Liebespaar in Washington D.C.: Erschossen von Israel-Hasser | Politik

23.05.2025 - Cuma 06:57

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Sie hätte vergangene Woche erstmals seine Eltern kennenlernen sollen. Er hatte den Verlobungsring gekauft, wollte bei einer Heimatreise nach Israel um ihre Hand anhalten.

Ein Liebespaar – auf dem Weg in eine glückliche Zukunft.

Mittwochabend jedoch: Yaron Lischinsky (30) und Sarah Milgrim (26) starben im Kugelhagel eines Israel-Hassers!

Als das junge Liebespaar ein Event im Jüdischen Museum in Washington D.C. verließ, erschoss sie Elias Rodriguez (31), ein linksextremer Fanatiker aus Chicago. Die schlimmste antisemitische Terror-Attacke in den USA seit Jahren schockt die Welt – und auch Yarons Geburtsland Deutschland.

Neshi Sinvani bringt Blumen zum Ort der Schießerei vor dem Albert Small Capital Jewish Museum in Washington

Neshi Sinvani bringt Blumen zum Ort der Schießerei vor dem Albert Small Capital Jewish Museum in Washington

Foto: TASOS KATOPODIS/Getty Images via AFP

„Überall weinen die Menschen, fallen sich in die Arme, es ist ein Mix aus Schock, Fassungslosigkeit und Entsetzen“, erzählt eine Kollegin des Paares in der israelischen Botschaft BILD. Beide seien richtig „leidenschaftlich gewesen“, über ihre Arbeit für Israel, ihre Mission für die jüdische Gemeinschaft.

„Wie können Menschen so grausam aus dem Leben gerissen werden?“

Ihre Liebe zueinander war unübersehbar: „Fast wie in einer romantischen Film-Inszenierung“, sagte sie. Und die pure Lebenslust ansteckend. Insgesamt: „Die nettesten, bescheidensten, hilfsbereitesten Menschen, die man sich vorstellen kann“, sagte die auch mit ihnen privat eng befreundete Botschaftsmitarbeiterin.

Jetzt aber das Unbegreifliche: „Wie können zwei so junge, wunderbare Menschen so grauenhaft aus dem Leben gerissen werden?“

Vor dem Gebäude, in dem der mutmaßliche Schütze Elias Rodriguez wohnte, ist ein Absperrband gespannt, während Strafverfolgungsbeamte eine Durchsuchung seines Hauses in Chicago durchführen

Strafverfolgungsbeamte durchsuchten in Chicago das Haus des mutmaßlichen Schützen Elias Rodriguez

Foto: SCOTT OLSON/Getty Images via AFP

Yaron, der sich in einer christlichen Zionistengruppe für die deutsch-israelischen Beziehungen einsetzte, hatte ihr erzählt, dass er Hebräisch erst später erlernte. „Deutsch war seine Muttersprache“, sagt sie.

Marina Rosenberg von der Gruppe „Anti-Defamation League“ hatte Yaron, der in der Botschaft als Research-Assistent fungierte, ebenfalls bei einer Veranstaltung getroffen: Sie beschreibt den jungen Diplomaten als intelligent und warmherzig. Das Paar habe „ihr ganzes Leben vor sich gehabt“, sagt sie traurig zu BILD.

Attentat in Washington : Ein Anschlagsopfer ist Deutsch-Israeli

Quelle: AP, DPA, Reuters, Getty Images, X@ColorAprilX, @streetwizeX, @SumitHansd, Anadolu via Getty Images

Trotz des Schocks in der jüdischen Gemeinde hält Rosenberg die Bluttat für keine Überraschung: Die Normalisierung von Antisemitismus habe „Konsequenzen“, warnt sie. Die Zahl von Gewaltakten sei dramatisch gestiegen: Mehr als 20.000 antisemitische Übergriffe habe die Organisation im Vorjahr in den USA gezählt. Der Attentäter Rodriguez, der bereits einem Haftrichter vorgeführt und wegen zweifachen Mordes angeklagt wurde, hatte Verbindungen zu zwei radikalen linken Gruppen („Party for Socialism and Liberation“, „Answer Koalition“).

„Jetzt ist nur ein Bild von ihnen übrig“

Er hatte die Tat gestanden. Und seine Motive bei der Festnahme hinausgeschrien: „Befreit, befreit Palästina!“

Hochintelligent, zupackend und fokussiert bei der Arbeit, hatten sich Yaron und Sarah hingegen darauf konzentriert, Brücken zu bauen, Menschen zusammenzubringen. Er hatte immer ein Lächeln auf den Lippen. Und sie, spezialisiert in öffentlicher Diplomatie, habe „diese mitreißende Energie“ gehabt, so die Kollegin.

Was die Bluttat auch so unfassbar macht: Sarah hatte früher bei einer Organisation gearbeitet, die sich für friedliche Koexistenz zwischen Israelis und Palästinensern eingesetzt hatte. Jetzt wurde sie zum Terror-Opfer des Konflikts – fernab in den USA!

Wie jäh und schockierend der Mordanschlag war, fasst Botschaftssprecherin Tal Naim Cohen zusammen: „Noch heute Morgen haben wir in der Kaffeeecke zusammen gelacht – und jetzt ist nur noch ein Bild von ihnen übrig!“

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