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Paul Ronzheimer wird mit „Werner Holzer Preis“ geehrt | Politik
16.11.2024 - Cumartesi 00:43
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Er berichtet für BILD aus ukrainischen Schützengräben, aus Terror-Bunkern im Gaza-Streifen. Er spricht mit Flüchtlingen im Libanon und auf dem Mittelmeer ebenso wie mit Präsidenten – oder den Taliban. Jetzt ist BILD-Vize Paul Ronzheimer für seine Reporter-Arbeit im Ausland ausgezeichnet worden: mit dem bedeutenden „Werner Holzer Preis“ für herausragenden Auslandsjournalismus.
Verliehen wurde der Preis im voll besetzten Kaisersaal des Frankfurter Römers vor etwa 300 Gästen (darunter u. a. Top-Journalisten Katrin Eigendorf (ZDF), Melanie Amann (stellv. Chefredakteurin Spiegel) und Politiker wie Friedrich Merz, Julia Klöckner (CDU) und Frankfurts OB Mike Josef (41, SPD).
Herzlichen Glückwunsch, Paul Ronzheimer! Der BILD-Journalist hat am Freitag den „Werner Holzer Preis“ erhalten
Bester Laune: Paul Ronzheimer (l.) und CDU-Chef Friedrich Merz im Frankfurter Römer
Etwa 300 Gäste versammelten sich im Römer in Frankfurt
„Wo Regierungen zerbrechen, Bomben fallen, Autokraten sich behaupten oder Naturkatastrophen die Menschen treffen, ist Paul Ronzheimer wenig später vor Ort“, begründet die vierköpfige Jury ihre Entscheidung. „Er verkörpert wie niemand sonst zurzeit den Rasenden Reporter im Sinne von Egon Erwin Kisch“, heißt es weiter.
„Wir brauchen mehr denn je Auslandsjournalisten, die an die Front fahren und im Krieg nach der Wahrheit suchen wie Paul Ronzheimer. Wir brauchen guten Auslandsjournalisten gerade heute und gerade jetzt mehr denn je“, so Merz bei seiner Rede am Freitagabend.
Mai 2024: Paul Ronzheimer mit einem ukrainischen Soldaten in der Region Charkiw
Und Jury-Chef Thomas Kaspar von „Ippen-Media“ fügt hinzu, dass es schließlich zentrales Anliegen des Preises sei, Wegschauen zu verhindern sowie „Hinschauen mit Neugierde und Wärme“ zu wecken: Deswegen sei in diesem Jahr die Wahl einstimmig auf die „sehr eigenständige Sichtweise“ von Paul Ronzheimer gefallen.
November 2024: Der letzte Auftritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump vor der US-Wahl
Zumal Paul Ronzheimer „unter großem persönlichen Einsatz“ arbeite. Die Jury wörtlich: „Für das Publikum von ‚Bild‘ und inzwischen auch ‚Welt‘ erklärt er die großen Ereignisse unserer Zeit in verständlichem und seriösem Boulevard-Stil, stets unter Einsatz moderner Medienformate, vom Stream über Insta Live bis zum Podcast.“
Oktober 2024: Paul Ronzheimer begleitet die IDF an der israelisch-libanesischen Grenze. In dem Terror-Keller wurde vor wenigen Tagen noch gekämpft
Der Werner Holzer Preis wird einmal pro Jahr verliehen, um immer wieder daran zu erinnern, „dass unsere Sicht auf die Welt davon lebt, ausführlich, gründlich, kenntnisreich und kritisch über die Entwicklungen in anderen Ländern informiert zu werden.“ Namensgeber des Preises ist Werner Holzer, der langjährige Chefredakteur der Frankfurter Rundschau.
