Ende 2023 waren es bereits 5,3 Millionen. Vielen Bürgern ist das vielleicht auch gar nicht so bewusst, dass das ihr Geld ist, was da in den Amtsstuben verbraten wird.“

Sie halte mindestens 20 Prozent des deutschen Steuerrechts für verzichtbar, so die Wirtschaftsprüferin aus Chemnitz: „Man könnte das Steuerrecht vereinfachen, man könnte großzügigere Regelungen einräumen. Man sollte mehr Vertrauen dem Bürger gegenüber erbringen. Es ist nicht so, dass jeder Bürger nun ein potenzieller Steuerhinterzieher ist.“

Weil beide Seiten kein Personal mehr finden und in den Amtsstuben Land unter herrscht, haben in Sachsen die Finanzämter den Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern eine Art Waffenstillstand angeboten! Grund: zu viele Regeln, zu viele Kontrollen – und zu wenig Personal.

Eine amtliche Vereinbarung zwischen dem Landesamt für Steuern sowie den Sachsen-Kammern und -Verbänden für Wirtschaftsprüfer und Steuerberatern aus dem Vorjahr liest sich wie die Kapitulationserklärung der Bürokraten: „Der demografische Wandel und die zunehmenden Schwierigkeiten, Fachkräfte zu gewinnen, erfordern einen effizienten Einsatz der Ressourcen auf beiden Seiten …“. Man sei „der Überzeugung, dass ein effizientes und faires Besteuerungsverfahren im gemeinsamen Interesse“ liege.

Renate Vieler erklärt BILD: Man sich unter anderem darauf geeinigt, „dass nicht zu viele Nachfragen seitens der Verwaltung kommen, wenn wir als Steuerberater Steuererklärungen für unsere Mandanten abgeben“.

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