Neue Schock-Zahlen: Der Kirche gehen die Priester aus | Politik

08.06.2025 - Pazar 16:03

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Fulda – Sind das die letzten drei Erben des heiligen Bonifatius?

Die Katholische Kirche steckt in der Nachwuchskrise. Das zeigt sich jetzt besonders im Bistum Fulda, dem deutschen Rom. Das osthessische Bistum gilt als Geburtsstätte des Christentums in Deutschland – es geht zurück ins Jahr 744, als der heilige Bonifatius (673–754), der „Apostel der Deutschen“, von hier aus die Germanen zum Christentum missionierte.

In 11 von 27 Bistümern keine Priester-Weihe

Über dem Grab des Heiligen, der in einer Gruft unter dem Dom-Altar liegt, wurden am Samstag die letzten drei Priester im Bistum Fulda geweiht – für mindestens die nächsten sieben Jahre. Weiterer Priester-Nachwuchs ist laut „Fuldaer Zeitung“ angesichts der Studien- und Ausbildungsdauer nicht in Sicht.

Bonifatius hat das Kloster in Fulda 744 gegründet und liegt im heutigen Dom beerdigt. Der Heilige hat Deutschland zum Christentum gebracht

Bonifatius hat das Kloster in Fulda 744 gegründet und liegt im heutigen Dom beerdigt. Der Heilige hat Deutschland zum Christentum gebracht

Foto: KNA Import

Die Zahlen sind alarmierend: Waren es 1962 noch 557 Priester und 2005 noch 122, die geweiht wurden, waren es 2024 nur 29 geweihte Priester in allen 27 deutschen Bistümern. In elf der 27 Bistümer gab es vergangenes Jahr keine einzige Weihe. Aktuell gibt es in Deutschland knapp 20 Millionen Katholiken.

► Folge: In den Gemeinden fehlen die Pfarrer. Deshalb werden seit Jahren viele kleine Gemeinden zu Großgemeinden zusammengeführt, die dann von einem Pfarrer geführt wurden, wo früher viele Pfarrer nötig waren. Auch werden Kirchengebäude umgewidmet, verkauft oder abgerissen. Im Bistum Limburg wurden in den vergangenen fünf Jahren 18 Kirchen aufgegeben.

CDU-Politiker: Kirche verwaltet nur noch den Mangel. Das macht nicht attraktiv

Der CDU-Politiker und ehemalige Kirchen-Dezernent der Stadt Frankfurt am Main, Uwe Becker (55) zu BILD: „Es besteht auch der Eindruck, dass sich bei zurückgehenden Mitgliederzahlen die Kirche mehr mit der Verwaltung des Mangels, mit der Reorganisation großer Verbünde beschäftigt, als mit der Frage, wie man wieder mehr Menschen für Kirche gewinnen kann. Das macht nicht attraktiv.“

Bruder Paulus Terwitte (65) ist Bundesverdienstkreuzträger und war Leiter des Innenstadtklosters Liebfrauen in Frankfurt. Aktuell leitet er die Kapuziner-Gemeinschaft im Kloster St. Anton in München

Bruder Paulus Terwitte (65) ist Bundesverdienstkreuzträger und war Leiter des Innenstadtklosters Liebfrauen in Frankfurt. Aktuell leitet er die Kapuziner-Gemeinschaft im Kloster St. Anton in München

Foto: Vincenzo Mancuso

Für Kapuzinermönch Bruder Paulus Terwitte ist die lebenslange Bindung zu einem „gottgeweihten Coach“ etwas, das den jungen Menschen Angst macht. Er sagt zu BILD: „Das erscheint vielen zu krass. Zu endgültig. Zu wenig flexibel. Freiheit heißt heute: Bloß nicht sich festlegen. Kein Ehe-Versprechen. Kein Job fürs Leben. Kein Glaube mit Verpflichtung. Priestersein aber meint genau das, dass man sich ganz bindet.“

In anderen Ländern dagegen gibt es teilweise mehr Priester als Gemeinden. Deshalb kommen viele nach Deutschland. So ist laut „Statista“ jeder fünfte katholische Priester in Deutschland aus dem Ausland, vor allem aus Polen, Indien und Nigeria.

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