Konklave beginnt am Mittwoch: die Top-Favoriten für die Papst-Wahl | Politik

07.05.2025 - Çarşamba 16:22

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Im Vatikan laufen die allerletzten Vorbereitungen für die Wahl des Nachfolgers von Papst Franziskus (†88), der am Ostermontag gestorben ist.

Am Mittwochnachmittag ziehen die 133 wahlberechtigten Kardinäle (alle unter 80) aus 71 Nationen erstmals in die mehrfach nach Wanzen durchkämmte, seit Montag streng bewachte Sixtinische Kapelle ein. Am frühen Abend findet der erste Wahlgang für den 267. Nachfolger des Apostels Petrus statt. 89 Stimmen braucht der neue Papst.

Offenen Wahlkampf gibt es in der Kirche nicht, doch kurz vor Torschluss hat sich ein Dutzend Kardinäle ins Gespräch gebracht – oder besser: bringen lassen. Was FÜR und was GEGEN die Favoriten auf den Papst-Thron spricht – der BILD-Check.

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Foto: BILD Visual

Diesmal in der Favoritenrolle: die Italiener

Seit 1978 („33-Tage-Papst“ Johannes Paul I.) warten die Italiener sehnlichst auf einen Landsmann auf dem Stuhl Petri. Als Kardinalstaatssekretär, Chefdiplomat und Nummer zwei im Vatikan unter Franziskus galt der disziplinierte Norditaliener Pietro Parolin (70) lange als haushoher Favorit.

► Sein jüngster Erfolg: das Treffen von US-Präsident Donald Trump und Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj im Petersdom am Rande der Papst-Beerdigung.

Klar wurde in den vergangenen Tagen jedoch, dass Parolin mächtige innerkirchliche Gegner hat. Sie streuten u. a. das böse – vom Vatikan später hart dementierte – Gerücht, er sei gesundheitlich nicht auf der Höhe, habe sogar im Kreis der versammelten Kardinäle einen Schwächeanfall erlitten. Ungewöhnlich: Der französische Kardinal Philippe Barbarin stichelte öffentlich, dass Parolin für das Papst-Amt „das Format fehlt“.

Top-Favorit: Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin

Top-Favorit mit mächtigen Gegnern: Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin

Foto: Michael Sohn/AP/dpa

► In Matteo Maria Zuppi (69), dem Chef der italienischen Bischofskonferenz, sehen viele Parolins chancenreichsten Konkurrenten.

Franziskus mochte und förderte ihn, machte Zuppi 2015 zum Erzbischof von Bologna und kurz darauf zum Kardinal, ließ angeblich sogar durchblicken, dass er sein Wunschnachfolger wäre. Der Römer mit Wurzeln in der einflussreichen Sant’Egidio-Gemeinschaft gilt als Reformer, aber – enorm wichtig in Zeiten tiefer Kirchengräben – auch als Mann des Ausgleichs.

Seine Feuerprobe: Im päpstlichen Auftrag flog Zuppi nach Moskau, Kiew, Washington und Peking, um für ein Ende des Ukraine-Krieges zu werben. Bis auf einige Zugeständnisse, z. B. Gefangenen-Austausch, blieb seine Mission jedoch erfolglos.

Seine Chancen sollen zuletzt gestiegen sein: Matteo Zuppi

Seine Chancen sollen zuletzt deutlich gestiegen sein: Matteo Maria Zuppi

Foto: ROPI

► Einen Ruf als Brückenbauer hat sich Kardinal Pierbattista Pizzaballa (60) im Nahen Osten erworben. Als Lateinischer Patriarch von Jerusalem ist er zuständig für Israel, Jordanien, Zypern und die palästinensischen Gebiete. Er kennt jeden Stein im Heiligen Land, hat dort mehr als sein halbes Leben (35 Jahre) verbracht.

Seit dem Überfall der Hamas-Terroristen auf Israel gewann er mit seinem beherzten Auftreten enorm an Profil. Schlagzeilen machte vor allem sein Angebot, sich im Austausch für die gekidnappten Israelis, speziell für die Kinder, als Geisel in die Hände der Hamas zu begeben.

