Merz schließt Pakt mit Starmer: Brexit-Briten plötzlich wieder Best Buddys | Politik

17.07.2025 - Perşembe 11:12

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London – Wochenlang wurde gerätselt, wann der Bundeskanzler endlich zu seinem Antrittsbesuch nach London fliegen würde. Jetzt, kurz vor Beginn der Sommerferien, ist es so weit. Friedrich Merz (69, CDU) ist in London. Im Gepäck hat er einen 23 Seiten starken deutsch-britischen Freundschaftsvertrag, den er in den nächsten Minuten im „Victoria & Albert“-Museum mit Briten-Premier Keir Starmer unterzeichnen will.

Das Vertragswerk soll irgendwie ersetzen, was Deutschen und Briten durch den – von Merz bis heute schwer bedauerten – Brexit verloren gegangen ist. Die Mission ist also, die Insel wieder näher an uns heranzurücken. Nicht nur sicherheits- und wirtschaftspolitisch, sondern vor allem auch kulturell. Und dabei, das ist der Clou, spielt der Nachwuchs die Hauptrolle.

BILD weiß: Kanzler Merz war es besonders wichtig, den Schüler- und Studentenaustausch zwischen Deutschland und Großbritannien wieder easy zu machen.

Der Bundeskanzler am Morgen auf dem Weg zum Regierungsflieger

Der Bundeskanzler am Morgen auf dem Weg zum Regierungsflieger, der ihn nach London brachte

Foto: Michael Kappeler/dpa

Schluss mit der nervigen Brexit-Bürokratie

Aktuell sind u. a. die Visavorschriften ein sprichwörtlicher Abturner: Konnte man sich früher einfach in den Flieger setzen, müssen Schulklassen jetzt vorher online gehen und Reisegenehmigungen beantragen.

Diese Umstände nerven inzwischen offenbar auch die Briten selbst. „Die wollten mit dem Brexit zwar die illegale Migration eindämmen, aber nicht den regulären Reiseverkehr nach Großbritannien“, sagt der frühere langjährige EU-Parlamentarier Elmar Brok zu BILD. Deshalb jetzt die Rolle rückwärts. Bis spätestens Ende 2025 sollen demnach Schüler wieder ohne Visum und Reisepass nach Großbritannien einreisen können und umgekehrt.

Boris Johnson beharrte auf Visum-Pflicht

Weil nicht nur Schulklassen unter dem komplizierten Reise-Prozedere stöhnen, soll außerdem eine gemeinsame Expertengruppe aus Vertretern beider Regierungen darüber brüten, wie „für beide Seiten akzeptable Lösungen für Mobilitätsprobleme in Großbritannien und Deutschland“ gefunden werden können.

Brok erinnert gegenüber BILD daran, dass die EU den Briten in den Brexit-Verhandlungen ohnehin komplett visumfreies Reisen vorgeschlagen hatte. Der frühere britische Premier Boris Johnson habe davon aber nichts wissen wollen. Keir Starmer nun offensichtlich schon.

Doch auch der in Großbritannien umstrittene Labour-Politiker (angeblich der unbeliebteste Premier der vergangenen Jahrzehnte) muss aufpassen, dass er es nicht zu weit treibt mit der Wiederannäherung an die EU, sagt der Ökonomie-Professor Ian Begg (London School of Economics). Das Thema sei weiter „toxisch“, so Begg zu BILD. Denn: Starmer sitzt Nigel Farage (Spitzname „Brexsack“, betrieb einst den Brexit) im Nacken. Der liegt mit seiner Partei aktuell in den Beliebtheitsumfragen sechs Prozentpunkte vorn, britische Buchmacher führen ihn als Favoriten auf Starmers Nachfolge.

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