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Nutzten Kaukasus-Kämpfer ein Datenleck der Russen? | Politik
23.12.2025 - Salı 15:25
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Moskau – Rätselraten über die Attentäter, die am Montag im Moskauer Süden den Kreml-Generalleutnant Fanil Sarwarow (†56) in seinem Kia Sorento in den Tod gesprengt haben. Und die Frage: Wenn er als General gezielt getötet worden ist, woher wussten die Attentäter, wo er wohnt? Denn normalerweise sind die Adressen ranghoher Militärs nicht offen einsehbar.
Eine Vermutung nun nach BILD-Informationen: Den Anschlag könnten Untergrundkämpfer aus Tschetschenien verübt haben – mithilfe oder im Auftrag der Ukraine. Und ausgerechnet der ordentlich auf den General angemeldete, 12 Jahre alte „Kia Sorento“ könnte die Täter zu ihm geführt haben.
Eine Aufnahme zeigt den getöteten Generalleutnant Fanil Sarwarow bei einer offiziellen Veranstaltung mit Russland-Herrscher Wladimir Putin (73)
Die These, die auch westliche Nachrichtendienste hegen – wenn die Tat aus der Ukraine gesteuert worden sein sollte: General Sarwarow, der vor seinem Plattenbau getötet wurde, hatte den Wagen unter seinem Namen angemeldet – ganz ordentlich und pflichtgemäß. Und: In der Zulassungsstelle ist die Wohnadresse hinterlegt. Problem: Seit Jahren haben die russischen Behörden ein massives Datenleck, das sie nicht gestopft bekommen. Wer weiß, wie es geht, kommt an die Meldedaten und an die Zulassungsdaten – überall im Land! Westliche Geheimdienste bedienen sich des Lecks, China auch und Oppositionelle ebenfalls.
Und auch bei der Tätersuche haben russische Ermittlungsbehörden eine Gruppe ohnehin immer im Visier – hier besonders: Tschetschenen, die Rache nehmen für die beiden Tschetschenien-Kriege Moskaus (1994–1996 und 1999–2009; bis zu 100.000 getötete Tschetschenen, Massenvertreibungen). Den zweiten Krieg hatte Putin noch als Geheimdienstchef mit mutmaßlich fingierten Terroranschlägen vorbereitet – und als Präsident dann brutal führen lassen. Und in diesem Krieg war laut offizieller Vita auch der totgebombte General eingesetzt (ebenso in Syrien). Bis heute herrscht die von Putin eingesetzte Kadyrow-Dynastie über das russisch besetzte Land, das Moskau nicht in die Unabhängigkeit entlassen wollte.
Herrscher und Marionette: Russen-Führer Wladimir Putin (73) und sein Ober-Tschetschene Ramsan Kadyrow (49) im Jahr 2024 in Tschetschenien
Meist werden diese Untergrundkämpfer als „Freischärler“ oder „Separatisten“ bezeichnet und pauschal dem selbst ernannten „Emirat Kaukasus“, das die Unabhängigkeit will, zugeordnet. Sie stammen aus den Kaukasus-Regionen Tschetschenien, Dagestan oder auch besetzten Teilen Georgiens. Sie eint vor allem das: Sie leben in Russland oder haben einfachen Zugang, können sich weitgehend ungestört bewegen, haben normale Existenzen.
Mitten in Moskau : Auto-Bombe tötet Russen-General
Und: Die Verbindungen nach Kiew sind eng! Der Militärnachrichtendienst der Ukraine finanziert und führt ganze Untergrundeinheiten (meist Muslime) in Russland – auch Gruppen von Kaukasus-Kämpfern und kleinen Gruppen aus Mittelasien. Ihre Motive: Rache an Putin – und dessen Tschetschenen-Marionettenführer Ramsan Kadyrow (49). Der half Putin auch mit Kampftruppen in der Ukraine.
Der Georgier Selimchan Changoschwili, den Putin 2019 im Kleinen Tiergarten in Berlin ermorden ließ, war ein Kämpfer aus dem Zweiten Tschetschenien-Krieg. Bis heute lässt der Kreml ehemalige Kämpfer aus dem Tschetschenien- und dem Georgien-Krieg weltweit jagen – auch in Deutschland. Viele von ihnen kämpfen heute in der Ukraine gegen die Kriegs-Russen.
Als der Kreml-Führer noch verwundete Soldaten besuchte: Putin Ende Dezember 1999 in einer Klinik in Tschetschenien während des von ihm initiierten Zweiten Tschetschenien-Krieges
Wie eng die Verbundenheit zwischen Kiew und den Freiheits-Tschetschen ist, zeigte sich erst jüngst in der ukrainischen Hauptstadt: Dort wurden gerade erst dieser Tage eine Scheich-Mansur-Bataillon-Straße und ein Imam-Schamil-Platz eingeweiht. Nach beiden Freiheitskämpfern aus dem Kaukasus sind Freiwilligen-Bataillone benannt, in denen Tschetschenen in der Ukraine gegen Moskaus Invasoren kämpfen.
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