Krankenhäuser in Not: „Politik hat das Ziel, Kliniken zu schließen“ | Politik

27.06.2024 - Perşembe 23:50

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Harte Zeiten für Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Die meisten Krankenhäuser schreiben rote Zahlen, viele Altenheime bangen um ihre Existenz. Die Verantwortlichen sehen die Schuld bei der Politik.

Der kirchliche Träger „Diakovere“ aus Hannover (3 Krankenhäuser, Hospiz, ambulanter Pflegedienst, Alten- und Behinderteneinrichtungen) schloss das vergangene Jahr mit einem Minus von 6,6 Millionen Euro ab – dreimal so hoch wie 2022. Da half es auch nicht, dass der Umsatz von 395 auf 407 Millionen Euro stieg.

70 Prozent des Defizits seien in den Kliniken entstanden. Dr. Christian Unzicker (46), Medizinischer Geschäftsführer von „Diakovere“, beklagt die mangelnde Unterstützung durch die Politik. „Wir werden gezielt unterfinanziert“, sagt er. „Die Politik hat das Ziel, Krankenhäuser zu schließen.“

Christian Unzicker (Medizinischer Geschäftsführer, v.l.), Sabine Jung (Theologische Geschäftsführerin), Philipp Albrecht (stellv. Diakovere-Aufsichtsrat) und Stefan David (Vorsitzender der Geschäftsführung) von „Diakovere“ mit Stephen Struwe-Ramoth, Vize-Vorstand Kinderkrankenhaus Auf der Bult

Christian Unzicker (Medizinischer Geschäftsführer, v.l.), Sabine Jung (Theologische Geschäftsführerin), Philipp Albrecht (stellv. Diakovere-Aufsichtsrat) und Stefan David (Vorsitzender der Geschäftsführung) von „Diakovere“ mit Stephen Struwe-Ramoth, Vize-Vorstand Kinderkrankenhaus Auf der Bult

Foto: Daniel Puskepeleitis

Konkret: Unzicker unterstellt dem Bundesgesundheitsministerium volle Absicht, um im Zuge der Krankenhaus-Reform die Zahl der Kliniken zu senken. „Noch mehr Sorge würde es mir machen, wenn die Unterfinanzierung unabsichtlich erfolgen würde“, sagt der Mediziner.

Das Problem: Bis die Kosten für Gesundheitsleistungen erstattet werden, vergehen einige Jahre – während im laufenden Betrieb neue und vor allem höhere Kosten anfallen. Unzicker vergleicht das Prozedere mit einer Autoreparatur: „Sie gehen heute hin, handeln einen Teilepreis von 2022 und ein Gehalt von 2022 aus. Dann zahlen Sie nur 1500 statt 3000 Euro.“

Über die restliche Zahlung würde dann erst in den Folgejahren verhandelt. Unzicker: „Wir bekommen nicht das, was wir geleistet haben.“

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