Sein großes Handicap ist sein Alter: Er ist gerade erst 60 geworden. Bedeutet in der Kirchen-Logik: Es „droht“ ein überlanges Pontifikat von bis zu 30 Jahren.

Noch zu jung für dieses Konklave? Zukunftshoffnung Pierbattista Pizzaballa (60)

Noch zu jung für dieses Konklave? Zukunftshoffnung Pierbattista Pizzaballa (60)

Foto: Eloisa Lopez/REUTERS

Von Trump geschwächt: die Amerikaner

Obwohl die USA nach Italien die zweitgrößte Zahl der Kardinäle stellen, gelten ihre Chancen als eher gering. Das liegt an ihren erbitterten Macht- und Richtungskämpfen, neuerdings auch an US-Präsident Donald Trump (78), dessen Social-Media-Scherz, sich auf einem KI-generierten Foto als Papst zu inszenieren, im Vatikan Fassungslosigkeit ausgelöst hat.

► Der Erste, der den Mumm hatte, Trump dafür öffentlich zu kritisieren, ist der Newarker Erzbischof Joseph Tobin (73): Dem BILD-Reporter sagte er am Sonntag, Trumps Verhalten sei „leider keine Überraschung“, und Katholiken müssten mit „weiteren Demütigungen“ dieser Art rechnen.

Tobin ist progressiv, war ein Vertrauter von Franziskus, der wiederum mit Trump über Kreuz lag und dessen Umgang mit Flüchtlingen und die Mauer an der Grenze zu Mexiko scharf kritisierte. Tobin tauchte aus dem Nichts zuletzt auf mehreren Favoritenlisten auf, stapelt in Bezug auf seine Wahlchancen aber tief.

Sympathieträger aus den USA, der nah bei den Armen und Bedürftigen ist: Joseph Tobin

Sympathieträger aus den USA, der nah bei den Armen und Bedürftigen ist: Joseph Tobin

Foto: ddp/IPA

► Timothy Dolan (75), der konservative Erzbischof von New York, wäre der Wunsch-Papst von Donald Trump, der ihn als „sehr guten“ Kandidaten lobte. Beiden gemein ist der Kampf gegen Abtreibung, wenngleich Trump die Knallhart-Linie seiner ersten Amtszeit abgeschwächt hat.

Dolan verdankt seine Popularität auch seinen Social-Media-Aktivitäten. Er gilt wegen seiner zahlreichen Posts als „Twitter-König“ unter den Kardinälen.

Bemerkenswert: Selbst er als Trump-Freund ging am Sonntag auf Distanz zu dessen seltsamen Papst-KI-Bild: „Das war keine gute Sache“, zitiert ihn die Zeitung „La Repubblica“.

Der Trump-Vertraute Timothy Dolan gilt als angeschlagen

Der Trump-Vertraute Timothy Dolan gilt als Verfechter einer konservativen Linie

Foto: Getty Images

Außerdem als Außenseiter oft genannt: Der aus Chicago stammende Kardinal Robert Prevost (69).

Der Geheim-Favorit, der John Lennon mag

► Luis Antonio Tagle (67), der frühere Erzbischof von Manila, wurde schon sehr jung von Papst Benedikt XVI. (†2022) entdeckt, gefördert und zum Kardinal erhoben. Der Filipino war 2013 als jüngster Teilnehmer das Konklave-Küken, hat sich seitdem in Rom in verschiedenen Kirchenämtern bewährt und profitiert davon, dass viele Asien als zentral für die Zukunft der Kirche sehen. Tagles Mutter ist chinesischer Herkunft.

Großes Aber: Tagle geriet zuletzt in die Schlagzeilen, als ein Video von 2019 viral ging, das ihn beim Karaoke-Singen zeigt. Das Problem: Tagle sang ausgerechnet den anti-religiösen John-Lennon-Song „Imagine“.

