Jetzt sprechen die Mütter über die verstörenden Videos, die den Horror des 7. Oktober zeigen – und auf denen ihre entführten Töchter zu sehen sind.
Sie gehören zu den Familien der jungen Geiseln, die sich entschieden hatten, der Welt das Grauen des Hamas-Terrors zu zeigen. Sie stimmten zu, dass die schwer erträglichen Aufnahmen ihrer Töchter letzte Woche veröffentlicht wurden.
Sie wollen damit den Druck auf ihre eigene Regierung erhöhen, wieder über einen Geisel-Deal mit den Terror-Islamisten zu verhandeln.
▶ In einem hochemotionalen Interview mit dem israelischen Sender Channel 12 berichten vier Mütter nun über ihr Schicksal, jeden Tag um ihre Töchter zu bangen und zu hoffen, dass sie lebend aus den Fängen der Hamas befreit werden.
Ihre Töchter waren als IDF-Soldaten an der Grenze zum Gazastreifen stationiert – von ihrem Beobachtungsstützpunkt in Nahal Oz wurden sie von den Hamas-Kämpfern entführt.
„Sie werden vergewaltigt, möglicherweise jeden Tag“
Vier starke Frauen geben in dem Gespräch intime Einblicke in ihr geschundenes Seelenleben.
▶ Ira Ariev, die Mutter der Hamas-Geisel Karina Ariev (19) spricht über ihre Ohnmacht: „Deine Tochter ist da allein und du kannst nicht helfen.“ Und weiter: „Ich weiß einfach nicht, was mein kleines Mädchen alles durchmachen muss.“
Ira Ariev, Mutter von Karina Ariev
Foto: Keshet 12 News/YouTube
▶ Orly Gilboa, die Mutter von Daniela Gilboa (18), spricht über den „Terror“, der in den Augen ihrer Tochter zu erkennen ist, den man nicht mal in den „schlimmsten Kriegsfilmen“ sehen könnte.
Orly Gilboa, die Mutter von Daniela Gilboa, hat in den anderen Müttern Halt und Unterstützung gefunden
Foto: Keshet 12 News/YouTube
▶ Ayelet Levy-Shahar, die Mutter von Naama Levy (19), ist stolz auf ihre Tochter, wie diese mit Kommunikation „versucht, ihr Leben zu retten“. Im Hamas-Video fällt sie als Wortführerin auf, versucht zu vermitteln.
„Sie müssen die Dringlichkeit des Ganzen verstehen“, sagt Ayelet Levy-Shahar. Sie will damit auf das Schicksal aller verbliebenen Geiseln aufmerksam machen. Darauf, dass vor allem junge Frauen in dieser Geiselhaft vergewaltigt werden
Foto: Keshet 12 News/YouTube
Naama Levy ist die wohl bekannteste der Mädchen. Von ihr gingen schreckliche Bilder um die Welt, wie sie im Schritt blutverschmiert und blutend von einem bewaffneten Terroristen auf die Ladefläche eines Vans verschleppt wird.
„Sie werden vergewaltigt, möglicherweise jeden Tag“
▶ Shira Elbag, die Mutter von Liri Elbag (18), spricht über die grauenvolle Vorstellung, dass die jungen Frauen vergewaltigt wurden – und immer noch werden.
„Anfänglich wollte ich nicht darüber sprechen, doch heute habe ich keine Angst mehr, es auszusprechen. Sie werden vergewaltigt, möglicherweise jeden Tag.“ Alle würden erschrecken, wenn man darüber spricht, „aber es muss ausgesprochen werden“, so Elbag weiter.
Sprach schweren Herzens über die sehr wahrscheinlichen Vergewaltigungen der jungen Frauen: Shira Elbag, Mutter von Liri Elbag
Foto: Keshet 12 News/YouTube
Vor zwei Monaten zuletzt „ein Lebenszeichen“
Auf die Frage des Interviewers, ob die Mütter sicher sein könnten, dass ihre Töchter noch am Leben sind, können die Frauen nur antworten, dass sie vor zwei Monaten „ein Lebenszeichen“ erhalten hätten.
Mehr Auskünfte konnte (oder wollte) die israelische Regierung nicht erteilen – auch nicht erklären, was es damit konkret auf sich hat.
Während des Interviews erheben die Mütter schwere Vorwürfe gegen die Politik von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (74). Israel tue nicht alles dafür, um ihre Kinder zu befreien. „Kürzlich erklärten sie uns, dass sie viele Fehler gemacht hätten“, erklärt Elbag. Geht es nach den Frauen, würde nur ein Waffenstillstand helfen.