Nordkorea-Führer sucht Schuldige: Kim Jong-Boot auf Rachefeldzug im Flutgebiet | Politik

01.08.2024 - Perşembe 08:20

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Wer auf Diktator Kim Jong-un (40) nicht ergriffen genug reagiert, dem drohen in Nordkorea harte Strafen.

Vielleicht erklärt das die konzentrierten Gesichter der Männer, die ihr Staatsoberhaupt in einem Schlauchboot durch die Fluten von Sinuiju (Nordkorea) fahren. Die Region Nord-Pyongan an der Grenze zu China ist aktuell von heftigen Überflutungen betroffen. Kim machte sich am Mittwoch erneut ein Bild von der Lage vor Ort, inspizierte per Boot die Schäden.

Kim Jong-un bei der Inspektion überfluteter Gebiete

Kim Jong-un bei der Inspektion überfluteter Gebiete

Foto: Uncredited/kcna/kns/dpa

Die anderen Männer in dem Boot sind nicht zu beneiden: Schon kleinste vermeintliche Fehltritte in Anwesenheit des Diktators können drakonische Strafen nach sich ziehen

Die anderen Männer in dem Boot sind nicht zu beneiden: Schon kleinste vermeintliche Fehltritte in Anwesenheit des Diktators können drakonische Strafen nach sich ziehen

Foto: KCNA/via REUTERS

Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, sind entlang der Grenzstadt Sinuiju nahe China über 4 000 Haushalte von der Überflutung betroffen und knapp 3 000 Quadratmeter Ackerland beschädigt.

Eine Katastrophe für die Bevölkerung. Über 40 Prozent sollen ohnehin Hunger leiden. Es ist schwer verifizierte Nachrichten aus dem hermetisch abgeriegelten Nordkorea zu bekommen. Meist dringt nur der Propaganda-Sprech von Kims Größenwahn nach Außen.

Der besuchte das Gebiet allerdings nicht nur, um sich als Retter zu inszenieren, sondern auch um harte Strafen anzudrohen. Da er selbst in Nordkorea als unfehlbar gilt, sind die Überflutungen natürlich nicht ihm anzulasten. Er sinnt auf Rache – und sucht Verantwortliche für die Naturkatastrophe.

Kim ordnete den Behörden an, diejenigen zu bestrafen, die ihre Verantwortlichkeiten vernachlässigt haben sollen. Gleichzeitig ernannte er einen neuen Minister für öffentliche Sicherheit sowie eine neue Parteiführung für die von den Fluten betroffene Provinz. Beobachter deuten das als Schritt einer weiteren „Säuberungswelle“ mit der Kim der Öffentlichkeit hartes Durchgreifen signalisieren will.

Nordkorea ist bekannt für drakonische Strafen. Wer einmal in eines der grausamen Arbeitslager geschickt wird, kommt hier nicht mehr raus.

Dabei ist Politik von Kim Jong-un ist nicht ganz unschuldig an der Katastrophe: Durch zunehmende Abholzung und die schlechte Infrastruktur ist das Land anfälliger für Überschwemmungen. Das wird sich in Nordkorea aber niemand trauen, laut auszusprechen – oder auch nur zu denken.

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