Singt für sein Leben gern Karaoke: Der philippinische Kardinal Luis Antonio Tagle

Singt für sein Leben gern Karaoke: der philippinische Kardinal Luis Antonio Tagle

Foto: Stefano Costantino TTL / Avalon

Der erste schwarze Papst?

► Schon beim Konklave 2013 bescheinigten viele dem ghanaischen Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson (76), er sei „papabile“, also dem Papst-Amt potenziell gewachsen.

Seine Wahl wäre historisch, denn er wäre der erste afrikanische Papst seit 15 Jahrhunderten. Der letzte afrikanische Papst war von 492 bis 496 n. Chr. im Amt. Was gegen Turkson spricht: Er soll sich früher abfällig über Homosexuelle geäußert haben.

Besonderheit: Turkson spricht Deutsch, seit er in den Jahren 1978 und 1979 im schwäbischen Illertissen-Au als Aushilfs-Pfarrer wirkte – und noch heute anekdotenreich von dieser Erfahrung schwärmt. Zweite Hoffnung der Afrikaner: der kongolesische Erzbischof Fridolin Ambongo Besungu (65).

Der ghanaische Kardinal Peter Turkson genoss das Vertrauen von Papst Franziskus

Der ghanaische Kardinal Peter Turkson genoss das Vertrauen von Papst Franziskus

Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa

In Lauerstellung: die „Europäer“

Aus unterschiedlichen Gründen werden die deutschen Kardinäle Marx, Müller und Woelki als chancenlos gesehen. Immerhin gelten sie als einflussreiche Strippenzieher. Es gibt in diesem Konklave insgesamt nur zwei Nicht-Italiener aus dem europäischen Raum, die zum Kreis der Favoriten zählen.

► Zuletzt am häufigsten genannt: Der in Algerien geborene Franzose Jean-Marc Aveline (66), der ausgezeichnet mit Franziskus konnte, ein positives Charisma hat und in seiner Heimatstadt Marseille sehr beliebt ist. Manko neben dem „etwas zu jungen“ Alter: Er spricht zwar Hebräisch und Griechisch, aber nicht Italienisch – und das ist für einen Bischof von Rom eigentlich Pflicht.

Kardinal Jean-Marc Aveline bereitet sich in der Sakristei seiner römischen Titelkirche auf die Heilige Messe vor

Kardinal Jean-Marc Aveline bereitet sich in der Sakristei seiner römischen Titelkirche auf die Heilige Messe vor

Foto: Bernat Armangue/AP/dpa

► Als besonders sattelfester Theologe gilt der Ungar Peter Erdö (72, zwei Doktortitel). Auf den einstigen Weggefährten von Benedikt XVI. hoffen vor allem jene, die Franziskus theologische Wackler angekreidet haben. Erdö gilt als konservativ, hatte aber das Talent, sich der Linie von Franziskus ein Stück weit anzupassen.

Kritiker unterstellen ihm, ein Sprachrohr Viktor Orbáns zu sein, doch dagegen spricht schon Erdös Weltläufigkeit: Er spricht neben Ungarisch auch Italienisch, Englisch, Französisch, Latein und Slowakisch.

Theologisch kann ihm kaum einer das Wasser reichen: Kardinal Peter Erdö aus Budapest

Theologisch kann ihm kaum einer das Wasser reichen: Kardinal Peter Erdö aus Budapest

Foto: picture alliance / Rolf Vennenbernd/dpa

Schwachstelle: Erdö gehört zu den Kardinälen, bei denen noch ungeklärte Vorwürfe zum Umgang mit Missbrauchsfällen im Raum stehen. Und die Kirche Roms würde nur zu gern vermeiden, dass dieses Thema nach all den Negativ-Schlagzeilen der letzten Jahre bald aufs Neue hochkocht.

Weitere Europäer mit Unterstützern: der maltesische Kardinal Mario Grech (68) und der spanische Kardinal Cristobal Lopez Romero (72), Erzbischof von Rabat (Marokko).

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