Paralympics: Wegen TV-Lücken! Para-Boss ist sauer auf ARD und ZDF! | Sport

05.09.2024 - Perşembe 11:55

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Mit ARD und ZDF sitzt man manchmal nicht einmal in der letzten Reihe – zumindest als Fan der Paralympics.

Drei der bisher bisher sieben deutschen Gold-Medaillen konnten Sportfans in Deutschland weder im linearen Fernsehen noch per Livestream im Internet live verfolgen. Darunter war auch der sensationelle und hochemotionale Paralympics-Sieg von Rollstuhlfechter Maurice Schmidt (25) im Grand Palais

Noch schlimmer kam es für Para-Sportschützin Natascha Hiltrop (32). Sie holte am Mittwoch und heute Doppel-Gold, aber die deutschen Sportfans schauten dabei – zumindest live – in die (schwarze) Röhre.

Dabei bietet das Internationale Paralympische Komitee (IPC) von ALLEN 22 Sportarten Livebilder an. Doch in Deutschland können diese Streams offenbar aus Rechtegründen nicht gezeigt werden. In rund 175 (!) Ländern weltweit hingegen schon. Eigenartig…

Auch Julius Beucher (78), den langjährigen Präsidenten des deutschen Behinderten-Sportverbands (DBS) ärgern diese Livestreams-Lücken gewaltig. Er sagt: „Wenn viele Wettkämpfe in Deutschland nicht verfolgt werden können, dann wollen und werden wir uns damit nicht zufrieden zurücklehnen. Wir müssen für mehr Sichtbarkeit für den Para-Sport kämpfen.“

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Quelle: BILD/Instagram

Laut Beucher hätten sich nach dem am sechsten Wettkampf sehr viele Sportfans vehement über das ausbleibende TV-Bild beschwert. Der deutsche Paralympics-Boss weiter: „Dieser Unmut viele Sportfans erreichte uns in zahlreichen Zuschriften. Und er geht weit über enttäuschte Familien und Freunde unserer Athleten hinaus.“

Nach der dritten verpassten Gold-Medaille, reagierte heute auf BILD-Nachfrage der öffentlich-rechtliche Rundfunk. ZDF-Pressesprecher Thomas Hagedorn: „Mit bisher 120 Stunden Livestreaming in bis zu vier parallelen Livestreams und mit 30 Stunden Übertragung im TV sind diese Paralympics sehr präsent und werden umfassend abgebildet.“

Hagedorn weiter: „Im Bewegtbildangebot des Hostbroadcaster gibt es Einschränkungen, was die Abbildung einzelner Wettbewerbe betrifft. Das Signalangebot ist nicht mit dem von Olympia vergleichbar. Zum Beispiel gab es beim Schießen im Wettkampf von Natascha Hiltrop kein Bildangebot, das den Verlauf des Wettkampfes so dargestellt hätte, dass ein Livestreaming oder eine Live-TV-Ausstrahlung möglich gemacht hätte.“

Hageborn sagt, dass es schwierig sei, alle Entscheidungen im TV unterzubringen, was auch mit der Unvorhersehbarkeit der Wettkämpfe zusammen hängt: „Bei den Paralympics kommt es auch häufiger zu Verschiebungen im Programmablauf, bedingt durch längere Wettkampfunterbrechungen oder unvorhersehbare Vorbereitungen – so zum Beispiel rund um den Fecht-Wettbewerb mit Maurice Schmidt.“

Tatsächlich fand Schmidts Finalkampf mit über zweistündiger Verspätung statt. Richtig ist aber auch, dass weder ZDF noch die ARD an diesem Tag einen Livestream in ihren Mediatheken angekündigt hatte.

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