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Lohn-Überraschung: Plötzlich bleibt wieder mehr Geld übrig | Politik
29.08.2025 - Cuma 11:54
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Wiesbaden – Das ist mal eine schöne Überraschung: Viele Arbeitnehmer in Deutschland haben zumindest wieder etwas mehr Geld im Portemonnaie – vom Gehalt wieder mehr übrig!
Diese Lohn-Überraschung geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervor. Die Experten errechneten, dass die sogenannten Nominallöhne im zweiten Quartal mit 4,1 Prozent erneut stärker gestiegen sind als die Verbraucherpreise (2,1 Prozent).
Daraus ergibt sich eine „echte“ Steigerung der Reallöhne um 1,9 Prozent!
Zur Erklärung: Der Reallohn ist der Verdienst, über den Arbeitnehmer tatsächlich verfügen können, nachdem die Inflation berücksichtigt wurde. Im Gegensatz zum Nominallohn ist der Reallohn also das, was in der Geldbörse übrig bleibt.
Besonders stark stiegen die Nominallöhne von April bis Juni bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+7,6 Prozent), den freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen (+7,6 Prozent) und sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (+5,5 Prozent). Nur in der Energieversorgung sanken Nominallöhne um 0,2 Prozent.
Laut Statistik hält die Entwicklung seit zwei Jahren an, sodass Kaufkraftverluste vor allem aus den Jahren 2022 und 2023 zunehmend ausgeglichen werden. Damals hatte der russische Angriffskrieg auf die Ukraine erst die Energiepreise und dann die gesamten Verbraucherpreise angeheizt. Vom Lohn blieb immer weniger übrig.
Lohnexperte Lübker: „Gute Nachricht“
„Das ist eine gute Nachricht für die Beschäftigten und für die Konjunktur in Deutschland“, sagt Lohnexperte Malte Lübker vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Allerdings seien die Lohnverluste der letzten Jahre noch nicht eingeholt. „Inflationsbereinigt lagen die Löhne deshalb auch im zweiten Quartal 2025 noch unter dem Niveau des zweiten Quartals 2019.“ Das sei „eine lange Durststrecke für die Beschäftigten“.
Problematisch auch: Die höheren Reallöhne wirken sich bisher nicht auf den Einzelhandel aus. Der Umsatz sank dort im Juli um 1 Prozent zum Vormonat. Die meisten Deutschen sparen also lieber, als Geld auszugeben. Grund dafür sind laut Experten höhere Sozialausgaben, wie gestiegene Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen, und zunehmend Sorgen um den Arbeitsplatz.
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