Otto-Vorständin über Kind und Karriere: Ich wurde als Rabenmutter beschimpft | Politik

15.06.2024 - Cumartesi 10:55

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Nur wenige Marken sind in Deutschland so bekannt wie Otto.

Das Hamburger Traditions-Unternehmen wird in diesem Jahr 75. Groß geworden ist Otto als erster Versand-Händler nach dem Krieg. Den Otto-Katalog gibt es seit 2018 nicht mehr – heute ist Otto Deutschlands größter Online-Shop und einer der größten Player weltweit.

Talk in der neuen Otto-Unternehmenszentrale: Bereichs-Vorständin Katy Roewer (48) mit BILD-Reporter Hagen Meyer (42)

Talk in der neuen Otto-Unternehmenszentrale: Bereichs-Vorständin Katy Roewer (48) mit BILD-Reporter Hagen Meyer (42)

Foto: Sybill Schneider

Im BILD-Talk spricht Bereichs-Vorständin Katy Roewer (48) über …

... den Konkurrenten Amazon

„Amazon hat mit seinem Markteintritt vor vielen Jahren auch den deutschen Einzelhandelsmarkt revolutioniert, hat eine Plattform nach Deutschland gebracht, das Einkaufserleben auch nachhaltig verändert. Gleichzeitig haben wir die Chance genutzt zu lernen und daran auch unser Geschäftsmodell anzupassen. Wir sind bei Otto auch den Weg zur Plattform gegangen, haben unser Angebot erweitert. Weil wir der Meinung sind, nur als Plattformanbieter und mit einer bestimmten Größe können wir am Markt mithalten.“

... die Frage, ob sie schon mal bei Amazon bestellt hat

„Ich nicht, aber mein Mann (lacht). Naja, wir müssen natürlich auch den Wettbewerb beobachten. Vor vielen Jahren war es so, dass es bestimmte Artikel online nicht bei Otto gab und man dann – also auch wir – bei anderen gekauft hat. Mittlerweile kaufen wir nahezu alles auf Otto, auch mein Mann …“

Roewer ist seit 2015 im Vorstand bei Otto, ihr Sohn geht in die vierte Klasse

Roewer ist seit 2015 im Vorstand bei Otto, ihr Sohn geht in die vierte Klasse

Foto: Sybill Schneider

... die rasant wachsenden China-Plattformen wie Temu und Shein

„Ich glaube, dass es wichtig ist, dass alle Marktteilnehmer mit den gleichen Regeln auf dem Markt spielen müssen. Und das erleben wir bei z. B. Temu und Shein eben zum Teil nicht. Also die fairen Regeln eines Wettbewerbs, wie sie für uns gelten. Und da wünschen wir uns von den Kontrollbehörden, von der Politik, auch entsprechende regulatorische Angänge, dass alle mit den gleichen Bedingungen um das beste Kundenerlebnis spielen.

Hier sind die Einfuhrzölle eins der Themen, wo wir nicht die gleichen Bedingungen haben. Es geht aber auch um Regeln und Gütesiegel zum Thema Produktsicherheit. Da sehen wir große Unterschiede bei Produkten, die wir und unsere Marktteilnehmer in den Umlauf bringen.“

... über ihre 80 Prozent Teilzeit – auch ab 2025 im Gesamtkonzern-Vorstand

„Ich mache das Teilzeitmodell ja jetzt schon seit zehn Jahren. Der Grund war, dass ich Mutter geworden bin, aber trotzdem meiner beruflichen Passion nachgehen wollte. Ich wusste, wenn ich meine Familie und den Job unter einen Hut bringen möchte, dann wird das nicht klappen, indem ich weiter 100 Prozent arbeite.

Es gab erst abwartende Reaktionen und Fragen, ob das denn geht auf der Ebene. Als man gemerkt hat, dass ich die Themen unter einen Hut bekomme und meine Arbeit so mache, wie sie von mir erwartet wird, bin ich als Vorbild gesehen worden für andere Kolleginnen und Kollegen, die in ähnlichen Situationen sind.“

Otto baute die neue moderne Zentrale in sein altes Lagerhaus auf dem Campus in Hamburg Bramfeld

Otto baute die neue moderne Zentrale in sein altes Lagerhaus auf dem Campus in Hamburg Bramfeld

Foto: Christian Charisius/dpa

... den Vorwurf der „Rabenmutter“

„Es gibt in Deutschland das Wort ‚Rabenmutter‘, das gibt es in anderen Sprachen und anderen Ländern nicht. Das charakterisiert ja auch ein bestimmtes Frauenbild. Viele Umstände verhindern momentan Karrieren oder berufliche Chancen von Frauen und weiblichen Führungskräften.

Mir ist damals der Vorwurf ‚Rabenmutter‘ gemacht worden. Von Frauen, von Müttern, im Kindergarten. Frauen sind häufig die größten Kritikerinnen. Nicht alle, aber es gibt eben tatsächlich ein paar, und das tut natürlich weh. Frauen müssen damit lernen umzugehen und selbstbewusst zu sein und zu zeigen, wir können das und dann können wir auch Vorbild für andere sein. Aber wir müssen es uns auch trauen und diese Hürden sowohl beruflich als auch in der Gesellschaft abbauen wollen.“

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