September 2024: BILD-Vize Paul Ronzheimer berichtet aus der libanesischen Hauptstadt Beirut, spricht mit Flüchtlingen aus dem Südlibanon
Alleine in diesem Jahr hat Paul Ronzheimer für BILD und Welt (gehört wie BILD zu Axel Springer) immer wieder aus der Ukraine, auch aus dem US-Wahlkampf, vor allem aber wochenlang aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten berichtet: Als er am 28. September, einen Tag nach der Tötung des Terror-Führers Hassan Nasrallah durch Israel, aus Beirut berichtete, wurde er mit seinem Team kurzzeitig festgenommen, an einen unbekannten Ort gebracht, verhört und kam erst dann wieder frei.
Am frühen Abend nun wurde Paul Ronzheimer in Frankfurt/Main ausgezeichnet.
Herzlichen Glückwunsch, lieber Paul!
Mit je einem gleichberechtigten zweiten Preis wird Friederike Böge von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Bojan Pancevski vom Wall Street Journal ausgezeichnet.
April 2024: Paul Ronzheimer im Gespräch mit Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj
Juli 2021: Kurz nach der Machtübernahme der Taliban reist Paul Ronzheimer nach Afghanistan, berichtet über die Lage vor Ort
Die Dankesrede von Paul Ronzheimer
„Meine Arbeit, unsere Arbeit als Reporter im Ausland könnten wir nie machen ohne so viele Menschen, die viel mutiger sind und viel mehr riskieren als ich und andere“, bedachte Paul Ronzheimer in seiner Dankesrede vor allem die Menschen, mit denen er in vergangenen zwölf Jahren zusammengearbeitet hat – Menschen aus Ländern wie Syrien, Irak, Afghanistan, Libyen oder auch der Ukraine.
Nicht mit jedem von ihnen gab es ein Wiedersehen.
In seiner Dankrede betonte Paul Ronzheimer die Wichtigkeit der Medienberichterstattung, appellierte an den Zusammenhalt und erinnerte an die Menschen, die in Krisengebieten ihr Leben für den Journalismus riskieren
Paul Ronzheimer, CDU-Chef Friedrich Merz und Publizist Michele Friedman (v.l.). Letzterer ist Vorstandsvorsitzender des Werner Holzer Instituts, das den Preis vergibt
„Wir brauchen in unserer Lage mehr denn je guten, unabhängigen, allein der Wahrheit verpflichteten Journalismus. Und dieser Journalismus ist notwendig mit Augen und Ohren vor Ort“, sagte CDU-Chef Friedrich Merz in seiner Festrede
„Mit Arshad habe ich im Irak gearbeitet, jahrelang. Wir waren längst Freunde geworden, als wir uns das letzte Mal in Istanbul gesehen haben“, erinnert sich Ronzheimer. „Mutmaßlich iranische Milizen haben ihn vor vier Jahren verschleppt. Manchmal scrolle ich durch sein Instagram-Profil und schaue mir die Fotos aus unserer Zeit an. Er liebte schnelle Autos und laute Musik.“
Der BILD-Vize dankte auch seinen Eltern, denen er „sehr viel damit antue, dass wir immer wieder in diese Regionen reisen.“ Er ergänzte: „Mein Vater hat mir übrigens bei meiner ersten Recherche geholfen, als ich 15 war. Er hörte von einem Mann, der in unserem Dorf geblitzt wurde und aus Wut das Blitzer-Gerät zersägen wollte. Meine erste Titelstory in Heimatblatt in Ostfriesland.“
Zum Abschluss mahnte er: „Gerade in Zeiten, in denen Journalismus so unter Druck steht, von allen Seiten, lasst uns mehr zusammenhalten. Natürlich kritisch bleiben, auch untereinander und miteinander. Gerade im Auslandsjournalismus machen Kollegen aus dem öffentlich rechtlichen Rundfunk hervorragende Arbeit, genauso wie so viele Freie und Festangestellte bei Zeitungen, Magazinen, TV und Hörfunk. Wir sollten aufpassen, dass diese Vielfalt nicht zerstört wird.“
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Apsny News