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Länder lockern Friedhofspflicht: Wo Oma ins Regal oder den Garten darf | Politik
07.11.2025 - Cuma 20:26
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Kiel/Stuttgart – Nach dem Sterben kommt das Trauern – dazwischen der schmerzliche Gang zum Bestatter. Anschließend heißt es in den meisten Bundesländern: Sarg oder Urne und dann geht es auf den Friedhof. Doch jetzt bekommt die klassische Bestattung Konkurrenz. Im Hintergrund wird an der großen Friedhofs-Revolution gearbeitet.
Diamanten aus der Asche Verstorbener, Feuerbestattung im Rhein, Gräber von Angehörigen im eigenen Garten: alles seit Kurzem oder schon bald ohne Umweg über das Ausland möglich. BILD verschafft Ihnen einen Überblick, welche Bundesländer voranpreschen und welche noch zögern:
► In Sachsen-Anhalt dauert es noch etwas, bis neue Regeln in Kraft treten. Dafür ist der Wandel ab Mai 2026 umso radikaler. Das zuständige Sozialministerium erklärt auf BILD-Anfrage, dass es in einem „bundesweit einmaligen Schritt“ künftig möglich sei, ganz legal in Deutschland aus einem Teil der Asche Verstorbener bis zu fünf Gramm schwere Diamanten herzustellen.
Friedhof im Berliner Stadtteil Wilmersdorf: Ist echtes Totengedenken ohne Gräber denkbar?
Auch das Nachbarbundesland Sachsen will ans Bestattungsgesetz ran. Sozialministerin Petra Köpping (67, SPD) begründet den Bedarf mit einer „Veränderung der Bestattungs- und Trauerbewältigungskultur“. Auf BILD-Anfrage erklärt das Ministerium, dass die „Verhandlungen weit fortgeschritten“ seien.
Asche im Rhein verstreuen
Bereits im Herbst setzte das Ampel-regierte Rheinland-Pfalz nach 42 Jahren ohne Gesetzesänderung eine tiefgreifende Reform durch. Seither ist die Sargpflicht Geschichte und die Asche Verstorbener darf auch im heimischen Garten und in Flüssen wie dem Rhein verstreut werden. Urnen dürfen auf Wunsch mit nach Hause genommen werden.
Burg Pfalzgrafenstein am Mittelrhein. In diesem Teil des Rheins sind seit Oktober Bestattungen möglich
Im Saarland blickt man darauf mit einer gewissen Skepsis: Das SPD-geführte Arbeitsministerium schreibt, dass abzuwarten bleibe, ob die neuen Regeln „tatsächlich eine breite gesellschaftliche Akzeptanz finden werden“. Außerdem betont es, dass die Würde des Menschen nach dem Tod nicht endet. Auch der zuständige Gesundheitssenat in Berlin plant, an der Friedhofspflicht festzuhalten. Menschen hätten ein „berechtigtes Trauerinteresse“, für das es öffentliche Gräber brauche.
► In Nordrhein-Westfalen können Gräber im eigenen Garten unter gewissen Umständen erlaubt sein. Bedingung: Sie müssen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Tabu ist es dagegen, Asche privat aufzubewahren. Das wird auch in Baden-Württemberg so bleiben – zumindest, solange Winfried Kretschmann (77, Grüne) im Amt ist. Es sei eine „zivilisatorische Errungenschaft“, Tote gemeinschaftlich zu begraben. Daran wolle er festhalten.
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