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Plan gegen Firmen-Sterben: Steuer-Revolution für mehr Jobs | Politik
21.06.2024 - Cuma 14:32
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Hunderttausende Chefs suchen in den nächsten Jahren Nachfolger für ihre Unternehmen. Wenn sie keine finden, droht der Mittelstand auszubluten!
Nie war die Frage der Weitergabe von Betrieben so drängend wie heute: 560 000 der 3,8 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen aller Branchen stehen in den nächsten drei Jahren vor der Frage, wer die Führung übernimmt, so der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW).
BVMW-Boss Christoph Ahlhaus warnt: „Fast 200 000 Betriebe drohen dabei zu verschwinden, weil zu viele Chefsessel im deutschen Mittelstand leer bleiben könnten.“
Auch Sandra Gottschalk vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mahnt gegenüber BILD: „Knapp 20 Prozent der Betriebe werden von Inhabern geführt, die über 60 Jahre alt sind. Viele arbeiten jahrelang darauf hin, dass sie eine geeignete Nachfolge finden, was immer schwieriger wird.“
Handwerk will mit Steuer-Vorschlag Unternehmen retten
Helfen soll ein Vorschlag aus dem Handwerk, der Nachfolgern finanziell ordentlich Luft verschaffen würde. Neue Eigentümer sollen den Kaufpreis des Unternehmens steuerlich geltend machen dürfen, fordert die Handwerkskammer Hamburg.
Ihr Präsident Hjalmar Stemmann schlägt eine kleine Steuer-Revolution vor. Er zu BILD: „Man könnte z. B. im Einkommensteuerrecht einen Tatbestand schaffen, der dem Unternehmer Steuerfreiheit oder Erleichterung in Höhe des Kaufpreises gewährt. Bei einer Haltefrist von zehn Jahren meinetwegen ein Zehntel des Kaufpreises über zehn Jahre.“
Handwerkskammer-Präsident Hjalmar Stemmann will Betriebe vor dem Verschwinden retten
Das sei ein Anreiz für Leute, die handwerklich oder menschlich in der Lage wären, einen Betrieb zu übernehmen, „aber nicht unbedingt finanziell“, so der Kammer-Boss.
Er argumentiert, dass, wenn ein Betrieb innerhalb der Familie übergeben wird, Verschonungsregeln greifen können, sodass kaum Schenkungs- oder Erbschaftssteuer anfällt. Das mache auch Sinn, weil sonst nicht selten Betriebsteile oder Maschinen verkauft werden müssten, um die Steuerlast zu schultern.
Dass wir uns keine weiteren Betriebsschließungen leisten können, zeigt diese Zahl: 2023 machten 176 000 Betriebe dicht – alle drei Minuten einer! Zudem übersteigt die Zahl der Schließungen die der Neu-Gründungen.
Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) schlägt vor: „Wir brauchen das Thema Unternehmens-Nachfolge in unserem allgemeinen Mindset. Das ist auch eine Frage, die in Schulen und den weiteren Bildungseinrichtungen thematisiert werden sollte.“
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