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Nach Morddrohung: SPD-Politiker zieht sich aus dem Bundestag zurück | Politik
04.07.2024 - Perşembe 01:15
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Seit elf Jahren sitz der SPD-Politiker Karamba Diaby (62) aus Halle im Deutschen Bundestag. Er hat als erster schwarzer Abgeordneter Geschichte geschrieben, er war der erste deutsche Politiker, der in Westafrika aufgewachsen ist.
Doch nach dieser Legislatur soll Schluss sein. Er wolle nicht noch einmal für den Bundestag kandidieren, teilte Diaby jetzt mit.
Auffällig: Erst Anfang Juni machte Diaby eine von vielen Morddrohungen gegen sich und seine Mitarbeiter öffentlich. Hat diese Entscheidung etwas mit den Drohungen, aber auch mit Einschüssen im Fenster seines Bürgerbüros und einem Brandanschlag zu tun?
„Das ist nicht der Hauptgrund“, sagt Karamba Diaby zu BILD. „Ich habe immer gesagt, ich lasse mich dadurch nicht einschüchtern.“
Nicht der Hauptgrund bedeutet: Ein Grund, sich aus der Bundespolitik zurückzuziehen, sind Angriffe und Drohungen für den Politiker aus Sachsen-Anhalt aber durchaus.
Karamba Diaby im Gespräch mit der damaligen Kanzlerin Angela Merkel
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Seine Entscheidung teilte Karamba Diaby am Dienstag den beiden SPD-Landesvorsitzenden mit. Außerdem den Vorständen in Halle und im Saalekreis, wo er 2021 das Direktmandat gewonnen hatte. Und in einem Brief auch allen SPD-Mitgliedern in seinem Wahlkreis.
„Mein Kollege zahlt einen hohen Preis“
„Er ist immer sehr offen damit umgegangen und hatte angekündigt, dass er für sich klären muss, ob er erneut kandidiert“, sagt Andreas Schmidt (54), einer der beiden Landesvorsitzenden.
Karamba Diaby in seinem Kleingarten in Halle. Der Fotograf musste bei dem Termin darauf achten, dass nicht erkennbar ist, wo genau sich der Garten befindet
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„Ich bedauere diese Entscheidung zutiefst, kann sie aufgrund des hohen Preises, den Karamba zu zahlen hat, aber sehr gut nachvollziehen“, sagt der aus Magdeburg stammende Bundestagsabgeordnete Martin Kröber (32, SPD).
Ein anderer Politiker wird deutlicher: „Karamba hatte nie Angst um sich, aber um seine Familie und die Mitarbeiter in seinem Büro.“ Wie der SPD-Mann erzählt, seien aus Angst auch schon Mitarbeiter gegangen.
Im Mai 2023 wurde auf das Wahlkreisbüro von Karamba Diaby ein Brandanschlag verübt
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Wie es beruflich weitergeht, wenn er im nächsten Jahr aus dem Bundestag ausscheidet, will der promovierte Chemiker und Geoökologe im Laufe des Sommers entscheiden.
[-->„Mein Mandat werde ich bis zum Ende der Legislaturperiode mit dem gewohnten Engagement ausüben“, verspricht er Parteifreunden und auch Wählern. „Selbstverständlich bleibe ich in der SPD aktiv“, versichert er in seiner Pressemitteilung.
Die endet mit dem Satz: „Zugleich freue ich mich darauf, künftig mehr Zeit für meine Familie und unseren Kleingarten zu haben.“
Dann bekommt Karamba Diaby hoffentlich auch keine Hass-Nachrichten mehr wie: „Du und Deine Demokraten sind für die Verfärbung der deutschen Bevölkerung verantwortlich.“ Oder Mails in denen der im Senegal geborene Abgeordnete als „minderwertiger Mensch“ beschimpft wird.
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