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Ostsachsens Bauern in Angst: Wölfe reißen erstmals Kuh und töten Kalb | Politik
27.10.2025 - Pazartesi 12:45
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Görlitz – Blutiger Samstagmorgen in Kemnitz (Ostsachsen): Keine zehn Meter vom nächsten Haus liegt eine tote Kuh im Gras. Der Bauch aufgerissen, der Rücken zerbissen – vom ungeborenen Kalb fehlt jede Spur. „Eine ganze Keule der Kuh haben die Wölfe zudem weggefressen“, sagt Landwirt und Tierarzt Hagen Stark (52) entsetzt.
Die Holstein-Kuh gehörte zu seiner Herde von 47 Tieren auf einer umzäunten Weide am Dorfrand. Das Tier war trächtig, die Geburt sollte in drei Wochen sein. „Ich bin morgens zweimal vorbeigefahren – beim ersten Mal stand sie noch, beim zweiten lag sie tot“, erzählt Stark. In den Wochen zuvor hatten Stark und Anwohner bereits Unruhe bemerkt. „Die Tiere waren oft panisch, die haben den Wolf wohl längst gespürt“, sagt der Landwirt. Erst wenige Wochen zuvor wurde in Kemnitz bereits Damwild gerissen.
Erstmals Rinderherde attackiert
Mark Nitze vom Sächsischen Wolfsbüro sicherte nach der Attacke Spuren und nahm Genproben. Sein Fazit: Alles deutet auf einen Wolfsriss hin. „Selbst er sagte, dass die Angriffe zunehmen“, so Stark zu BILD. Der Landwirt ist wütend: „Besser wären Jäger statt staatliche Gutachter! Der Wolf ist das bestgeschützte Tier Deutschlands – und wir stehen wehrlos da!“ Laut Landwirt Stark haben Wölfe in Ostsachsen und Niederschlesien erstmals eine Rinderherde attackiert. Bisher hätten sie dort hauptsächlich Schafe und Ziegen angefallen.
Bundesweit gab es 2023 bereits 178 Angriffe auf Rinder, 2022 waren es sogar 196. Besonders betroffen: Brandenburg, Sachsen-Anhalt und andere Regionen Sachsens. Die Wolfszahl wächst ungebremst – über 1600 Tiere leben aktuell in Deutschland, Tendenz steigend.
Minister will Jagd auf Wölfe
Ein untragbarer Zustand für Sachsens Landwirtschaftsminister Georg Ludwig von Breitenbuch (54, CDU). „Der jüngste Vorfall ist weiteres trauriges Beispiel, wie dringend der Wolf ins Bundesjagdrecht gehört. Die Zahl der Tiere wächst jedes Jahr um 30 Prozent – gerade in Bautzen und Görlitz gibt es längst genug Wölfe.“
Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Georg Ludwig von Breitenbuch (54, CDU)
Auch der Verein „Landwirtschaft verbindet Deutschland (LSV)“, in dem Stark aktiv ist, fordert Konsequenzen. In einem Positionspapier des Bauernverbandes heißt es: Der Wolf müsse ins Bundesjagdgesetz aufgenommen werden – für ein „verantwortungsvolles und praxisnahes Wolfsmanagement“. Konkret verlangen die Landwirte einen konsequenten Schutz der Weidetiere. Rinder, Schafe und Pferde seien ohne Regulierung gefährdet. Eine weitere Forderung: die Gleichbehandlung aller Wildarten – „auch der Wolf muss reguliert werden dürfen“, so der LSV.
Dass es allerdings schnell zu entsprechenden Änderungen kommt, ist unwahrscheinlich. Erst ab 2026 soll der Wolf formal ins Jagdrecht aufgenommen werden. Damit sollen die Bestände aktiv reguliert werden können. „Die derzeitige Bundesregierung will das 2026 endlich umsetzen – damit wird der Weg frei für ein echtes Bestandsmanagement“, so Sachsens Landwirtschaftsminister von Breitenbuch.
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