Regel-Bruch für die Umwelt!
Eigentlich galt beim DFB intern immer: Für die Nationalmannschafts-Stars sind alle Reisen, die weniger als zwei Stunden dauern, mit dem Bus „zumutbar“ (BILD berichtete ) – sonst kommt meist das Flugzeug zum Einsatz. Doch weil sich der Verband auch nach der Heim-EM weiter umweltschonend zeigen will, hat er nun seine eigene Reise-Regel über Bord geworfen. Für das Nations-League-Spiel am Dienstag (20.45 Uhr) in Amsterdam gegen die Niederlande nahm die Nationalelf die längste Fahrt seit Jahren in Kauf. Es ging sogar deutlich schneller als gedacht…
So lief die Umwelt-Fahrt unserer DFB-Stars
Auch BILD legte am Montag-Morgen die Strecke vom Team-Hotel in Düsseldorf bis in die niederländische Hauptstadt zurück – und blieb im Auto immer ganz nah am Mannschaftsbus dran.
Der Verband hatte zuvor auf seiner Homepage geschätzt: „Das DFB-Team fährt rund drei Stunden lang.“ Ergebnis: Nach bereits 2.35 Stunden war die Blitzfahrt überstanden: Kein Stau, kaum Baustellen, nur ein kurzer heftiger Regenschauer. Macht auf 227 Kilometern Strecke einen Geschwindigkeits-Durchschnitt von knapp 90 Km/h, inklusive Ampeln und Stadtverkehr.
10.23 Uhr: Die deutsche Mannschaft verlässt geschlossen das Hotel „Hyatt Regency“ im Düsseldorfer Medienhafen, wo sie rund um den 5:0-Sieg gegen Ungarn übernachtet hatte. Knapp 20 Fans stehen im Regen, beklatschen die Spieler. Die meisten Stars tragen kurze Hosen und Trainingsjacken. Jeder hat einen silbernen Trolli, der von den DFB-Mitarbeitern auf der Gepäckebene unterhalb der Sitze eingeräumt wird. Kleine Rucksäcke und Taschen tragen die Spieler mit zu ihren Sitzplätzen. Neu-Kapitän Joshua Kimmich (29) steigt als Letzter ein.
BILD-Reporter Yannick Hüber begleitete den DFB-Bus von Düsseldorf bis Amsterdam
Foto: Yannick Hüber
10.31 Uhr: Der Bus rollt los. Eine Polizei-Eskorte gibt es nicht. Zunächst ist noch ein Kleinbus mit DFB-Material dabei, ist aber deutlich schneller unterwegs. Durch den Düsseldorfer Rheinufertunnel geht es erst auf die A52, dann über die A57 bis nach Holland. Um 11.37 Uhr überquert die deutsche Mannschaft die niederländische Grenze. Dort geht es vorbei an Nijmegen und Utrecht, über die A2 nördlich hoch bis Amsterdam.
Die Fahrt wirkt ruhig, gleichzeitig aber zügig und dynamisch. In den Niederlanden fährt der Bus konstante 100 Km/h, wechselt sofort auf die linke Spur, wenn er rechts blockiert wird. Ein Raststellen-Stopp wird nicht eingelegt. Der Bus bietet den Stars genügend Beinfreiheit, Verpflegung und Toiletten sind an Bord.
DFB-Zauber-Duo Nagelsmann sorgt für Transfer-Lacher
Quelle: DFB09.09.2024
13.05 Uhr: Ankunft in Amsterdam. Die Mannschaft übernachtet nicht in der Innenstadt, sondern im „Leonardo Royal“, nur 3,4 Kilometer von der Johan-Cruyff-Arena entfernt. Bei der Ankunft warten nur einige Medienvertreter und Mitarbeiter des Hotels, keine Fans. Stürmer Niclas Füllkrug (31) schüttelt nach dem Ausstieg kurz die Beine durch.
Auffällig: Nach der Ankunft wartet Bundestrainer Julian Nagelsmann (37) noch auf den „Verfolger-Bus“. In einem weiteren weißen Fahrzeug ohne DFB-Branding sitzen die restlichen Staff-Mitglieder, darunter auch DFB-Direktor Rudi Völler (64).
Der Busfahrer der Stars: Christian Hochfellner bei der Ankunft in Amsterdam
Foto: Yannick Hüber
Der Fahrer der Stars: Christian Hochfellner (40). Er hatte das Amt 2016 von Vater Wolfgang übernommen, der die Mannschaft zuvor seit 1992 kutschiert hatte. Auf dem Weg nach Amsterdam verantwortet er einen Kader von insgesamt 771 Millionen Euro Marktwert.
Auch während der Heim-EM hatte der DFB für die kürzeren Strecken vom „HomeGround“ in Herzogenaurach bis nach München, Stuttgart oder Frankfurt auf den Bus gesetzt. Damit kommen die Stars offenbar gut klar – ohne Strapazen.