München: Was passiert auf der Sicherheitskonferenz? Wer trifft wen? | Politik

14.02.2025 - Cuma 13:27

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Drei Tage lang ist das Hotel „Bayerischer Hof“ das Sicherheitszentrum der Welt.

Spitzenpolitiker aus Europa, den USA, Asien und Afrika sprechen über die militärische und sicherheitspolitische Lage der Welt. Um das Hotel herum stellen 5000 Polizisten die Sicherheit der Konferenz sicher, kontrollieren alle Zuwege zur Sperrzone um das Hotel.

Die Polizei sichert die Sicherheitskonferenz massiv ab

Die Polizei sichert die Sicherheitskonferenz massiv ab

Foto: Sven Hoppe/dpa

Wie ist die Sicherheitskonferenz entstanden?

1963 fand die erste Tagung statt. Der Titel damals: „Wehrkunde-Begegnung“. 60 Offiziere und Politiker berieten über die Sicherheitslage. Teilnehmer waren unter anderem der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) und Henry Kissinger.

Seit ihrer Gründung im Herbst 1963 hat sich die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) auf viele Arten verändert – nicht nur, was ihren Namen betrifft

Seit ihrer Gründung im Herbst 1963 hat sich die Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) auf viele Arten verändert – nicht nur, was ihren Namen betrifft

Foto: MSC

► Bis in die 1990er Jahre blieb der Teilnehmerkreis auf Vertreter aus Nato-Ländern beschränkt. 1998 übernahm Horst Teltschik, Vertrauter von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU), die Leitung der Konferenz. Er erweiterte die Zahl der Teilnehmerländer. Gäste aus den Staaten Osteuropas wurden eingeladen, China und Indien aufgenommen.

► Im 21. Jahrhundert entwickelte sich sich die Konferenz zum größten internationalen Treffen für Sicherheitsfragen und Zusammenarbeit der Nationen. Sie ist das Gegenstück zum Wirtschaftstreffen der Länder-Chefs in Davos (Schweiz).

Wer kommt zur Konferenz?

Spitzenteilnehmer waren der russische Außenminister Sergej Lawrow, der damalige russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew (2016) und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (2018).

Russlands Außenminister Sergej Lawrow (74) und der damalige Außenminister und heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (69) 2016 Münchner Sicherheitskonferenz

Russlands Außenminister Sergej Lawrow (74) und der damalige Außenminister und heutige Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (69) 2016 Münchner Sicherheitskonferenz

Foto: Marc Müller/MSC

Außenminister und Vizepräsidenten der USA gehören zu den regelmäßigen Teilnehmern. Hillary Clinton war Gast, Kamala Harris ebenfalls.

Dieses Jahr vertritt US-Vizepräsident JD Vance die Vereinigten Staaten, Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hält die Eröffnungsrede. Und auch Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj ist in München. Bundeskanzler Olaf Scholz (66, SPD) kommt erst am Samstag.

Spitzenbesuch zur Sicherheitskonferenz. Ministerpräsident Markus Söder (58, l.) begrüßte am Donnerstag den US-Vizepräsidenten JD Vance (40) am Münchner Flughafen

Spitzenbesuch zur Sicherheitskonferenz. US-Vizepräsident JD Vance (40) wird eine Rede halten

Foto: Sven Hoppe/dpa

▶︎ Für CDU-Chef Friedrich Merz (69) ist die Konferenz die Kanzler-Generalprobe. Er trifft sich am Rande der Konferenz mit Vance. Zwar werden viele Reden im Hauptforum der Konferenz gehalten, entscheidend für die internationale Diplomatie sind aber vertrauliche Gespräche in den vielen kleinen Sälen im „Bayerischen Hof“.

Welche Rolle spielen die Russen?

Eine Zäsur bedeutete der russische Überfall auf die Ukraine im Februar 2022. Drei Tage nach dem Ende der Konferenz marschierten russische Truppen in das Land ein. Seither sind die Vertreter Russlands von der Konferenz ausgeschlossen.

Am 16. Februar 2024 hielt Julija Nawalnaja eine gefühlsgeladene Rede vor der Sicherheitskonferenz. Gerade war die Nachricht vom Tod ihres Mannes bekannt geworden

Am 16. Februar 2024 hielt Julija Nawalnaja eine gefühlsgeladene Rede vor der Sicherheitskonferenz. Gerade war die Nachricht vom Tod ihres Mannes bekannt geworden

Foto: Sven Hoppe/dpa

Einen dramatischen Höhepunkt erlebte die Konferenz voriges Jahr. Am 16. Februar 2024 gab Russland den Tod des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny bekannt. Seine Witwe Julija Nawalnaja sprach spontan vor den Konferenzteilnehmer im Festsaal.

„Wenn es stimmt, will ich, dass Putin bestraft wird“, sagte sie damals unter Tränen. In diesem Jahr könnte es erstmals zu Verhandlungen zwischen den USA und Russland über die Zukunft der Ukraine kommen.

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