Papst Franziskus: Wie krank ist er wirklich? – Vatikan-Insider in Sorge | Politik

28.03.2024 - Perşembe 09:15

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Als der Argentinier Jorge Mario Bergoglio 2013, kurz nach seiner Wahl zum Papst, zu seinem ersten Osterfest vor die Rekordzahl von 250 000 Gläubigen trat, staunte die Welt: Franziskus zeigte einen nach oben gerichteten Daumen. Er lächelte, strotzte vor Energie, stand nach dem Rücktritt von Benedikt XVI. für „frischen Wind“ in der Kirche Roms.

Elf Jahre später sorgen sich Gläubige in aller Welt mehr denn je um die Gesundheit des Papstes, beten für ihn, fragen sich viele aus seinem Umfeld, ob seine Kraft für die Osterfeierlichkeiten überhaupt noch reicht.

Zu offensichtlich: die Schwäche des Kirchenoberhauptes, der sich vor einigen Monaten eine schwere Bronchitis eingefangen hat, von der er sich höchstens halb erholt hat.

Stimme und Kraft reichten nicht für die Predigt

Sichtbar für die weltweit 1,4 Milliarden Katholiken wurde das am vergangenen Palmsonntag, dem Tag des Gedenkens an den Einzug Jesu in Jerusalem. Der Papst, der sich mal mit Gehstock, meist im Rollstuhl fortbewegt, fand weder Stimme noch Energie, die vorbereitete Predigt vorzulesen. Nach minutenlangem Schweigen übernahm ein Kurien-Geistlicher.

„Wie geht es dem Pontifex wirklich?“, fragte daraufhin die Römische Zeitung „Messaggero“, die im Vatikan bestens vernetzt ist. Und verwies darauf, dass zwei Stunden Morgen-Kälte (kaum mehr als 10 Grad auf dem Petersplatz) für einen 87-jährigen, ständig hustenden Mann bereits kritisch sein könnten.

Zumal das Mammut-Programm der Heiligen Woche mit dem Höhepunkt der Ostermesse schon für jeden gesunden Papst extrem herausfordernd ist.

Ausgerechnet Papst Franziskus, der sich bei seinen Generalaudienzen stets so viel Zeit genommen hatte für die Alten, Gebrechlichen, Schwerkranken, ist nun selbst zum Dauer-Patienten geworden. Im Grunde seit seiner heiklen Unterleib-OP vor drei Jahren, bei der ihm 30 Zentimeter Darm entfernt werden mussten - auch wenn sein Leibarzt zuletzt von „normalen Beschwerden eines 87-Jährigen“ sprach.

Petersplatz, 2013: Papst Franziskus, gerade ins Amt gewählt, tröstet einen von Warzen übersäten Mann

Petersplatz, 2013: Papst Franziskus, gerade ins Amt gewählt, tröstet einen von Warzen übersäten Mann

Foto: picture alliance / ANSA

Petersplatz, 2024: Papst Franziskus winkt den Gläubigen bei den Palmsonntag-Feierlichkeiten aus dem Rollstuhl zu

Petersplatz, 2024: Papst Franziskus winkt den Gläubigen bei den Palmsonntag-Feierlichkeiten aus dem Rollstuhl zu

Foto: EPA

Franziskus versucht, seine Einschränkungen mit Humor zu nehmen: „Ich bin noch am Leben“, scherzte er vor ein paar Tagen. Und: „Die Kirche regiert man mit dem Kopf, nicht mit den Beinen.“

Doch wie bitterernst die Lage ist, zeigt sich an der strikten Dienstanweisung an alle Mitarbeiter des Kirchenstaates, die mehr wissen: kein Wort an Außenstehende mehr über den Gesundheitszustand des Papstes!

Nicht verboten ist es den Vatikan-Insidern, mit BILD über ihre eigene Besorgnis zu sprechen …

Rücktritt wie bei Benedikt XVI.?

Ist Rücktritt eine Option? Franziskus ist zwei Jahre älter als Benedikt XVI. bei seinem Amtsverzicht, den er mit schwindenden Kräften erklärte. Die Bilder seiner letzten Papst-Messen, die Qual bei jeder kleinen Treppenstufe am Altar: Sie wiederholen sich nun.

Franziskus hat sich zum Thema Rücktritt über die Jahre widersprüchlich geäußert. Kurz vor seinem 87. Geburtstag sagte er: „Ich habe den Mut von Benedikt XVI. gesehen, der es vorgezogen hat, Basta zu sagen, als er merkte, dass seine Kräfte am Ende waren.“ Er selbst „bitte den Herrn, irgendwann Basta zu sagen, aber dann, wenn er es will“.

Ein Rücktrittsgrund sei für ihn eine schwerwiegende körperliche Behinderung, führt Franziskus in einer gerade veröffentlichten Biografie aus: „Für diesen Fall habe ich bereits zu Beginn meines Pontifikats den Brief mit dem Verzicht unterzeichnet, der im Staatssekretariat hinterlegt ist.“

Auch über den Ort, an dem er bestattet werden möchte, sprach Franziskus bei dieser Gelegenheit: in der römischen Basilika Santa Maria Maggiore.

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