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Klartext von Schul-Ministerin Prien: „Jedes Kind muss Deutsch können“ | Politik
28.06.2025 - Cumartesi 03:17
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Berlin – Seit Mai ist sie die neue Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien (CDU), zuvor acht Jahre Schulministerin in Schleswig-Holstein. Im exklusiven Interview mit BILD spricht sie über eines der wichtigsten Zukunftsthemen unseres Landes: Wie werden unsere Kinder wieder besser im Lesen, Schreiben und Rechnen?
BILD: In einigen Bundesländern diskutieren Politiker über Deutschland-Fahnen vor Schulen, dabei waren unsere letzten PISA-Ergebnisse 2022 so schlecht wie nie. Reden wir über die falschen Dinge in unserem Land?
Prien: „Ja. Man kann Deutschland– und Europa-Fahnen als Anhaltspunkte nehmen, um über Verfassungen und Grundrechte, über die Europäische Union zu sprechen. Aber das ist natürlich mitnichten das Entscheidende. Wir müssen darüber sprechen, wie Kinder lesen, schreiben, rechnen und digitale Kompetenzen lernen.“
Bundesbildungsministerin Karin Prien (60) im Gespräch mit den BILD-Reportern Daniel Peters und Luisa Volkhausen
Ihr Ansatz?
Prien: „Meine Lösung, gemeinsam mit den zuständigen Landesministern, die primär zuständig sind: dass wir mehr und früher in die frühkindliche Bildung investieren. Das bedeutet, dass wir uns darum kümmern, dass Kinder, die zur Schule gehen, die deutsche Sprache beherrschen. Wer die Sprache nicht beherrscht, hat kaum eine Chance auf einen erfolgreichen Bildungsweg.“
BILD: Also Tests vor Schuleintritt?
Prien: „Wir müssen mit vier Jahren diagnostizieren, wie der Sprachstand ist. (...) Und dann muss es bei den Kindern mit einem erhöhten Bedarf verpflichtende Sprachfördermaßnahmen geben. Da sollten die Bundesländer selber entscheiden, wie sie das organisieren.“
BILD: Also muss jedes Kind vor der Einschulung Deutsch können?
Prien: „Ganz genau. Das wäre ein riesengroßer Fortschritt. Ich würde mir wünschen, dass Eltern sich mehr darum kümmern, dass ihre Kinder die Sprache erlernen. Aber auch motorische Fähigkeiten. Immer mehr Kinder kommen in die Schule und können Dinge nicht mehr, die früher selbstverständlich waren: Schuhe zubinden, Fahrrad fahren, schwimmen. Wir müssen gesellschaftlich in eine Debatte kommen, was Aufgabe von Eltern ist: Vorlesen, mit Kindern Ball spielen.“
Karin Prien (60) ist für Sprachtests für Kinder schon in der Kita
Was machen wir mit Eltern, die das selbst nicht erfahren haben in ihrer Jugend?
Prien: „Mehr Beratung. (...) Man muss darüber reden, was das bedeutet, wenn ich dem Kind eben nicht vorlese. Dann verschlechtere ich seine Bildungschancen um ein Vielfaches. Oder man muss Eltern sagen: Wenn du mit deinem sehr kleinen Kind nicht mehr kommunizierst, sondern selber den ganzen Tag am Handy hängst, das Kind von dir keine Antwort, keine Reaktion mehr erhält, dann ist die Entwicklung von Kindern nachhaltig beeinträchtigt. Über diese Themen muss man aufklären.“
Zurück zu schlechten Bildungs-Ergebnissen. Sind unsere Kinder etwa dümmer geworden als früher?
Prien: „Kinder sind auf keinen Fall dümmer geworden. (...) Aber Eltern leben anders. Es gibt heute mehr Kinder, die von ihren Eltern weniger auf die Schule vorbereitet werden. Wir müssen darüber reden, was einem Kind zwischen 0 und sechs Jahren guttut. (...) Manche Eltern sagen: Ich habe ja schon einen Job. Und ich will auch was von meinem Leben haben.“
Karin Prien (60) gilt als enge Vertraute von Bundeskanzler Friedrich Merz (69)
Sind Eltern also gleichgültiger geworden?
Prien: „(...) Das Leben hat sich verändert. Meine Mutter ist noch in weiten Teilen zu Hause gewesen. Hat sich sehr intensiv um meinen Bruder und mich gekümmert. Aber meine Mutter hat auch nicht gearbeitet. Ich weiß nicht, ob das zu empfehlen ist. Heute ist die Lebensrealität vieler Familien eine andere. Und die Zeit ist sehr schnelllebig, sie ist anstrengend. Ich würde nicht mit Schuld argumentieren, sondern eher damit, was können wir Eltern an besserer Beratung mitgeben, damit sie ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag gut erfüllen können.“
Wo sollten wir beim nächsten PISA-Test zum Ende der Legislatur stehen?
Prien: „Ich wünsche mir die Halbierung der Kinder, die die Mindeststandards in Klasse 4 nicht erreichen. Ich glaube, wir müssen mit den Ländern darüber sprechen, was weitere Bildungsziele sind, auf die wir uns gemeinsam verständigen und auf die wir dann unsere Maßnahmen auch strategisch ausrichten. Wir müssen dafür Sorge tragen, dass Schüler ihren Abschluss schaffen. Dafür muss man sich aber auch wirklich darauf konzentrieren. Und vielleicht auch das eine oder andere, was man auch noch gerne macht in der Schule, vielleicht nicht mehr machen.“
Was muss man denn nicht mehr machen?
Prien: „Ich will mich nicht versteigen, den Landesministern Tipps zu geben. Aber ich werbe um die Konzentration auf basale Fähigkeiten. Wenn ein Schüler auf die weiterführende Schule kommt und der kann nicht lesen, dann muss die Schule sich darauf konzentrieren, dass er lesen lernt. Sonst wird er auch in den Klassen 7, 8 und 9 in Geschichte oder in Physik keinen Erfolg haben.“
Also streichen wir Erdkunde, machen dann nur noch Lesen?
Prien: „Na ja, wir machen erst mal nur Lesen. Und wir üben Lesen auch in Erdkunde. Oder wir verständigen uns darauf, dass in Mathematik doch offensichtlich mehr geübt werden muss. Das heißt, dass wir in jede Mathe-Arbeit einen Wiederholungsteil einfügen. So werden tatsächlich Grundrechenarten und bestimmte Grundfertigkeiten immer wieder wiederholt.“
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