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Maischberger: „Selbstüberschätzung und Unerfahrenheit“ | Politik
16.07.2025 - Çarşamba 02:40
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Peng! Knallharte Ansage von Bundespräsident a.D. Christian Wulff (66, CDU) bei Sandra Maischberger (58) zum Streit über Verfassungsgerichts-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf (54) und Unionsfraktionschef Jens Spahn (45, CDU).
Wulffs Warnung: „Ich glaube, dass ganz viele Fehler gemacht worden sind und dadurch auch ganz viel Vertrauen verloren gegangen ist. Dann wird es auch von den Sozialdemokraten irgendwann den Hinweis geben, jetzt tragen wir etwas nicht mit, auch wenn wir es längst vereinbart haben.“ Aber, so Wulff weiter: „Eine Krise ist auch immer eine Chance. Ich habe die Hoffnung, dass man die Sommerpause hat, um den Dingen auf den Grund zu gehen: Was sind die eigentlichen Ursachen für die Fehler?“
Seine alarmierende Analyse: „Es sind einige unterwegs in Berlin, die so eine Mischung haben aus Unerfahrenheit und Selbstüberschätzung. Die müssen sich mal fragen, ob sie nicht ein bisschen demütiger an die Sache herangehen.“
Maischberger todernst: „Aber damit meinen Sie nicht Jens Spahn.“ Wulff: „Ich will da keine persönlichen Feststellungen treffen, weil ich das einfach unangemessen finde für ehemalige Bundespräsidenten. Aber die, die sich angesprochen fühlen oder wo andere sagen, der könnte gemeint sein, die können ja mit dem in der Sommerpause darüber sprechen.“
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (47, CSU) zuvor ebenso kritisch: „Sternstunde im Parlament? Sicherlich nicht. Hätte man vielleicht im Vorfeld an der einen oder anderen Stelle die Bremse reinhauen müssen. Aber da jetzt so eine Riesen-Staatskrise draus zu machen!“ Bär über Brosius-Gersdorf: „In der Krise zeigt sich jetzt auch, wie damit umgegangen wird. Übrigens auch von der Kandidatin selber.“ Denn es sei doch klar, „dass man sich in einer Demokratie einer Wahl stellen muss!“
Die Co-Chefin der Grünen Franziska Brantner (45, l.) und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (47, CSU)
Das Urteil der Ministerin: „Ich finde es auch ein bisschen putzig, diese Mär, die jetzt gesponnen wird. Dass jetzt auch keine Kritik geübt werden darf an einer Richterin, einer Wissenschaftlerin, einer Frau, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ich glaube, wir tun Frauen auch keinen Gefallen, wenn wir uns nicht mit ihren Inhalten auseinandersetzen dürfen.“ Bärs Vorwurf: „Ein bisschen Resilienz und ein bisschen Kritikfähigkeit erwarte ich auch von jemandem, der sich ins höchste deutsche Gericht wählen lassen möchte.“
Grüne-Co-Chefin Franziska Brantner (45) empört: „Wenn man sich geeinigt hat, im Richterwahlausschuss mit Zweidrittelmehrheit, dann kann man diese Frau nicht tagelang durch die Manege ziehen!“ Ihr Vorwurf an Kritiker: „Die machen Lügen-Sharepics (Social-Media-Collagen aus Texten und Bildern, d. Red.). Bringen die CDU zum Hühnerhaufen! Das ist irre! Mir macht das große, große Sorgen.“
Christian Wulff mit Gastgeberin Sandra Maischberger
Maischbergers Einwand: „Sie haben auch schon den Kandidaten der CDU abgelehnt, weil die Grünen gesagt haben, er hat nicht die asylpolitische Einstellung, die wir Grüne wollen.“ Brantners feiner Unterschied: „Das ist ja überhaupt nicht schlimm, wenn eine Fraktion jemanden zurückweist. Es ist die Frage, ob man die Verfahren, wie wir uns gegeben haben, als Demokraten, respektiert, und ob man als Fraktionsvorsitzender zum richtigen Zeitpunkt sondiert, ob eine Person mehrheitsfähig ist oder nicht!“
Bärs Gegenargument: Wir haben lauter mündige Abgeordnete, und wenn die sagen, ich kann mit meinem Gewissen Frau Brosius-Gersdorf nicht wählen, dann erwarte ich von der Kandidatin, dass sie mal für sich selbst überlegt, ob sie die Richtige ist. Dass man da jetzt so eine Staatskrise daraus machen möchte, kann ich in keiner Weise verstehen.“
Brantners zentraler Punkt: „Jeder Abgeordnete hat rechtzeitig seine Bedenken einzubringen. Rechtzeitig!“ Bärs Konter: „Rechtzeitig ist: vor der Wahl.“
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