Liberale in der Krise: Thüringer FDP-Chef verlässt die Partei | Politik

12.09.2025 - Cuma 11:32

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Erfurt – Die FDP taumelt weiter Richtung Bedeutungslosigkeit. Nach krachenden Niederlagen bei Wahlen im Osten (teilweise unter einem Prozent!) und dem Rauswurf aus dem Bundestag im Februar jetzt der nächste Schlag:

► Der Thüringer FDP-Landeschef Thomas Kemmerich (59) hat die Partei verlassen!

In einem Brief an Parteichef Christian Dürr (48), den er auf seinem X-Account veröffentlichte, schreibt Kemmerich:

„Nach annähernd 20 Jahren Mitgliedschaft, fast genauso lang Kreisvorsitzender und zehn Jahren Landesvorsitzender, bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass sich meine Vorstellungen von der Zukunft unseres Landes und die inhaltliche Ausrichtung der Partei auseinanderentwickelt haben.“

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Zerwürfnis mit Berlin

Der Schritt ist die Konsequenz aus einer jahrelangen Fehde mit der Bundesspitze der Liberalen, die ihm im Wahlkampf 2024 jede Unterstützung verweigerte – auch finanziell.

Kemmerich ist damit auch der zweite langjährige „FDP-Ost-Fürst“, der der Partei den Rücken kehrt. Im Januar 2024 hatte auch der langjährige Boss der Sachsen-FDP, Holger Zastrow (56, 20 Jahre Parteichef) mit einem lauten Rumms die Partei verlassen. Auch er sprach damals von einem enormen „Entfremdungsprozess“, ähnlich wie Kemmerich jetzt.

Politisches Erdbeben 2020

Berühmt geworden war Thomas Kemmerich im Februar 2020. Damals sorgte er bundesweit für Schlagzeilen, als er sich am 5. Februar u.a. mit den Stimmen von Björn Höckes AfD (und der CDU) zum Thüringer Ministerpräsidenten wählen ließ.

Die Folge: wütende Proteste, Drohungen gegen seine Familie – und massiver Druck aus Berlin. Kanzlerin Angela Merkel (70) ordnete damals von einem Staatsbesuch in Südafrika aus an, die „Wahl rückgängig zu machen“. Drei Tage später trat Kemmerich zurück – blieb aber noch bis zur Wiederwahl von Linken-Chef Bodo Ramelow bis 4. März 2020 im Amt. Insgesamt 27 Tage.

Seitdem galt er in der FDP-Bundeszentrale als „Unperson“, konnte sich aber in Thüringen behaupten – erst vor einem Jahr wurde er dort erneut als Landeschef bestätigt.

Wohin jetzt, Herr Kemmerich?

Seine politische Zukunft ist unklar. Auffällig: Immer öfter zeigte er sich zuletzt mit Ex-AfD-Chefin Frauke Petry (50). Gemeinsam mit dem früheren FDP-Bayern-Chef Albert Duin (71) trat er bei einem Treffen in Weimar auf.

Treffen in Weimar im Juli: Bayerns Ex-FDP-Chef Duin, Ex-AfD-Chefin Petry, Kemmerich

Treffen in Weimar im Juli: Bayerns Ex-FDP-Chef Duin, Ex-AfD-Chefin Petry, Kemmerich

Foto: duinbayern/Instagram

Petry will demnächst eine neue Sammlungsbewegung gründen – unter dem Namen „Team Freiheit“.

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